Airbus A320neo soll noch dieses Jahr geliefert werden

Lufthansa gewinnt Wettstreit um neuen Superflieger

Ökologischer, leiser, moderner: Lufthansa bekommt noch in diesem Jahr das neueste Flugzeug von Airbus ausgeliefert: den A320neo. Dass die deutsche Fluglinie als erste weltweit ihre Flotte mit dem Superflieger aufrüsten kann, war eigentlich so nicht geplant. Eine Golfairline sollte ihn vorher bekommen. TRAVELBOOK verrät, was hinter dem Wettstreit der Fluggesellschaften steckt – und erklärt, was der A320neo kann und auf welcher Strecke er bald eingesetzt wird.

FriederikeKoenig.jpg Von Friederike Koenig

Er soll das fortschrittlichste Kurz- und Mittelstreckenflugzeug werden, das Airbus derzeit zu bieten hat: der A320neo. Eine Art Superflieger, der dank eines neuen Triebwerks gegenüber den anderen Modellen aus der A320-Familie leiser ist und weniger Sprit verbraucht. Das „neo“ steht dabei  für „new engine option“.

Lufthansa kriegt den ersten

Wie immer bei großen Neuankündigen gab es auch um diesen Flieger eine Art Wettstreit darum, welche Airline ihn als erstes bekommt. Nun ist die Antwort klar: Lufthansa. Das haben auf Anfrage von TRAVELBOOK die deutsche Airline selbst wie auch der Flugzeughersteller Airbus bestätigt. Wie Lufthansa-Sprecherin Anja Lindenstein sagt, wird der erste A320neo von Airbus voraussichtlich am 22. Dezember geliefert – also noch in diesem Jahr.

Ab wann genau er eingesetzt wird, steht allerdings noch nicht fest. „Nach der Auslieferung müssen die Flugzeuge bei den Behörden angemeldet werden, eventuell werden auch noch mal Airline-spezifische Arbeiten vorgenommen. Das kann in der Regel ein paar Tage dauern, und dann kann der A320neo eingesetzt werden“, sagt Lindenstein. Wo er fliegen wird, ist hingegen schon klar: „Das erste Flugzeug fliegt auf den innerdeutschen Strecken Frankfurt-München und Frankfurt-Hamburg“, so die Lufthansa-Sprecherin.

Im Gegensatz zu anderen Superfliegern wie dem A380 wird der Flugzeugtyp aber nicht in der Buchungsübersicht angezeigt. Wer also explizit mit diesem Flugzeug fliegen will, muss schlichtweg Glück haben, genau diesen zu erwischen.

Wann der erste Super-Flieger in den Flugplan aufgenommen wird, steht noch nicht fest. Einige Testflüge hat er aber schon hinter sich

Foto: Airbus/ALEXANDRE DOUMENJOU

Dass Lufthansa den zuweilen als Öko-Flieger bezeichneten A320neo als erste Airline erhält, war – zumindest öffentlich – bis zuletzt nicht klar. Denn wie das Online-Magazin „Aerotelegraph“ berichtet, „hätte Qatar Airways das neue Kurz- und Mittelstreckenflugzeug als erste Fluggesellschaft in Empfang nehmen sollen“. Mit Bezug auf einen Bericht des Fachmagazins „Aeroweek“ soll die Golfairline allerdings mit der Leistung der Triebwerke nicht zufrieden gewesen sein und um entsprechende Anpassungen gebeten haben. Laut „Aerotelegraph“ soll dies noch Zeit in Anspruch nehmen, weshalb nun Lufthansa sich damit rühmen kann, den modernen A320neo als erstes in der Flotte integrieren zu dürfen- Lufthansa selbst will nicht von einem Wettstreit sprechen. Auf Anfrage heißt es nur, dass „es so gekommen ist“. Qatar Airways wollte sich auf Anfrage dazu offiziell nicht äußern.

Allerdings ist es für Airlines oft eine Art Statussymbol, neue Flugzeuge vor den anderen zu bekommen. Neben Lufthansa und Qatar Airways haben laut Airbus bisher mehr als 80 Fluggesellschaften die A320neo bestellt und mehr als 4400 Flugzeuge in Auftrag gegeben.

Das kann der neue SuperFlieger

Schon im Dezember 2010 wurden die neo-Modelle A319, A320 und A321 eingeführt – erst fünf Jahre später beginnen nun die ersten Auslieferungen. Das Besondere an den Fliegern mit nur einem Mittelgang (Single Aisle) sind die weiterentwickelten Flügelspitzen. Durch diese Ausrüstung sollen die Flieger laut Airbus „vom ersten Tag an 15 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen“.

Dank weiterentwickelter Flugzeugspitzen soll der A320neo Sprit sparen

Foto: Airbus/Master Films

In den nächsten Jahren soll es weitere Änderungen in der Kabine geben, sodass die Airline die Anzahl der Sitzplätze erhöhen kann. Der Komfort der Passagiere soll dabei nicht sonderlich eingeschränkt werden, heißt es. Möglich soll das sein, indem man Bordtoiletten und Bordküche platzsparend einbaut und auch die Türen anders anordnet.

Durch die neue Triebwerk-Technologie ist das Flugzeug außerdem leiser, wie Lufthansa-Sprecherin Anja Lindenstein erklärt. „Das ist für den Passagier natürlich angenehm.“

Auch interessant: A350 – So reist man in einem der modernsten Flugzeuge der Welt

Hier kostenlos bei TRAVELBOOK Escapes anmelden und bis zu 70 Prozent beim Urlaub sparen.