Twitter-Hotels, Ballonfahrten ins All, ferngesteuerte Touristen

Die schrägsten Ideen der neuen Reisewelt

Die ITB, die weltweit größte Reisemesse, wagt auch wieder einen Blick in die Zukunft: Die 100 besten Innovationen in der Reisebranche werden hier präsentiert und prämiert. TRAVELBOOK hat die Neuheiten unter die Lupe genommen – und stellt die schrägsten von ihnen vor.

Die ITB ist nicht nur ein Reisebüro in XXXL, sondern auch ein Zukunftslabor. So befasst sich ein eigener Bereich mit Innovationen, die das Reiseverhalten und die gesamte Reisewelt nachhaltig verändern könnten. Vor allem digitale Neuerungen und Social Media nehmen immer größeren Einfluss auf die Branche. 100 Trends hat die ITB zusammengestellt, noch bis zum 5. März kann man online seinen Favoriten wählen. TRAVELBOOK stellt die acht spannendsten Projekte vor:


Australien: Das Instagram-Hotel

Ein Extra-Raum für Selfies, besonders fotogenes Essen: Das 1888 Hotel in Sydney (Australien) ist der perfekte Ort für Instragram-Nutzer. In Karten sind außergewöhnliche Fotokulissen rund um das Hotel markiert, und an der Rezeption gibt es Bilder von wichtigen regionalen Hashtag-Feeds. Wer mehr als 10.000 Follower auf Instagram hat, bekommt eine Übernachtung im Hotel gratis, genauso wie der Gast mit dem besten Instagram-Foto des Monats.

Das australische 1888 Hotel bietet Instagram-Nutzern einen Aufenthalt mit besonderen Extras

Foto: Trade Hires

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Mallorca: Das Twitter-Hotel

Wer heutzutage keinen Twitter-Account hat, wird fast schon schräg angeguckt. Diesen Trend hat die spanische Hotelkette Meliá Hotels aufgegriffen und auf Mallorca das „Sol Wave House“ eröffnet. Das Prinzip: Über die interne Community „#SocialWave“, die nur über das hotelinterne Wi-Fi-Netzwerk erreichbar ist, können Gäste via Twitter Wünsche verschicken, die dann von zwei Hotel-Mitarbeitern bearbeitet werden. Außerdem können Hotelgäste untereinander Kontakte knüpfen und Infos und Bilder teilen. Perfekt also für Singles.

Ebenfalls ein Trendsetter: Das Twitter-Hotel „Sol Wave House“ auf Mallorca

Foto: Hotel Sol Wave


Holland: LED-Teppich vorm Hotelzimmer

„Do not disturb“, „Bitte nicht stören” – was man bisher umständlich als Papp-Anhänger an den Türknauf hängen musste, könnte zukünftig gut sichtbar auf dem Boden direkt vorm Hotelzimmer stehen. Das niederländische Unternehmen Philips arbeitet mit dem Bodenbelaganbieter Desso an speziellen LED-Leisten für Fußböden, die durch den Teppich hindurchscheinen – und nebenbei für Sci-Fi-Stimmung sorgen.

Türknauf-Anhänger-Alternative für das digitale Zeitalter: Eine LED-Leiste zeigt an, ob der Hotel-Gast Reinigungservice wünscht oder nicht gestört werden will

Foto: Philips


Japan: Ein Kino in den Wolken

Wer braucht schon Leinwände, wenn man Wolken hat? Das haben sich die Initiatoren des „Kumo Project“ gefragt und so lange getüftelt, bis sie die weiße und wogende Oberfläche von Wolken als Projektionsfläche nutzen konnten. In einem Resort im japanischen Tomamu, Hokkaido, präsentierten sie ihr Wolkenkino – und schrieben mit ihren animierten Bildern fantastische Geschichten in den Nachthimmel. Ein Video dazu finden Sie hier.


England: Leuchtender Gehweg

Derzeit auf Platz 1 im ITB-Voting: Ein Gehweg im englischen Cambridge, der quasi von selbst leuchtet. Dafür hat die Stadtverwaltung einen Parkweg mit einer Beschichtung versehen, die tagsüber Licht absorbiert und im Dunkeln blau leuchtet. Sollte der Probebetrieb des Gehwegs erfolgreich sein, könnten die Leuchtpartikel in Zukunft Straßenlaternen ersetzen.

