Brauche ich im Urlaub ein Rundum-Sorglos-Paket?

Für wen sich All-inclusive lohnt – und wer besser darauf verzichtet

All-inclusive gehört zu den entspanntesten Arten, seinen Urlaub zu verbringen. Statt viel zu überlegen, welche Leistungen man zusätzlich braucht, klickt man auf „buchen“ und muss sich um fast nichts mehr kümmern. Für alles ist dann gesorgt – von der Hotelübernachtung über sämtliche Mahlzeiten und Getränke bis hin zur Teilnahme an Sportprogrammen. Aber ist All-inclusive überhaupt für jeden etwas? Oder sollte man doch lieber nur Halbpension buchen? Was lohnt sich mehr?

Von Elisa Eisenlauer

Mittagessen, Getränke im Restaurant, Drinks an der Bar, Kaffee und Kuchen am Nachmittag, eine Art Mitternachts-Snack sowie verschiedene Kurse oder die Nutzung des Wellness-Bereichs: Im Vergleich zum normalen Pauschalurlaub sind beim All-inclusive-Urlaub meist alle ansonsten kostenpflichtigen Aktivitäten oder Dienstleistungen im Endpreis enthalten. Entscheidet man sich hingegen bei der Verpflegung für Halbpension, sind meist nur Frühstück und Abendessen inklusive, bei Vollpension zusätzlich noch das Mittagessen. Getränke, egal ob alkoholfrei oder nicht, kosten mittags und abends dann oft extra.

Was ist wirklich günstiger?

Eigentlich, so müsste man meinen, sollte ein Urlaub mit Rundum-Sorglos-Paket deutlich teurer sein als die Variante nur mit Halbpension. Aber ein Preisvergleich für eine Woche Urlaub Ende März während der Osterferien auf der Kanareninsel Gran Canaria zeigt: In einem gut bewerteten 4-Sterne-Hotel zahlt man mit All-inclusive-Verpflegung nicht unbedingt mehr. Die Preise bewegen sich in etwa auf demselben Niveau: im Schnitt zwischen 450 und 700 Euro (Stand: Mitte Januar 2016). Wenn man allerdings bedenkt, dass bei der Halbpension noch Getränke sowie Snacks oder – je nach Hunger – sogar noch tägliches Mittagessen zusätzlich zu bezahlen sind, ist die All-inclusive-Variante preislich deutlich vorteilhafter.

Drinks sind im All-inclusive-Urlaub überall verfügbar – meistens auch am Hotel-Strand

Foto: dpa Picture Alliance

Für wen ist All-Inclusive das richtige?

Abgesehen vom Preis spielen für die Entscheidung, ob man einen All-inclusive-Urlaub bucht, auch noch andere Faktoren eine Rolle. Für folgende Urlaubstypen ist All-inc sicher eine gute Wahl:

  • Für Faulenzer. Wer sich in seinem Urlaub definitiv nicht weit vom Hotel wegbewegen und den ganzen Urlaub lang gerne am Strand oder am Pool liegen möchte, ist mit All-inclusive definitiv gut bedient. Zudem muss man sich um nichts selbst kümmern, noch nicht mal um die Frage, in welches Restaurant es am Abend gehen soll.
  • Für Menschen, deren Alltag von viel Stress geprägt ist. Im All-inclusive-Urlaub kann man bestens entspannen und sich umsorgen lassen.
  • Für Familien mit kleineren Kindern. Es gibt in fast allen Resorts eine spezielle Kinderbetreuung und Animationsprogramme. Auch das Essen vom Buffet ist für Kinder praktisch und abwechslungsreich.
  • Für Sportskanonen. Fast rund um die Uhr gibt es in All-inclusive-Hotels Sportkurse für jeden Geschmack, zum Beispiel Tauch-, Schwimm-, oder Surfkurse.
  • Für Partypeople: Alkoholische Getränke rund um die Uhr, Animationsprogramme, Diskos, Bars – in den meisten All-inc-Hotels gibt es fast rund um die Uhr die Möglichkeit zu feiern.
  • Für ältere Reisende. Wer nicht mehr so gut zu Fuß ist, findet im All-inclusive-Hotel alles nah beieinander, selbst Shopping-Gelegenheiten findet man oftmals auf dem Resort-Gelände. Zudem gibt es häufig speziell auf Senioren ausgerichtete Sportkurse, etwa Aquagymnastik oder Walking.

Wer den ganzen Tag im Pool oder am Strand abhängt, ist mit einem All-inclusive-Urlaub gut beraten

Foto: dpa Picture Alliance

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Wer besser die Finger von All-Inclusive lässt

  • Kulturinteressierte: Wer Land und Leute kennenlernen möchte und viele Ausflüge unternimmt, sollte besser nur ein – oder gerade wenn man auch andere Regionen entdecken möchte – mehrere Hotels mit Übernachtung und Frühstück oder maximal Halbpension buchen. Man würde all die Zusatzleistungen, die All-inclusive-Resorts bieten, ohnehin nicht nutzen. Zudem liegen solche Resorts oftmals in reinen Touristengegenden, die mitunter wenig von der jeweiligen Kultur der Region oder des Landes zeigen.
  • Abnehmwillige. Man muss sich schon sehr zusammenreißen, um am Frühstücks- Mittags- und Abendbuffet eines All-inclusive-Hotels nicht wesentlich mehr zu essen (und zu trinken), als man eigentlich sollte – schließlich hat man dafür bezahlt, und meist ist die Auswahl an Speisen und Getränken so riesig, dass man am liebsten alles probieren möchte. Lesen Sie hierzu auch: Mit diesen 17 Tricks nehmen Sie im Urlaub garantiert nicht zu.
  • Verliebte Paare: Als (frisch) verliebtes Paar will man gerne viel Zeit zu zweit verbringen, turteln, knutschen und mehr. Aber: Im All-inclusive-Resort ist man eigentlich NIE allein. Es sei denn, man verbringt die meiste Zeit im Hotelzimmer oder fernab des Resort-Strandes. In beiden Fällen wäre ein Urlaub außerhalb eines  All-inclusive-Hotels wahrscheinlich romantischer. Und ein gemütliches Candle-Light-Dinner im rappelvollen Restaurant ist wohl auch kaum möglich.
  • Ruhesuchende: Wer gerne seine Ruhe hat und nicht ständig von (fremden) Menschen umgeben sein möchte, ist im All-inclusive-Resorts ebenfalls falsch. Überall läuft Musik, wird getanzt und gesportelt, und meistens trifft man in diesen Resorts auch viele Familien mit Kindern. Ganz davon abgesehen, dass die Pool-Party mit dem schrillen Geschrei der Animateure oft bis nach 23 Uhr zu hören ist.

Pärchen oder Ruhesuchende sollten sich eher für eine ruhigere Hotelanlage oder eine Ferienwohnung entscheiden

Foto: Getty Images

Fazit

Vor der Buchung des Urlaubs sollte man ganz genau überlegen, ob es wirklich All-inclusive sein muss. Wer in ein anderes Land fährt, nur um das schöne Wetter und den Strand zu genießen, ist mit der Rundum-Sorglos-Verpflegung sicherlich gut beraten. Wenn man aber auch etwas von der Landschaft, Kultur und Geschichte eines Landes kennenlernen möchte und womöglich eh nur Frühstück und Abendessen im Hotel zu sich nimmt, bucht man besser kein All-inclusive. Zudem sollte man sich immer fragen, ob man mit dem Trubel, der in solchen Resorts herrscht, klarkommt – oder man generell lieber seine Ruhe hat.

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