Armlehnen verteidigen, Bett basteln, einparfümieren

So übersteht man den Flug auf dem ungeliebten Mittelsitz

Der unbeliebteste Platz im Flieger ist der Mittelsitz. Hier ist man eingequetscht – oft auch noch zwischen Fremden, kann weder die Beine ausstrecken, noch aus dem Fenster schauen. Damit Sie den Albtraum „Mittelsitz“ überstehen, hat TRAVELBOOK mit einem Augenzwinkern zwölf Tipps zusammen gestellt.

Der lang ersehnte Urlaub steht an, und dann das: Die Dame am Check-in-Schalter hat Ihnen einen Mittelsitz zugewiesen. Und während Sie sich noch darüber ärgern, nicht schon am Vorabend eingecheckt zu haben und damit sicher einen besseren Platz ergattert zu haben, beginnt das Bording. Und damit das erste Problem: Sie kommen an Ihrer Sitzreihe an, der Platz im Gang ist schon besetzt. Sie müssen den Passagier also bitten, aufzustehen. Kurz darauf werden wiederum Sie gebeten, Platz zu machen – der Herr mit dem Fensterplatz möchte zu seinem Sitz.

Als der Flieger startet, wollen Sie ein Schläfchen halten. Doch wohin mit dem Kopf? Ach, da fällt ihnen ein: Besser vor dem Nickerchen noch einmal zur Toilette gehen. Aber halt, dann müssten Sie ja schon wieder den Herrn im Gang fragen, ob er aufstehen kann. Sie sehen: Die Situation ist aussichtslos.

Selbst wenn der Knigge in solchen Momenten empfiehlt, sich höflich mit den Mitfliegern zu arrangieren: Manchmal muss man einfach härter durchgreifen.

Hier unsere besten – aber nicht immer ganz ernst gemeinten – Tipps, mit denen Sie die Zeit im Mittelsitz überstehen:

1. Fragen Sie nach einem alternativen Platz. Denn bevor Sie sich über den Mittelsitz aufregen oder sogar Stunden darin ausharren, fragen Sie einen Flugbegleiter an Bord, ob es im Flieger einen freien Platz gibt, der nicht in der Mitte liegt. Sollte es diesen nicht geben, beherzigen Sie die Tipps 2 bis 12.

2. Verteidigen Sie die Armlehnen. Und zwar von Anfang an. Sobald Sie sitzen, besetzen Sie die Lehnen links und rechts von Ihnen, sodass ihre Sitznachbarn gar nicht erst die Möglichkeit haben, Ihnen noch mehr Platz wegzunehmen. Sollten Sie ein leichtes Drücken Ihres Sitznachbarn verspüren, der Schritt für Schritt versucht, Ihren Arm wegzuschieben: Geben Sie nicht auf! Nur ein kurzer unaufmerksamer Moment, und Sie haben den Kampf um die Armlehne verloren.

3. Verstauen Sie das Wichtigste vor Ihnen im Sitz. Buch, Handy, Kaugummi, Desinfektionstücher: Packen Sie alles, was Sie während des Fluges brauchen könnten, in die Tasche vor Ihnen. So vermeiden Sie, Ihren Sitznachbarn ständig fragen zu müssen, ob er für Sie aufsteht.

4. Gehen Sie rechtzeitig zur Toilette. Der Kopf Ihres Sitznachbarn am Gang fällt immer wieder zur Seite? Das ist ein Zeichen dafür, dass er gleich einschläft. Nutzen Sie die Gelegenheit, noch einmal zur Toilette zu gehen. Schläft er erstmal, wird es peinlich, ihn aufzuwecken.

Jetzt ist es zu spät, um noch aufzustehen

Foto: Getty Images

5. Freunden Sie sich mit Ihren Sitznachbarn an. Nur so hält man einen Langstreckenflug im Mittelsitz aus. Als Gesprächseinstieg empfiehlt sich immer das Reiseziel oder alternativ das Wetter. Aber Achtung: Nur weil Ihnen Ihr Sitznachbar plötzlich sympathisch ist, müssen Sie noch lange nicht die Armlehne teilen (siehe Tipp 2).

6. Schmeißen Sie eine Runde Drinks. Sie wollen auch mal die Beine ausstrecken oder aus dem Fenster schauen? Dann sorgen Sie dafür, dass Ihre Sitznachbarn öfter mal aufstehen. Das klappt am besten, in dem Sie sie mit kohlensäurehaltigen Getränken abfüllen, damit sie dementsprechend oft auf Toilette müssen. Einziger Nachteil: Wenn der Herr am Fenster raus will, müssen auch Sie aufstehen. Profi-Mittelsitzer füllen also nur Ihren Gang-Nachbarn ab.

7. Tragen Sie lockere Kleidung. Der Mittelsitz ist eng, also machen Sie es sich so gemütlich wie möglich und achten Sie schon bei der Kleiderwahl auf einen legeren Look. Heißt: Jogginghose statt hautenger Jeans, Sneakers statt Highheels und T-Shirt statt Hemd oder Bluse.

8. Basteln Sie sich ein provisorisches Bett. Sollte das mit der Spontan-Freundschaft nicht geklappt haben und Sie haben keine Schulter zum Anlehnen, müssen Sie erfinderisch werden: Wickeln Sie einen Schal um Ihre Kopfstütze, sowie um die Ihres Vordersitzes. Sollte Ihr Kopf beim Schlafen nun zur Seite kippen, fängt Sie der Schal sanft auf. Das ganze gibt es übrigens auch schon in professionell: Zwei Designer aus Israel haben eine elastische Gardine entworfen, „B-Tourist“, die Sie gegen Nachbarn abschirmt.

Einfach das Gadget namens „B-Tourist“ um die Lehne des eigenen Sitzes und die des Vordersitzes schlingen – schon ist man für sich

Foto: Noyberg & Bulka

9. Vermeiden Sie Kaffee und Energy-Getränke. Sonst können Sie nie einschlafen. Und ohne Schlaf gibt es bekanntlich kein Überleben auf dem Mittelsitz.

10. Parfümieren Sie sich – stark. So rücken Ihre Nachbarn sicher ein Stück von Ihnen ab und Sie haben extra Platz. Alternativ funktioniert auch das Gegenteil: nicht duschen, kein Deo benutzen – und dementsprechend müffeln.

11. Bestechen Sie andere Passagiere. Sie haben Ihre Tüte Chips noch nicht angerührt oder mögen Ihren Nachtisch nicht? Wetten, dass mindestens ein Passagier im Flieger nach dem Bord-Essen noch hungrig ist? Das ist Ihre Chance. Versuchen Sie, die Tüte Chips und den Nachtisch gegen den Platz im Mittelsitz zu tauschen. Bei ganz hungrigen Mitfliegern könnte der Deal klappen.

12. Und wenn das alles nichts hilft: Akzeptieren Sie es einfach. Wahrscheinlich will eh keiner mit Ihnen tauschen. Und einfach aufstehen und gehen können Sie nicht. Das nächste Mal checken Sie einfach am Vorabend ein, oder buchen schon vorab gegen einen Aufpreis einen Sitz am Gang oder am Fenster.

Lesen Sie auch bei TRAVELBOOK: Warum man im Flieger besser nicht am Gang sitzen sollte

TRAVELBOOK Escapes – kostenlos anmelden und bis zu 70 Prozent beim Urlaub sparen.

Travel-Tipps von