Nach Anschlägen in der Türkei und in Thailand

So reagieren die Reiseveranstalter

Erst in der Türkei, dann in Thailand: Nach mehreren Anschlägen in den beliebten Urlaubsländern reagieren die Veranstalter von Pauschalreisen und Kreuzfahrten auf die veränderte Sicherheitslage. Da werden Reisen gestrichen, beliebte Häfen nicht angelaufen – oder einfach erstmal nur abgewarten. Ein Überblick.

Nach den Anschlägen in der Türkei in der jüngsten Zeit ändern einige Reiseveranstalter ihr Programm. Sie reagieren damit auch auf das Auswärtige Amt, das seine Sicherheitshinweise für das Land vor kurzem verschärft hatte. Ein Überblick über Veranstalter und Kreuzfahrtreedereien:

Gebeco: Alle Termine einer Studienreise ans Schwarze Meer und nach Ostanatolien von der Marke Dr. Tigges werden bis Jahresende abgesagt, teilt der Veranstalter mit. Man kontaktiere die betroffenen Kunden und beobachte die Entwicklung intensiv. Vor wenigen Wochen hatte bereits der Studienreiseanbieter Studiosus Osttürkei-Rundreisen wegen der Sicherheitslage abgesagt.

Tui: Bei Tui werden momentan noch keine Reisen abgesagt. Der Veranstalter hat die Türkische Ägäis und Riviera sowie Istanbul im Programm. „Uns liegen derzeit keine Informationen vor, die aktuell auf ein besonderes Sicherheitsrisiko für Touristen in den Baderegionen hinweisen“, erklärt der Veranstalter. Tui verweist dabei auf die Aussage des Auswärtigen Amts, wonach die militärischen Aktionen im türkisch-syrischen Grenzgebiet bisher keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Ferienregionen haben.

Für Istanbul bietet Tui Gästen an, dass sie gebuchte Reiseleistungen bei Anreisen bis zum 26. August gebührenfrei umbuchen oder stornieren können. Dies schließe auch Gäste ein, die ihren Urlaub in einer der türkischen Ferienregionen am Mittelmeer verbringen und einen Ausflug nach Istanbul über Tui gebucht haben.

Thomas Cook: Der Türkei-Spezialist Öger Tours streicht eine Rundreise, die unter anderem nach Van, Mardin und Diyabakir nach Ostanatolien führen sollte. Das teilt die Thomas Cook AG mit, zu der der Veranstalter gehört. „Istanbul-Reisen bieten wir dagegen weiterhin in vollem Umfang an.“ Die Istanbul-Gäste würden über den geänderten Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amts informiert und die Lage in der Türkei sehr genau beobachtet. „Auf die Badeziele haben die Konflikte im Grenzgebiet derzeit keinerlei Auswirkungen.“

DER Touristik: Bei DER Touristik hat der Großteil der Reisen, die in der Türkei angeboten werden, das Ziel Türkische Riviera und Türkische Ägäis. „Diese Reisen können nach wie vor uneingeschränkt angeboten werden, und die Nachfrage ist zufriedenstellend“, teilt das Unternehmen mit. Reisen in die östlichen Regionen der Türkei bietet die DER Touristik nicht an. Istanbul werde seit den Demonstrationen im vergangenen Jahr zurückhaltender gebucht. Das Angebot bestehe aber unverändert.

Aida Cruises: Das ist bei Aida Cruises ein bisschen anders: Der Kreuzfahrtanbieter hat Istanbul bei einer Kreuzfahrt der „Aidastella“ im August aus dem Programm genommen. Ob weitere Fahrten betroffen sind, will die Reederei im Einzelfall entscheiden.

Tui Cruises: Die Reederei hat mit der „Mein Schiff 1“ Ende September zwei Anläufe in Istanbul geplant. Man beobachte die Entwicklung der aktuellen Lage aufmerksam, teilt Tui Cruises mit. „Sollte es zu den jeweiligen Reisestarts nur die geringste Wahrscheinlichkeit geben, dass die Sicherheit unserer Gäste und unserer Crew nicht mehr hundertprozentig gewährleistet ist, werden wir den Fahrplan umgehend ändern.“ Außerdem steuert die Mein-Schiff-Flotte im Rahmen der Mittelmeer-Kreuzfahrten unter anderem Antalya, Bodrum, Kusadasi und Maramaris an. Es lägen keine Hinweise vor, die aktuell für ein besonderes Sicherheitsrisiko in den Baderegionen hinweisen.

