12 Urlauber-Typen

Wie man sich auf jeden Fall als Touri outet

Es gibt Reisende, die wollen im Urlaub, vor allem bei Städtetrips, ganz in ihre Umgebung eintauchen, auftreten wie ein echter „Local“, sich dem „Flow“ des Ortes hingeben. Doch spätestens, wenn sie in Berlin von einem Aggro-Radfahrer mit einem „Hey, weg daaaaa!!!“ vom Radweg gebrüllt und geklingelt werden, merken sie: Ich wurde (mal wieder) als Tourist entlarvt. Tja, es gibt sie eben, die typischen Touristen – TRAVELBOOK nennt 12 Typen.

Nuno Alves Von Nuno Alves

Am Strand von Mallorca stellt sich gar nicht erst die Frage, ob dort jemand als Tourist unterwegs ist oder ein „Einheimischer“ ist. Letzteres wird eher die Ausnahme bleiben, schließlich ist Malle eben genau das: eine Urlaubsinsel. Doch in London, Paris, New York, Berlin, München usw., eben in den Metropolen dieser Welt, da findet der Urlaub mancher parallel zum Alltag der meisten statt. Und jeder, der in der jeweiligen City lebt, erkennt ihn sofort: den „Touri“. Was ihn entlarvt? Mal Kleinigkeiten, mal Verhaltensweisen, mal das Gesamtpaket. Zwölf Typen, die man sofort als Touristen erkennt.

Der Hordenläufer

Erst laufen fünf bis sieben über die Straße, dann folgen nochmals vier, am Ende hetzen zwei weitere hinterher. Ja, nicht nur die Gruppe selbst, auch ihre Dynamik verrät schnell: Hier sind Touristen unterwegs. Vorne: der (oder die) Chef-Touri(s) mit dem Plan. Dahinter: die Mitläufer-Touris, die nicht wissen, wohin's geht und wie man zurück ins Hotel kommt. Gut, dass der Chef einen Schirm dabei hat.

Der Radweg-Blockierer

„Och, das ist ja schön, dass hier alles frei ist“, denkt sich so mancher Berlin-Besucher und spaziert, nach links und rechts guckend, oder steht, gern nach oben schauend, mitten auf dem Radweg. Die „Ich hab' Platz“-Idylle ist schnell kaputt, wenn er den auf sich zufahrenden Radler erblickt. Und der, gestresst von Job, Leben, Berlin sowie Touris, und sich unverwundbar fühlend dank Helm, Hornbrille und Treckingbike-Ausstattung, denkt nicht dran zu bremsen, sondern schreit, klingelt, schimpft. Folge: Ein zu Tode erschreckter Urlauber schleicht sich kreidebleich zurück auf den wirklichen Gehweg. Ja, auch dieser Schreck, ins Gesicht eingebrannt, entlarvt den Touri als solchen.

Der Rotköpfige a.k.a. der Sauftourist

Es gibt sie in „laut“ oder „still“, aktiv durch die Stadt streifend oder radelnd (Bierbike!) oder passiv am Café-/Restaurant-/Kneipentisch sitzend und bräsig das Stadtgeschehen beobachtend: die Touristen, für die eine Reise nur ab mindestens 0,5 Promille (konstant aufrechterhalten) ein „echt entspannender Urlaub“ war. Meist gut erkennbar am hochroten Kopf – oder am „JÖÖÖÖ, EYYYY, Arrarrrgghaaa, Jöööö!“ Letzteres deutet entweder auf eine voll aufgeblühte Pubertät oder Engländer hin.

Der Schlenderer

In New York gleicht das Gehen schon fast dem Laufen, ebenso in London und anderen Weltstädten, wo das „Zeit ist Geld“-Gefühl, so abgedroschen es klingt, den Alltag bestimmt. Und wenn fast alle hetzen und sich sputen, dann stechen die natürlich hervor, die entschleunigt durch die City schlendern und an engen Durch-, Ein- und Ausgängen für Rückstau sorgen. Klarer Fall: „Ist nicht von hier, is' 'n' Tourist.“

Der Fahrkartenautomaten-Forscher

Sie heißen ja auch überall anders: Metro, Underground, U-Bahn, Elétrico, T-Bana. Und jeder Fahrtkartenautomat für den öffentlichen Nahverkehr gleicht einem undurchschaubaren Betriebssystem aus prä-digitalen Zeiten. Für Touristen, die gleich ein ganzes Wochenticket mit Rabatten für den Pfennig-Store, Madame Tussauds und Burgerking wollen, ein an Komplexität kaum zu überbietendes Problem, das wertvolle Urlaubszeit kostet. Es wird gerätselt, gedrückt, geflucht, fragend um sich geschaut. Minutenlang. Eine Schlange aus genervten Einheimischen bildet sich. Dann erbarmt sich endlich einer – und hilft, zieht den Touris irgendwelche Karten. Die lächeln, bedanken sich und tuscheln: „Die sind sooo nett hier.“

