Messer, Scheren, Kosmetika...

Das passiert mit den Gegenständen, die man am Flughafen abgeben muss

Trotz eindeutiger Vorschriften der Airlines passiert es immer wieder, dass Passagiere – in den allermeisten Fällen versehentlich – unerlaubte Gegenstände im Handgepäck mit sich führen. Diese am Security Check abzugeben, ist Pflicht. Aber was passiert eigentlich danach damit? TRAVELBOOK hat bei Deutschlands größtem Flughafen nachgefragt.

Die Regeln der Airlines sind klar: Gegenstände, mit denen man jemanden verletzen könnte, haben im Handgepäck nichts zu suchen. Zudem dürfen Flüssigkeiten jeglicher Art – abgesehen von Babynahrung und Medikamenten – nur in Mengen bis zu 100 Milliliter an Bord gebracht werden, und das auch nur, wenn sie sich in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel befinden. Das gilt auch für Kosmetika, also Cremes, Gels und Shampoos.

Diese seit etwa zehn Jahren geltenden Vorschriften hat wohl jeder längst verinnerlicht, aber manchmal hat man eben doch den ein oder anderen unerlaubten Gegenstand bei sich. Zum Beispiel, weil man zu spät am Flughafen ist und es nicht mehr schafft, den Trolley am Check-in-Schalter aufzugeben, oder weil man schlicht vergessen hat, dass noch ein Feuerzeug oder die Deoflasche in der Handtasche stecken. TRAVELBOOK hat sich bei Deutschlands größtem Flughafen erkundigt, was eigentlich mit all den Dingen passiert, die tagtäglich am Security Check abgegeben werden.

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Alles Unerlaubte muss am Boden bleiben

Für Getränke oder andere Flüssigkeiten stehen oft schon vor dem Eingang zur Sicherheitskontrolle Mülltonnen bereit, in die man diese entsorgen kann. Stellt erst das Sicherheitspersonal beim Durchleuchten des Handgepäcks fest, dass ein Passagier einen unerlaubten Gegenstand bei sich hat, hat er erneut die Möglichkeit, diesen in dort aufgestellten Behältern zu entsorgen, wie Dieter Hulick, ein Sprecher der Fraport AG, erklärt. Alles was darin lande – manchmal sieht man dort etwa auch teure Schweizer Taschenmesser –, werde anschließend vernichtet, erklärt der Sprecher weiter. „Diese Option wird am häufigsten gewählt, da es sich in den meisten Fällen um Flüssigkeiten von geringem Wert in zu großen Behältnissen handelt, also Getränke, Kosmetika etc..“

Schraubenzieher, Feuerzeug, Schere – all diese Dinge sind im Handgepäck tabu

Foto: dpa Picture Alliance

Objekte, die unter unter Umständen gefährlich sein könnten, wie Gasfeuerzeuge, Gaskartuschen, Scheren, Messer und ähnliches, müssen natürlich ebenfalls abgegeben werden und landen in einem separaten Behältnis.

Kann ich mein Eigentum zurückbekommen?

In vielen Fällen, zum Beispiel bei Kosmetika oder einfachen Feuerzeugen, lässt sich der Verlust relativ leicht verkraften. Was aber, wenn ich einen Gegenstand abgeben muss, der einen höheren persönlichen oder materiellen Wert hat? Wie Fraport-Sprecher Dieter Hulick erklärt, hat der Reisende in diesem Fall die Möglichkeit, sein Eigentum zu einem späteren Zeitpunkt wieder abzuholen. „Hierfür erhält der Passagier eine verschließbare Plastiktüte, die am Airport verbleibt, sowie einen Kontrollabschnitt. Nach seiner Rückkehr von der Reise kann er seinen Gegenstand in der Gepäckaufbewahrung des Flughafens gegen eine Gebühr von 4 Euro wieder abholen.“ Alternativ sei die Zusendung an die Heimatadresse möglich, hierfür würden aber 14,50 Euro fällig.

Weil für Gegenstände, die als „dangerous goods“ klassifiziert wurden (Gasfeuerzeuge, Reizgasspray, Gaskartuschen etc.) ein Versandverbot gilt, können diese nach der Rückkehr von der Reise nur direkt abgeholt werden. Drei Monate lang werden sie im Fundbüro im Terminal 1 des Frankfurter Airports aufbewahrt.

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Wann sich die Bundespolizei einschaltet

Stellt ein mitgeführter Gegenstand eine Straftat gegen das Waffengesetz oder das Luftsicherheitsgesetz dar, wird die Bundespolizei eingeschaltet. „Typische Beispiele für solche Gegenstände sind sogenannte Wurfsterne, Reizgas, Jagdmunition, aber auch Einhandmesser mit feststellbarer Klinge“, sagt Michael Moser von der Bundespolizeidirektion Flughafen Frankfurt/Main zu TRAVELBOOK. Insgesamt 61.000 solcher verbotener Gegenstände seien im Jahr 2015 am Frankfurter Airport aufgefunden worden.

Die Bundespolizei stellt in einem solchen Fall zunächst die Personalien des Reisenden fest und befragt ihn. „Eine Befragung findet insofern statt, als dass ihm Gelegenheit gegeben wird, sich zum jeweiligen Tatvorwurf zu äußern“, erklärt Moser. Dies geschehe zumeist in Form einer sogenannten „Kurzanzeige“, um der Person den angestrebten Flug trotzdem zu ermöglichen. „Der Gegenstand selbst wird in der Regel als Beweismittel beschlagnahmt oder amtlich vernichtet.“

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Aufgabegepäck wird auch gecheckt

Wer glaubt, im Koffer könnten problemlos verbotene Gegenstände mitgeführt werden, irrt. „Natürlich wird auch der Inhalt des aufgegebenen Gepäcks durchleuchtet und ggf. entfernt“, sagt Fraport-Sprecher Hulick. Der Passagier merke das erst am Zielort, wenn er einen schriftlichen Hinweis in seinem Koffer vorfinde. Wer in Frankfurt eingecheckt hat, kann den konfiszierten Gegenstand dann ebenfalls im Fundbüro des Flughafens wieder abholen. Gegenstände aus Transitgepäck wandern ins Zolllager.

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