Der blau leuchtende Parkweg in Cambridge. Die Entwickler hoffen, dass die Methode zukünftig eine günstige Alternative zur verkehrssicheren Ausleuchtung von Gehwegen sein könnte

Foto: Lee Durant

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Weltraum: Im Ballon ins All

Die Fernreise der Zukunft sieht so aus: Man lässt sich in einem Heliumballon in die Stratosphäre bringen, schwebt dann zwei Stunden lang 30 Kilometer über der Erde in einer luxuriösen Kapsel – um danach langsam wieder auf den blauen Planeten zurückzutrudeln. 55.000 Euro pro Person kalkuliert World View Enterprises für diesen Ausflug, den das US-Unternehmen ab 2016 anbieten möchte.

In dieser Kapsel geht es Richtung Weltall, in die Lüfte gezogen wird sie von einem riesigen Ballon (siehe auch Bild oben)

Foto: World View Experience


Israel: Ein Roboter als Stellvertreter

Das Leben als Teenager kann schon sehr frustrierend sein. Vor allem, wenn alle Freunde auf dieses geile Konzert gehen und man selbst nicht hinkann. Doch hier hilft künftig der „Social Robot”, den Coca-Cola im Zuge des Teenie-Festivals „Summer of Love“ in Israel entwickelt hat. Denn der ist mit einer Webcam und einem Mikrofon ausgestattet, wird über den Computer von zu Hause aus gesteuert – und soll den Abwesenden würdig vertreten. Dank Robi kann der verhinderte Teeni also dennoch mit seinen Freunden gemeinsam abhängen – zum Beispiel in der Sonne.

Als wäre man selbst dabei: Der Social Robot wird von dem Abwesenden über den Computer gesteuert und soll ihn im Freundeskreis würdig vertreten.

Foto: Coca Cola

Australien: Ferngesteuerte Touristen

Mit Fernsteuerung spielt auch diese Idee aus Australien: Im Auftrag des Tourismusministeriums in Victoria wurden vier buchstäblich ferngesteuerte Touristen durch Melbourne geschickt. Ihre Aufgabe: Anhand von Vorgaben aus sozialen Netzwerken die Stadt erkunden. Zuvor waren User von Facebook und Twitter aufgerufen worden, ihre Wünsche einzureichen. Ausgestattet mit Kameras, GPS und Mikrofonen gingen die Touristen dann auf Tour durch Melbourne. Was sie dabei erlebten und sahen, konnten alle teilnehmenden User per Livestream mitverfolgen.

Ferngesteuerte Touristen in Melbourne

Foto: PR/www.clemengerbbdo.com.au

Sehen Sie hier ein Video über die Aktion!

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Irland: Streetart auf dem Acker

Wer dieses Kunstwerk bewundern will, muss sich in die Lüfte oder auf eines der umliegenden Hochhäuser schwingen: Auf einer mehr als vier Hektar großen Ackerfläche in Belfast (Irland) hat der Streetart-Künstler Jorge Rodriguez-Gerada das Gesicht eines Mädchens erschaffen. Dafür wurden 30.000 Pflöcke installiert und 4.000 Tonnen Erde und Sand ausgeschüttet. Für die präzise Darstellung des Mädchenporträts auf der riesigen Fläche kam auch Satellitentechnologie zum Einsatz.

Dieses riesige Kunstwerk mit dem Namen „Wish“ entstand im Rahmen eines Kunstfestivals in Belfast (Irland)

Foto: Getty Images

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Besucher der ITB finden die „ITB Innovators“ mit den Touristik-Trends in Halle 7.1b. Einige der Neuheiten können vor Ort begutachtet und selbst ausprobiert werden.

Informationen für ITB-Besucher

Öffnungszeiten für Fachbesucher: 5. bis 7. März, 10 bis 18 Uhr

Öffnungszeiten für private Besucher:
8. und 9. März, 10 bis 18 Uhr

Eintritt für private Besucher:
14,50 Euro pro Tag, 12 Euro vorab im Internet, 8 Euro für Schüler und Studenten, 8 Euro für alle am Sonntag ab 14 Uhr, kostenlos für Kinder bis 14 Jahren in Begleitung Erwachsener

Eintritt für Fachbesucher:
vorab im Internet 32 Euro pro Tag, für alle Tage 48 Euro, auf der Messe deutlich teurer

Anfahrt mit Bus:
Haltestellen Messe Nord/ICC, Messedamm/ZOB oder Theodor-Heuss-Platz.

Anfahrt mit S-Bahn:Bahnhöfe Messe Süd, Westkreuz oder Messe Nord/ICC.

Anfahrt mit U-Bahn:
Bahnhöfe Kaiserdamm oder Theodor-Heuss-Platz

Anfahrt mit Auto:
von der A 10 (Berliner Ring) auf die A 100, A 111 oder A 115 (Avus) bis Dreieck Funkturm, Abfahrt Messegelände