Das Outdoor-Klamotten-Model

Im Urlaub muss die Kleidung bequem sein, unauffällig, funktional, wasserundurchlässig, nach dem Zwiebelprinzip aus- und anziehbar, robust, leicht. Folge: Obwohl in Madrid oder Paris nur schwer ein 4000 Meter hoher Berg oder schwer zu begehendes Gelände zu finden sind, laufen einige Besucher so rum, als seien sie mitten in der Wildnis Alaskas angekommen. Erkennbar am Jack-Wolfskin-Tätzchen oder dem The-North-Face-Logo auf dem Jäckchen – und wenn dann noch zwei identische Jacken an der U-Bahn-Rolltreppe vor einem stehen, dann weiß man: Hierbei handelt es sich um den...

...Partnerlook-Typ

Ja, im Urlaub besinnen sich einige Paare auf ihre Gemeinsamkeiten, aber leider nur bei der Klamottenwahl. Von der Jacke bis zum Gürteltäschchen über den Regenschirm bis hin zum festen Outdoor-Schuhwerk muss alles aufeinander abgestimmt sein. Sein eigenes Ich erkennt man unter den Massen an vorbeiströmenden Einheimischen und Touri-Konkurrenten schließlich schneller wieder.

Der Sandalen-Socken-Kombinierer

Und wenn wir schon bei Schuhen sind, darf der Klassiker nicht fehlen: Sandalen und Socken. Besonders bei mitteleuropäischen männlichen Touristen beliebt, scheint die Kombination für viele der Inbegriff von Urlaub, ebenso wie die dazu (eher nicht) passende kurze Hose. Also nicht wundern, wenn Sie mit diesem Look von jungen Frauen in Barcelona lächelnde Gesichter ernten, aber geben Sie sich nicht dem Irrglauben hin, es handle sich um  Flirtversuche.

Der Hutträger

Monatelang bleibt das Haupt frei von jeglicher Bedeckung, Sonnenschein und Regen zum Trotz. Kaum ist der erste Urlaubstag da, schmückt ein Strohhut, Cappy oder Anglermützchen den Kopf. Meist als Sonnenschutz (auch im November in Stockholm) oder als lässiges „Ich bin gerade nicht auf Arbeit und kleide mich, wie ich will“-Accessoire.

Der Taubenfütterer

TAUBEN BITTE NICHT FÜTTERN! Sie verdrängen süße Singvögel, beschmutzen Sehenswürdigkeiten, Dächer, Balkone, übertragen Krankheiten. Wer in Buenos Aires, Venedig oder Lissabon lebt, hat einen gesunden Hass auf die Tiere. Und abgesehen von eigentümlichen älteren Frauen, füttern nur Touris diese Tiere. 

Der Alles-Fotografierer

Eiffelturm aus dem Flieger, Eiffelturm aus der Métro, von unten, von oben, als Selfie-Hintergrund, in der Glasscheibe des Cafés. Die Top-Sehenswürdigkeit muss auf dem 64-Gigabyte-Speicher in allen Varianten drauf sein. Ebenso das so unglaublich pariserisch aussehende Kätzchen, die Treppe, das so anders wirkende „M“ im Graffiti, die Museumskarte, der Hotelkugelschreiber, der Pflasterstein, das in die Pfütze geflogene „Pain au chocolat“. Und alles gleich doppelt, auf der Profi-Digitalkamera und dem Smartphone (zum Facebooken übers Hotel-WLAN). Alles-festhalten-wollen-Modus = Urlaubsmodus.

Der U-Bahn-Sonnenschein

8.34 Uhr, Rushhour in der U-Bahn, draußen regnet es. Eingequetscht, den Arbeitstag vor und die Müdigkeit in den Augen, den Blick ins Leere oder aufs Smartphone gerichtet – wer hier lächelt, muss nicht zur Arbeit und ist offenbar freiwillig früh aufgestanden. Klarer Fall: nicht von hier. Unbeirrt davon, dass die gute Laune keinen ansteckt, lächeln diese Touris munter weiter, analysieren den City-Guide (gedruckt oder als App) und haben zuweilen auch diesen subtilen fiesen Blick, der besagt: „Ätsch, ihr müsst jetzt arbeiten und ich hab Uuuuuurlaub.“

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