Fast 30.000 Passagiere betroffen

Warnstreiks an den Airports Stuttgart & Hamburg

An diesem Freitag streikt das Sicherheitspersonal an den Flughäfen in Stuttgart und Hamburg. Fast 30.000 Passagiere sind betroffen.

Flugreisende in Hamburg und Stuttgart müssen sich kurz vor dem Wochenende mal wieder auf längere Wartezeiten am Flughafen einstellen: Mit Beginn der Frühschicht um 3 Uhr morgens rief die Gewerkschaft Verdi erneut die Beschäftigten der Sicherheitsdienste am Stuttgarter Flughafen zum Warnstreik auf – betroffen sind die Bediensteten der Personal-, Passagier- und Frachtkontrollen. Bis 14 Uhr soll der Streik noch andauern. Rund 60 Abflüge und 6000 Passagiere seien betroffen, schreibt unter anderem „Stern.de“.

Um 6 Uhr morgens meldete der Stuttgarter Flughafen, dass lediglich in Terminal 1 alle verfügbaren Spuren durch arbeitswillige Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes besetzt seien. „Passagieren wird empfohlen, mehr Zeit einzuplanen und sich bereits vor der Anreise zum Flughafen direkt über den aktuellen Stand ihres Fluges zu informieren“, schreibt der Airport Stuttgart auf seiner Seite.

Laut Verdi seien die unbefriedigenden Tarifverhandlungen für die rund 19.000 Beschäftigten im Wach- und Sicherheitsgewerbe dafür verantwortlich, die bisher zu keinem Ergebnis geführt hätten. Eva Schmidt, Verdi-Verhandlungsführerin in Stuttgart, sagt: „Rund um die Uhr so freundlich wie möglich die von Kontrollen häufig genervten Passagiere zu bedienen und dabei nie Fehler machen dürfen, das ist ein echter Knochenjob. Dafür fordern wir eine halbwegs angemessene Bezahlung.“

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Informationen zum Warnstreik am Stuttgarter Flughafen erhalten Reisende auch bei Twitter.

Auch in Hamburg legen zwischen 11 und 16 Uhr etwa 8000 Beschäftigte des Sicherheitsgewerbes, darunter 900 Mitarbeiter am Flughafen, ihre Arbeit nieder. Laut Hamburger Flughafen könne es dadurch am Freitag zu deutlichen Verzögerungen bei den Sicherheitskontrollen kommen. Eine schnellere Abfertigung bei der sogenannten Fast Lane sei mangels Kapazität nicht möglich. 53 von insgesamt 194 Abflügen sowie 20.000 abfliegende Passagiere sind in der Zeit vom Warnstreik betroffen.

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Auch in Hamburg verlangt die Gewerkschaft für die Luftsicherheitsassistenten 15 Euro pro Stunde sowie neue Entgeltstufen. „Wir brauchen in Hamburg Großstadtlöhne, damit die Kollegen ihre Miete ohne Wohngeldzuschuss zahlen können“, bekräftigt Verhandlungsführer Peter Bremme die Lohnforderungen in einer Pressemitteilung, „denn Sicherheit ist ein hohes Gut, das hat seinen Preis!“

In Hamburg können sich Betroffene bei Fragen zu Verspätungen, Ausfällen und Umbuchungen direkt an die Hotlines der entsprechenden Fluggesellschaften wenden – hier finden Sie die Übersicht.


Sie sind vom Streik betroffen? So sehen Ihre Rechte aus:

Eine Airline kann nicht für einen Streik des Sicherheitspersonals am Flughafen verantwortlich gemacht werden. Sie hat nämlich keine Möglichkeit, die nötigen Kontrollen mit eigenem Personal durchzuführen. Das entschied das Amtsgericht Hamburg (Az.: 36a C 462/13). Auf das Urteil weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ hin.

In dem verhandelten Fall wollte ein Paar um 6.30 Uhr von Hamburg nach Nürnberg und von dort weiter nach Hurghada am Roten Meer fliegen. Wegen eines am Vortag angekündigten Streiks des Sicherheitspersonals standen die beiden von 4 bis 8 Uhr in der Warteschlange vor der Kontrolle und verpassten ihren Flieger, der mit 1 Stunde und 20 Minuten Verspätung in Nürnberg landete. Das Paar flog daraufhin über Frankfurt nach Ägypten. Der verantwortliche Reiseveranstalter überwies eine Gutschrift wegen entgangener Urlaubsfreuden. Die Klägerin jedoch verlangte den vollen Preis der Ersatzflüge und eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht wegen der verzögerten Reise.

Das Gericht wies die Klage ab. Der Flug sei weder annulliert worden, noch habe eine Verspätung vorgelegen, die eine Ausgleichszahlung rechtfertigen würde. Von einer absichtlichen Nichtbeförderung könne auch keine Rede sein, da das Paar nicht am Flugsteig eintraf, sondern lediglich bei der Sicherheitskontrolle. Diese wird durch eine private Firma im Auftrag der Bundespolizei durchgeführt. Weder der Flughafen noch einzelne Airlines hätten Einfluss auf die Abläufe.

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