Dehoga-Untersuchung

8 Prozent der Hotels machen FALSCHE Sterne-Angaben

Je mehr Sterne ein Hotel ist, desto besser ist – so die Theorie. Doch wie eine Prüfung ergab, schummeln viele Hoteliers bei der Klassifizierung von Ausstattung und Service. Worauf man als Tourist achten sollte und wie die Hotelsterne vergeben werden.

Hotels sollten durch die Angabe einer Sternezahl nicht mehr versprechen, als sie tatsächlich halten können. Doch nach aktuellen Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) sind die Sterne bei acht Prozent der 3000 überprüften Hotels abgelaufen oder sogar selbst vergeben worden. Außerdem bestätigte der Verband ZDF-Recherchen vom Juli: Von 251 damals enttarnten Hotels hätten auch Wochen später noch 189 unberechtigt mit Hotelsternen geworben.

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Wie kann man sicher gehen, dass Hotelsterne echt sind?

Wie finden Touristen nun heraus, ob ein Haus seine ein bis fünf Sterne, mit denen es wirbt, tatsächlich verdient hat? Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) bietet dazu die Internetseite „hotelsterne.de“ an. Auf ihr können Urlauber schon vor der Reise überprüfen, ob ihr Hotel zu den klassifizierten Betrieben gehört.

Außerdem findet man auf der Webseite eine Liste mit mehr als 270 Kriterien, mit deren Hilfe der Verband bestimmt, wie viele Sterne ein Hotel bekommt. Erfüllt ein Hotel die Anforderungen nicht oder nicht mehr, können Kunden dem Dehoga einen Hinweis geben. Denn: Die Sterne-Klassifizierung durch die Dehoga ist ein geschütztes Markenzeichen und bleibt drei Jahre lang gültig und muss danach erneuert werden.

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Kriterien für Hotels

„Service-Angebote und Ausstattung müssen mit steigender Hotelkategorie immer besser und breiter werden“, erklärt Dehoga-Sprecherin Stefanie Heckel. Zu den Kriterien zählen zum Beispiel die Leselampe am Bett und ein Frühstücksbüfett, ohne die es keine zwei Sterne gibt. Unter anderem ein Telefon auf dem Zimmer wird für drei Sterne gebraucht. 24-Stunden-Rezeptionsservice, Concierge und Bügelservice binnen einer Stunde sind wichtig für fünf Sterne.

„Jedem Sterne-Hotel wird eine Plakette verliehen. Die hängt am Eingang und sollte nicht älter als drei Jahre sein“, sagt Heckel. Meist hänge dazu eine Urkunde an der Rezeption oder in der Lobby.

Nach Angaben des Dehoga waren im Sommer 2016 mehr als 8500 Hotels in Deutschland im Sterne-System eingestuft. Mehr als die Hälfte der Betriebe hat drei Sterne, Ein- und Fünf-Sterne-Hotels sind die kleinsten Gruppen. Rechnet man die 8 Prozent, die bei den Sternen schummeln, auf alle Hotels hoch, dann würden deutschlandweit rund 680 Häuser mit falschen Sterne-Angaben werben.

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Andere Länder, andere Sterne

So geregelt das Klassifizierungssystem in Deutschland auch ist, im Ausland gilt: Wo fünf Sterne drauf stehen, müssen nicht immer fünf Sterne drin sein, denn ein weltweit einheitliches Klassifizierungssystem für Hotels gibt es nicht. Fast jedes Land hat seine eigenen Bewertungskriterien und -gesetze. Und: Nicht überall werden die Sterne nach Ausstattung und Service des Hotels vergeben.

Auf Mallorca und den anderen Baleareninseln etwa wurde die Zahl der Hotelsterne seit den 1960er-Jahren nicht etwa nach der Qualität des Zimmerservice oder des Frühstücksbuffets vergeben, sondern nach der Architektur des Hotels festgelegt. Erst seit 2011 gilt ein neues Gesetz, wonach die angebotenen Serviceleistungen des jeweiligen Hotels stärker berücksichtigt sollen. Endgültig gelten soll es aber erst 2017.

In manchen Ländern, wie zum Beispiel in Südafrika, reicht die offizielle Klassifizierung aber tatsächlich bis zu sechs möglichen Sternen. In der Vergangenheit wurde aber auch schon mit sieben Sternen geworben.

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