Von 14 Uhr bis 4 Uhr morgens

Bahnstreik! Das müssen Reisende wissen

Tausende Bahnreisende müssen sich zum zweiten Mal binnen acht Tagen auf massive Zugausfälle einstellen. Mit einem Notfahrplan versucht die Bahn, die Auswirkungen zu mildern. Doch schon am Morgen fallen zahlreiche Züge aus. Was Reisende wissen und beachten müssen.

Die Gewerkschaft GDL erhöht den Druck: Nach dem neunstündigen Streik vergangene Woche sollen die Züge ab Mittwochnachmittag 14 Stunden stehen. Die Fahrgäste trifft der zweite bundesweite Lokführer-Streik.

Bereits seit Mitternacht gilt ein eingeschränkter Fahrplan im Fernverkehr – zahlreiche Züge fallen aus. Mit einem weiteren Notfahrplan versucht die Bahn, die Auswirkungen des Streiks zu mildern. „Ab Mittwochmorgen fahren nicht nur die Züge des Fernverkehrs nach einem Ersatzfahrplan, ab 9.00 Uhr gibt es auch im Regionalverkehr einen eingeschränkten Fahrplan“, sagte Bahn-Sprecher Matthias Franke am Morgen. Ziel sei es, trotz des Streiks so viele Reisende wie möglich ans Ziel zu bringen.

Der eigentliche Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL soll am Mittwoch um 14.00 Uhr beginnen und bis 4.00 Uhr am Donnerstagmorgen dauern. Dann sollen flächendeckend die Züge stehen bleiben – im Fern- und Regionalverkehr wie auch bei den S-Bahnen.

Auch nach dem Ende des Streiks dürfte es Zugausfälle und Verspätungen geben. „Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen“, sagte ein Bahnsprecher. Pendler sollten am Donnerstagmorgen aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig an den Arbeitsplatz zu kommen. Auch der Güterverkehr ist von dem Ausstand betroffen.

Ob weitere Streiks eventuell am Wochenende drohen, wollte die GDL nicht sagen. „Wir kündigen jede Arbeitskampfmaßnahme rechtzeitig an“, sagte GDL-Chef Weselsky am Mittwoch dem „Tagesspiegel“. Er vertrat zudem die Ansicht, die GDL habe die Fahrgäste der Bahn rechtzeitig vor den Streiks informiert. „Am Vorabend 18 Uhr ist rechtzeitig, wenn die Streiks um 14 Uhr beginnen“, sagte er.

Die GDL verlangt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will zudem auch für das übrige Zugpersonal verhandeln. Die Bahn will verhindern, dass die Lokführergewerkschaft auch für Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten verhandelt und so in Konkurrenz zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft tritt. Das Unternehmen fürchtet konkurrierende Tarifverträge. Es verweist darauf, dass es schon mehrere Angebote gemacht habe.

Reisende können sich in der Live-Auskunft der Deutschen Bahn über ihre Verbindungen informieren. Die Bahn hat zudem eine kostenlose Service-Hotline eingerichtet, die Sie unter der Telefonnummer 08000 99 66 33 erreichen.

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Streik! Wie man seine Rechte durchsetzt

„Wer länger als zwei Stunden warten muss, hat ein Anrecht auf Erfrischungen und einen Imbiss“, sagt Dunja Richter von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Nach fünf Stunden darf er kostenlos vom Reisevertrag zurücktreten und muss den vollen Preis erstattet bekommen“.


Doch nicht immer ist die Fluggesellschaft einsichtig: Häufiger Grund für eine Auseinandersetzung sei die Ersatzbeförderung. „Wer auf eigene Faust auf die Bahn umgestiegen ist, wird es später schwer haben, die Kosten erstattet zu bekommen.“


Anders liegt der Fall, wenn die Airline sich nicht um Verpflegung oder Ersatzbeförderung gekümmert hat. „Für die Rückerstattung der Kosten sollten sie sich zunächst schriftlich an die Airline wenden, bevor sie über eine Klage nachdenken“, empfiehlt Richter.

Je detaillierter die Forderung, desto höher die Erfolgsaussichten, so Richter: Der Name des Airline-Mitarbeiters, bei dem man Verpflegung oder Ersatzbeförderung verlangt und der sie verweigert hat, gehören ebenso in das Protokoll, wie Datum, Uhrzeit, Flugnummer sowie eine Kopie des Flugscheins. Zeugenaussagen von Mitreisenden sind ebenfalls empfehlenswert.

„Weigert sich die Airline auch dann noch, die Ansprüche des Passagiers anzuerkennen, kommt eine Klage infrage“, sagt Verbraucherschützerin Richter. Doch Vorsicht: Ohne konkrete Belege für die Versäumnisse der Airline ist der oft geringe Streitwert das Prozessrisiko nicht wert.

Streik! Wie man seine Rechte durchsetzt

„Wer länger als zwei Stunden warten muss, hat ein Anrecht auf Erfrischungen und einen Imbiss“, sagt Dunja Richter von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Nach fünf Stunden darf er kostenlos vom Reisevertrag zurücktreten und muss den vollen Preis erstattet bekommen“.


Doch nicht immer ist die Fluggesellschaft einsichtig: Häufiger Grund für eine Auseinandersetzung sei die Ersatzbeförderung. „Wer auf eigene Faust auf die Bahn umgestiegen ist, wird es später schwer haben, die Kosten erstattet zu bekommen.“


Anders liegt der Fall, wenn die Airline sich nicht um Verpflegung oder Ersatzbeförderung gekümmert hat. „Für die Rückerstattung der Kosten sollten sie sich zunächst schriftlich an die Airline wenden, bevor sie über eine Klage nachdenken“, empfiehlt Richter.

Je detaillierter die Forderung, desto höher die Erfolgsaussichten, so Richter: Der Name des Airline-Mitarbeiters, bei dem man Verpflegung oder Ersatzbeförderung verlangt und der sie verweigert hat, gehören ebenso in das Protokoll, wie Datum, Uhrzeit, Flugnummer sowie eine Kopie des Flugscheins. Zeugenaussagen von Mitreisenden sind ebenfalls empfehlenswert.

„Weigert sich die Airline auch dann noch, die Ansprüche des Passagiers anzuerkennen, kommt eine Klage infrage“, sagt Verbraucherschützerin Richter. Doch Vorsicht: Ohne konkrete Belege für die Versäumnisse der Airline ist der oft geringe Streitwert das Prozessrisiko nicht wert.