Reisehinweis des Auswärtigen Amts: Nach Anschlägen im Südosten des Landes und in Istanbul hatte das Auswärtige Amt seinen Sicherheitshinweis für die Türkei verschärft. Unter anderem gebe es „Hinweise auf mögliche Anschläge auf die U-Bahn und Bushaltestellen in Istanbul“, schreibt die Behörde auf ihrer Internetseite. Bei Reisen über Land wird außerdem zu besonderer Vorsicht geraten. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.



Nach den Anschlägen in Thailand

Nach dem Anschlag in Thailand planen die großen deutschen Reiseveranstalter vorerst keine größeren Programmänderungen. Bei Thomas Cook heißt es, dass die Agentur vor Ort alle Transfers, Ausflüge und begleitete Touren in und um Bangkok regulär durchführt.

Auch bei DER Touristik finden die Ausflüge derzeit statt: Für Dienstag waren nur solche außerhalb Bangkoks geplant. Allerdings wurden Gäste umgebucht, die am Dienstag in der thailändischen Hauptstadt ankommen sollten und ein Hotel rund um die Straßenkreuzung Ratchaprasong gebucht hatten. An dieser Kreuzung war der Anschlag geschehen.

Jetzt sind die Reiseveranstalter dabei, ihre Gäste auf den neuesten Stand zu bringen. Hierbei steht die Einschätzung des Auswärtigen Amts im Vordergrund: Es hat bereits seine Reise- und Sicherheitshinweise für Thailand aktualisiert. Eine Reisewarnung gab es nicht. „Reisenden wird empfohlen, besonders vorsichtig zu sein und diese Reisehinweise und die aktuelle Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen“, schreibt das Auswärtige Amt. „Weitere Anschläge auch in anderen beliebten Feriengebieten können nicht ausgeschlossen werden.“ Das Amt empfiehlt, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden.

Blick über Bangkok

Foto: getty images

Kostenlose Stornierungen oder Umbuchungen bieten die drei großen Veranstalter Tui, Thomas Cook und DER Touristik nicht an. Es gelten die regulären Reisebedingungen, erklärt Tui. Auch der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover sieht keinen Hinweis darauf, dass Gästen nun wegen höherer Gewalt ein Kündigungsgrund zugestanden werde. Zuvor habe es in Thailand bereits Anschläge gegeben. In einem politisch eher instabilen Land Urlaub zu machen, sei mit einem gewissen Risiko behaftet.

Sehr viele deutsche Urlauber werden sich zur Zeit ohnehin nicht in Thailand aufhalten: Thailand ist eher ein Winterreiseziel. „Insofern ist der Anteil im Sommer deutlich geringer“, sagt Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV). Denn aktuell herrscht in weiten Teilen des Landes Regenzeit. Bei Tui beispielsweise sind es aktuell rund 180 Gäste, die sich in Bangkok aufhalten.

Mehr Sicherheit am Flughafen

Das thailändische Unternehmen für Flughafenmanagement Airports of Thailand Public Company Limited (AOT) wies Passagiere darauf hin, dass die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen erhöht wurde. Ungewöhnliche Vorkommnisse solle man dem Sicherheitspersonal melden. Urlauber müssen also eventuell mit längeren Wartezeiten rechnen.

Ein erster Sprengsatz war am Montagabend (17. August) am gut besuchten Erawan-Schrein explodiert, der an einer der hektischsten Kreuzungen der thailändischen Hauptstadt liegt. Neben mehreren Toten wurden durch die Rohrbombe zahlreiche Menschen verletzt. Nun hat eine weitere Explosion die Metropole erschüttert. Ein Sprengsatz sei von einer Brücke über einem Fährhafen nach unten geworfen worden und im Fluss Chao Phraya explodiert, sagte ein Polizeisprecher. Verletzt wurde dabei niemand. Ob es einen Zusammenhang zu dem Attentat am Vorabend gab, war zunächst unklar.

Die Rachaprasong-Kreuzung wurde wieder für den Verkehr freigegeben, nachdem Polizeiexperten die Trümmer am Anschlagsort nach möglichen Beweisen durchsucht hatten.

Folgen Sie uns auch auf Pinterest. Hier geht's zu unserer Pinnwand MAGAZIN:

TRAVELBOOK Escapes – kostenlos anmelden und bis zu 70 Prozent beim Urlaub sparen.

TRAVELBOOK auf: Facebook | Twitter | Google + | Instagram | Pinterest

7 Urlaubsdeals bei TRAVELBOOK Escapes