„Smartes Gepäck“

So soll nie wieder ein Koffer verloren gehen

Hersteller arbeiten an der Entwicklung von Koffern, die mit ihren Besitzern kommunizieren können und diesen verraten, wo sich ihr Gepäckstück befindet und ob es geöffnet wird. Und: Der Koffer soll von allein seinem Besitzer hinterherfahren.

Zum nervigsten Teil einer Flugreise gehört es, nach der Ankunft im Gedränge am Gepäckband zu stehen und auf den Koffer zu warten. Zumal sich stets ein mulmiges Gefühl breit macht, ob das eigene Gepäck auch wirklich mitgekommen ist und nicht unterwegs geklaut oder an den falschen Zielort geschickt wurde. Diese Sorge ist nicht unbegründet: Immerhin mehr als 26 Millionen Gepäckstücke gehen jedes Jahr bei Flügen verloren oder kommen verspätet am Zielflughafen an.

Wie praktisch wäre es doch, wenn man einfach jederzeit nachsehen könnte, wo sich das eigene Aufgabegepäck gerade befindet. Genau das will eine neue Generation Koffer in Zukunft ermöglichen – mit einem eingebauten Mikrochip mit GPS-Tracker. Wie die britische „Daily Mail“ berichtet, sind der Gepäckhersteller Samsonite und der Elektronik-Riese Samsung eine Kooperation eingegangen, um das „smarte Gepäck“ gemeinsam zu entwickeln.

Samsonite-Chef Ramesh Tainwala sagte der „Daily Mail“: „Das smarte Gepäck wird in der Lage sein, mit seinem Besitzer zu kommunizieren und dabei weit mehr können, als einfach nur seine Position durchzugeben.“ Über eine App soll der Koffer eine Nachricht an seinen Besitzer senden, sobald er das Flugzeug verlassen hat, und dann noch einmal, wenn er auf dem Gepäckband angekommen ist. Wird der Koffer unterwegs unerlaubt geöffnet, sendet der integrierte Chip ebenfalls ein Signal. Auch, wenn der Besitzer sich selbst zu weit entfernt, etwa weil er den Koffer irgendwo vergisst, gibt der Koffer Laut.

Diebstahl am Flughafen passiert nicht selten. Der Koffer der Zukunft soll Alarm schlagen, wenn jemand Unbefugtes ihn öffnet

Foto: Getty Images

Self-Check-In?

Und noch etwas soll der Koffer der Zukunft können: von alleine hinter seinem Besitzer herfahren. Dafür soll ein kleiner Motor eingebaut werden, der durch die App sozusagen ferngesteuert wird. Bis diese Spezialfunktion entwickelt ist, werde aber noch einige Zeit vergehen, sagt Tainwala der britischen Zeitung. „Das Problem ist, dass die frühen Prototypen einen Motor verwenden, der ein Drittel des Platzes im Koffer einnimmt und für sich genommen schon 20 Kilo wiegt.“ Man bleibe aber dran und versuche, einen kleineren Motor zu entwickeln.

Was weitaus früher auf Flughäfen zur Realität werden könnte, sind Koffer, die sich selbst einchecken. Man arbeite bereits mit einigen Fluggesellschaften wie KLM, Lufthansa und Air France an der Umsetzung eines solchen Systems, sagt Tainwala. Sobald ein Passagier den Flughafen betritt, soll dessen Koffer als der seine erkannt werden. Statt sich anzustellen, um den Koffer abzugeben, bräuchte der Passagier das Gepäck nur noch auf ein dafür vorgesehenes Fließband zu legen. Auf dem integrierten Chip würde eine eindeutige Identifikationsnummer gespeichert und der Koffer automatisch ans richtige Ziel geschickt. Jedoch dürfte es bei diesem System noch einige Sicherheitsfragen zu klären geben. Die Lufthansa dementierte zudem gegenüber TRAVELBOOK, dass eine solche Kooperation mit Samsung überhaupt bestehe.

Idee nicht ganz neu

Wann der wohl cleverste Koffer aller Zeiten von Samsonite auf den Markt kommt, steht noch nicht fest, und auch nicht, wie viel er kosten soll. Eine totale Neuheit ist die Idee mit dem integrierten GPS-Tracker indes nicht. So hat die US-Firma Trunkster schon vor einiger Zeit eine Koffer-Serie mit GPS-Sendern entworfen und zur Finanzierung eine Crowdfunding-Kampagne über Kickstarter ins Leben gerufen. Als Handgepäck-Variante (27 Zoll) sollen die Trunkster-Koffer ab 350 Dollar kosten.

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