6 Fragen & Antworten

Das müssen Sie wissen, wenn Sie Tauchen lernen wollen

Einst hatte das Tauchen mit Atemgerät etwas von einem Extremsport. Mittlerweile trauen sich immer mehr Menschen in die Tiefen – um Wracks hautnah zu erkunden und den Artenreichtum unter Wasser zu bestaunen. Doch wer mit dem Tauchen anfangen will, sollte einiges beachten. Sechs Fragen und Antworten für Anfänger.

1. Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?
Ein alter Taucherspruch geht so: Wer seine Flasche nicht tragen kann, kann auch nicht tauchen. Tatsächlich sollte man fit und körperlich belastbar sein, erklärt Karin Hasmiller, Präsidentin der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM). Außerdem muss der Druckausgleich funktionieren. Auch wer gesund ist, sollte sich unbedingt von einem Arzt auf seine Tauglichkeit untersuchen und sich diese mit einem Attest bescheinigen lassen. In vielen Ländern genügt es zwar, vor dem Tauchen eine Selbstauskunft auszufüllen. Aber manche Tauchbasen oder Safarischiffe verlangen ein Zertifikat.

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2. Wie kann man sich auf einen Kurs vorbereiten?
Wer das Tauchen lernen will, muss sich im Wasser wohlfühlen. Deshalb hilft es, schnorcheln zu gehen und dabei mit angehaltener Luft ein paar Meter abzutauchen. Der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST) rät außerdem zu regelmäßigem Schwimmen, am besten mit Flossen. So bekomme man die Kraft und Kondition, um auch mal gegen eine Strömung tauchen zu können. Tauchlehrer Otmar Schmitz hält einen Schnuppertauchgang mit Pressluftflasche im warmen, klaren Wasser eines Schwimmbads für sinnvoll. Das kostet nicht viel, und Interessierte können schnell feststellen, ob das Tauchen überhaupt etwas für sie ist. Viele Schwimmbäder bieten diese kurzen Schnuppertauchgänge an.

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Tauch-Einsteiger sollten zunächst ohne Atemgerät das Luftanhalten üben

Foto: Getty Images

3. Tauchkurs zu Hause im Verein oder im Urlaub – was ist besser?
Die Ausbildung im Verein sei in der Regel umfassender, sagt Otmar Schmitz. Man habe einfach viel mehr Zeit und Muße zum Lernen und Üben als bei einem Kurs im Urlaub, der oft in drei bis vier Tagen das Wesentliche vermitteln muss. Die meisten Deutschen lernen das Tauchen heute im Urlaub, oft im tropischen Meer, wo man gleich mit bunten Fischen und Korallen belohnt wird. Mehrere Verbände bieten mittlerweile E-Learning an, man kann also zu Hause schon mal die Theorie lernen. Ein anderer Aspekt ist, dass man im Verein die ersten Tauchgänge meist in einem kalten, dunklen See macht. Das stählt, kann aber auch verschrecken. „Und Strömungen wie im Meer lernt man wiederum nicht kennen“, sagt Schmitz.

Unter Wasser erwartet Taucher mitunter eine einzigartige Artenvielfalt

Foto: Getty Images

4. Wie unterscheiden sich die Anfängerkurse der Verbände?
Der Kürzel-Dschungel kann verunsichern: PADI und SSI, VDST, VDTL und CMAS. Aber für welchen Verband auch immer man sich entscheidet, einen großen Fehler macht man nicht. Die Grundlagen lernt man bei allen. „Die Kurse nähern sich immer mehr an“, sagt Otmar Schmitz. Die Verbände erkennen gegenseitig ihre Kurse an.

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5. Wie viel kostet ein Anfängerkurs ungefähr?
In der Regel müsse man mit 350 bis 400 Euro für einen Anfängerkurs rechnen, sagt Schmitz. Bei Kursen im Urlaub spielt das Land eine größere Rolle als der Verband. Ein Kurs auf Tahiti oder in Mosambik beispielsweise ist in der Regel wesentlich teurer als in Indonesien oder Thailand. In vielen Vereinen sei der Kurs im Jahresbeitrag inklusive, erklärt Natascha Schwagerus, Sprecherin des VDST.

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6. Wie erkennt man eine professionelle und seriöse Tauchbasis?
Ganz einfach: im Internet nachschauen und prüfen. „Seriöse Basen sind immer einem großen Verband angeschlossen“, sagt Schmitz. Zwar gab es früher angeblich in Südostasien Tauchschulen, die sich einfach eine selbst gebastelte PADI-Fahne vor die Tür gehängt haben. Auf den Webseiten der Verbände kann man das heute aber leicht prüfen.

Ein weiterer guter Indikator ist die Online-Plattform Taucher.net. „Wer dort in den Keller geschossen wird, den meidet man besser“, sagt Schmitz. Vor Ort sollte man sich vor allem das Equipment anschauen, rät Natascha Schwagerus: „Wenn die Anzüge Löcher haben und die Ventile verrostet sind, lässt man es lieber.“

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