Sie verrät mehr, als man denkt

DAS sollten Sie mit Ihrer Bordkarte NIEMALS tun!

Sie gehören zu jenen Urlaubern, die am Flughafen gerne mal die eigene Bordkarte fotografieren und voller Stolz bei Facebook, Instagram oder sonstigen sozialen Netz posten? Das sollte Sie besser nicht mehr tun! Denn damit gewähren Sie womöglich Fremden, die es darauf angelegt haben, Zugriff auf Ihre persönlichsten Daten.

Sucht man bei Instagram nach dem Hashtag #boardingpass, erhält man mehr als 70.000 Ergebnisse. Auf dem Großteil der angezeigten Fotos halten Menschen ihre Bordkarte in die Kamera, auf vielen sind sogar Vor- und Nachname deutlich lesbar. Nur wenige haben sich die Mühe gemacht und zumindest den Namen gepixelt oder wegretuschiert – im Endeffekt aber schützt selbst das die User nicht vor dreisten Datendieben. Genauso wenig sollte man seine Zutrittsberechtigung für den Flieger nach der Reise einfach achtlos liegenlassen oder wegwerfen.

First stop: Hong Kong 🇭🇰✈️

Ein von maddie5218 (@maddie5218) gepostetes Foto am

Der Grund: Zum einen enthalten die Bordkarte sowie der darauf gedruckte 2D-Barcode diverse Informationen über den Passagier und dessen Flugreise, wie Lufthansa-Sprecherin Sandra Kraft auf Nachfrage von TRAVELBOOK erklärt: „Die Codes enthalten alle Flug-bezogenen Daten, die außerdem auch in schriftlicher Form auf die Bordkarte gedruckt sind, wie beispielsweise Buchungscode, Passagiernamen, Datum, Flugnummer, Flugstrecke, Reiseklasse etc.“

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Sensible Daten hinter dem Barcode

Noch sensibler allerdings ist eine weitere auf der Bordkarte enthaltene Information: Sofern man sich für ein Vielfliegerprogramm registriert hat, wird die Nummer des zugehörigen Meilenkontos ebenfalls dort angezeigt. Laut Lufthansa-Sprecherin Kraft wird dieses Prozedere auch für das firmeneigene Bonusprogramm „Miles & More“ angewendet: „Die 16-stellige Kundennummer wird im 2D-Barcode codiert und steht auch auf der Bordkarte.“

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Immerhin stellen einige Airlines die Nummer auf der ausgedruckten Bordkarte noch teilweise verschlüsselt dar. Wie jedoch ein Test des US-Senders „CBS Boston“ gezeigt hat, können sich Fremde mittels einer speziellen Scan-App, wie man sie etwa im iTunes-App- oder Google-Play-Store bekommt, die vollständige Nummer jederzeit aus dem 2D-Barcode fischen. Der vom Sender engagierte Computerexperte Winston Krone hackte sich anschließend in das Meilenkonto einer Freiwilligen – angeblich ohne größere Anstrengungen. Für die Anmeldung sei nur eine einzige Sicherheitsfrage gestellt worden. „Wir mussten nur ihre Lieblingssportmannschaft erraten“, sagt Krone dem Sender.

Zugriff auf sämtliche persönliche Daten

Solche oder ähnliche Infos lassen sich zum Beispiel leicht in sozialen Netzwerken herausfinden. Neben den gebuchten Flügen und dem Punktestatus ihrer gesammelten Meilen wurden Krone nach eigenen Angaben auch sämtliche persönliche Daten der Passagierin wie Anschrift, Telefonnummer, Email-Adresse, Geburtsdatum etc. angezeigt. „Damit hätten wir ohne Weiteres versuchen können, uns in ihr Bankkonto zu hacken“, sagte der Computerexperte dem Sender. 

Bei einem ähnlichen Test des US-Journalisten Brian Krebs waren weder ein Passwort noch die Beantwortung einer Sicherheitsfrage notwendig, um Zugriff auf das Meilenkonto eines Passagiers zu bekommen. Die betreffende Airline hatte das Profil des Nutzers offenbar nicht ausreichend geschützt – eine gravierende Sicherheitslücke.

Wer denkt, dass die Daten auf der Bordkarte nach dem Flug ohnehin erlöschen, liegt falsch. Denn der 2D-Barcode oder QR-Code, wie ihn manch andere Airline auf der Bordkarte verwendet, ist auch nach Abschluss der Flugreise noch aktiv. Zwar werde ein Fluggast, wenn er nach dem Scannen des Barcodes der Bordkarte in den Flieger steigt, im IT-System als „geflogen“ registriert, erklärt Lufthansa-Sprecherin Sandra Kraft. „Eine nochmalige Verwendung der Bordkarte für einen Flug oder Ähnlichem ist damit nicht mehr möglich. Allerdings könnten die Daten des Barcodes auch im Nachhinein abgerufen werden.“

Wie kann ich mich schützen?

Zum einen sollte man sein Meilenkonto wie auch jedes andere Konto im Netz, das sensible Daten enthält, mit einem starken Passwort ausreichend schützen. Die Sicherheitsfrage sollte man so wählen und beantworten, dass kein Fremder die Antwort leicht herausfinden kann, etwa in sozialen Netzwerken. Vor allem aber sollte man weder Fotos von seiner Bordkarte im Internet posten, noch den Kontrollabschnitt nach dem Flug liegenlassen oder einfach so in den Mülleimer werfen. Lufthansa-Sprecherin Kraft zu TRAVELBOOK: „Wir empfehlen, mit der Bordkarte wie mit allen persönlichen Dokumenten (z. B. Ausweis, Bankauszug etc.) sensibel umzugehen. Diese Reisedokumente sind bares Geld wert und sollten der besonderen Aufmerksamkeit unterliegen.“

Wer die Bordkarte nicht aufheben will, sollte sie bestenfalls zerschreddern oder zumindest den Teil mit dem Barcode in kleine Stücke reißen.

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