Von jetzt auf gleich ans andere Ende der Welt

Wann können wir uns endlich beamen?

Enorm große Datenmengen lassen sich bereits über die ganze Welt transportieren und auch Urlaub im All ist mittlerweile keine Science-Fiction-Idee mehr. Ist es dann noch undenkbar, sich an den Strand oder in die Berge begeben zu können, ohne eines der klassischen Transportmittel zu bemühen? TRAVELBOOK geht der Frage auf den Grund, ob wir uns bald wie Captain Spock & Co. in den Urlaub beamen können.

Nicola Otto Von Nicola Otto

Um nach Fidschi zu kommen, muss man eine reine Flugzeit von etwa 24 Stunden hinter sich bringen. Selbst wer das Geld hat, überlegt sich zweimal, ob er diese lange Reise antreten möchte. Die Idee, sich wie in der Science-Fiction-Serie „Star Trek“ im „Raumschiff Enterprise“ einfach an den gewünschten Ort zu teleportieren, scheint daher nicht nur für „Trekkies“ verlockend. Ist das Beamen wirklich noch eine weltfremde Zukunftsvision im Zeitalter von grenzenloser Datenübertragung und Touristenausflügen ins All?

Mit dieser Frage beschäftigte sich 2013 eine junge Gruppe von Physikstudenten der Universität Leicester in England: James Nelms, Declan Roberts, Suzanne Thomas und David Starkey berechneten die benötigte Zeit und Energie, um einen Menschen zwischen zwei Orten teleportieren zu können. Die Ergebnisse erschienen unter dem Titel „Travelling by Teleportation“ im „University of Leicester’s Journal“.

Datentransport wie beim radio

Der erste Schritt ist die Berechnung der zu transportierenden Datenmenge, die ein menschlicher Körper in sich trägt, um ihn ähnlich einem Radiosignal übertragen zu können. Ein Erwachsener besteht aus circa 100 Billionen Zellen. Eine menschliche Zelle enthält wiederum etwa 120 Milliarden Bits, was 14 Gigabytes entspricht: Das sind etwa 4000 Lieder auf einem Smartphone mit der gleichen Speicherkapazität. Alleine das menschliche Gehirn beinhaltet damit ein Datenvolumen von 455 Septillionen Bits – eine Zahl mit 42 Nullen!

Um diese Menge an Daten senden zu können, benötigt es die maximale Bandbreite von 30 Gigahertz. Dieses Frequenzband wird auch als „Super High Frequency“-Band bezeichnet und wird für Radar und Satellitenrundfunk verwendet. Wie beim Radio müsste dann ein verschlüsselter Code von einer Antenne zur nächsten gesendet und dort wiederum entschlüsselt werden.

Reisedauer: 4,8 Billionen Jahre

Nimmt man nun die schnellste uns bekannte Geschwindigkeit, die Lichtgeschwindigkeit von beinahe 1,1 Milliarde km/h, bräuchte die komplette Datenmenge für den Transport schlappe 4.850.000.000.000 Jahre. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Hätte man zur Zeit des Urknalls einen Menschen gebeamt, würde dieser trotzdem erst in knapp 5 Billionen Jahren ankommen! Selbst wenn man die Frequenz erhöhen könnte, um die Reisedauer auf wenige Tausend Jahre zu verringern, wären die Energievorkommen unserer Erde innerhalb weniger Sekunden verbraucht.

In einer Folge von „Sci Xpert Leschs Universum“ erklärt auch der Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch von der Universität München, warum das Beamen Science Fiction bleibt und wir uns weiterhin mit Verkehrsstaus und Langzeitflügen zufrieden geben müssen:

Die wissenschaftlichen Ergebnisse lassen den berühmten Satz „Beam me up, Scotty“ also als reinen Zukunftstraum und geniale Science-Fiction-Idee verblassen. Die gewaltigen Informationsmengen und die benötigte Energie würde eine revolutionäre Technologie erfordern, die die Menschheit bisher nicht bewältigen kann.

24 Stunden reine Flugzeit nach Fidschi klingen nun vergleichsweise komfortabel? Dann erfahren Sie hier mehr über das Reiseziel!

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