Nach weltweiter Terrorwarnung der USA

Wie gefährlich ist das Reisen nun geworden?

Paris, Türkei, Tunesien, Ägypten: An einigen beliebten Urlaubszielen kam es zu Terroranschlägen. Die USA hat nun eine weltweite Warnung herausgegeben. Ist das Reisen nun überall gefährlich geworden?

Wie gefährlich ist das Reisen?
Nach Ansicht des Tourismusexperten Prof. Torsten Kirstges ist vor allem die gefühlte Unsicherheit gewachsen. „Dabei ist das Reisen in den meisten Destinationen nicht mit einem wesentlich höheren Risiko verbunden als in den letzten Jahren auch“, sagt der Wissenschaftler von der Jade Hochschule in Wilhelmshaven. Die Terrorgefahr habe bereits seit den Anschlägen vom 11. September 2001 zugenommen, ergänzt Sibylle Zeuch, Sprecherin des Deutschen Reiseverbands (DRV). Zum aktuellen Bedrohungsgefühl trägt bei, dass die Anschläge von Paris mitten in Europa stattgefunden haben. „Die Terrorgefahr hat die Heimat erreicht“, sagt Kirstges. Das verunsichert viele stärker.

Das Auswärtige Amt warnt schon seit längerer Zeit vor der weltweiten Gefahr terroristischer Anschläge vor allem an symbolischen Orten: etwa an Bahnhöfen, in Hotels, auf Märkten und an religiösen Stätten. Die Behörde betont aber auch: „Der Grad der terroristischen Bedrohung ist von Land zu Land unterschiedlich.“ Es gibt also eine abstrakte globale Bedrohung – letztlich kommt es aber auf das Reiseziel an.

Kontrollen am Petersplatz im Vatikan

Foto: Getty Images

Wo ist das Reisen gefährlich?
Eine Einschätzung dazu gibt das Auswärtige Amt mit seinen Reise- und Sicherheitshinweisen für jedes Land. Die Behörde kann eine klare Reisewarnung aussprechen, von Reisen in Länder und einzelne Regionen „dringend abraten“ oder „abraten“. Oder allgemein Sicherheitstipps etwa zum Verhalten vor Ort geben. Urlauber müssen auf der Webseite des Auswärtigen Amts im Einzelfall prüfen, wie sicher ihr Reiseziel ist. Am Zielort selbst empfiehlt es sich, sich über lokale und internationale Medien über die aktuelle Lage zu informiert zu halten.

Wonach richten sich die Reiseveranstalter?
Für die Anbieter von Urlaubsreisen sind die Hinweise des Auswärtigen Amtes maßgeblich. Gibt es eine Reisewarnung, fliegen die Veranstalter ihre Gäste nach Deutschland aus. Reisewarnungen gibt es aktuell aber vor allem ohnehin nur für Länder und Regionen, die kaum von Touristen besucht werden wie Irak oder Somalia. Die allgemeine Angst vor der latenten weltweiten Terrorgefahr reicht nicht aus, um eine Reise kostenlos stornieren zu können, betont Prof. Kirstges.

Wo ist es noch wirklich sicher?
Auch wenn die Tourismusindustrie gerne betont, dass Terror heute überall möglich ist, können Urlauber nach wie vor ziemlich sicher verreisen. „Es gibt Reiseformen, die für terroristische Anschläge uninteressant sind, weil sie keine große Aufmerksamkeit mit sich bringen“, erklärt Tourismusexperte Kirstges. Die Alm im Allgäu, das Ferienhaus an der Côte d'Azur, Wandern in Österreich. Für diese Reisen existiert dem Fachmann zufolge nahezu ein „Null-Risiko“.

Was sollte man grundsätzlich beachten?
Gerade an bekannten Sehenswürdigkeiten müssen sich Urlauber auf verstärkte Kontrollen einrichten, was zu größeren Wartezeiten führen kann. Die Mitnahme von Rücksäcken und sonstigen Taschen verzögern die Sicherheitschecks, weshalb es sinnvoll ist, mit möglichst wenig unterwegs zu sein.

Zudem gilt, wie oben bereits beschrieben: Die Gefahr eines Anschlags ist an bedeutsamen Orten, Attraktionen, öffentlichen Plätzen und Gebäuden, höher. 

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