Versicherung, Führerschein, Notfall

Darauf sollten Reisende beim Rollerfahren in Asien achten

Fast jeder Backpacker macht es: Südostasien zumindest einmal mit dem Roller erleben. Das fühlt sich nach Freiheit an! Doch der Verkehr in Thailand oder Indonesien ist meist chaotisch – ein Unfall kann ernste Folgen haben. So gelingt der Trip mit dem Motorbike.

Eine Rollerfahrt in Südostasien kann im schlimmsten Fall im Krankenhaus enden. „Die Versorgungslage bei einem Unfall ist sehr schlecht“, warnt Reisebuchautorin Andrea Markand. Roller-Fans sollten diese acht Punkte unbedingt beachten:

Internationaler Führerschein

Der ist meistens Pflicht. Dabei sind die Kontrollen unterschiedlich streng. In Vietnam beispielsweise wird das Fahren ohne gültige Papiere mit 1,2 Millionen Dong bestraft (knapp 50 Euro), berichtet Markand. In Thailand, Laos oder Kambodscha sieht das die Polizei etwas lockerer.

Bei den Verleihern wird der Reisende oft nur gefragt, ob er schon mal mit einem Roller gefahren sei, berichtet Reiseblogger Tobias Meyer von Homeiswhereyourbagis.com. „Was nicht heißt, dass man ohne gültigen Führerschein fahren sollte“, sagt der Blogger. Baut man als Tourist ohne Führerschein einen Unfall, zahlt die Krankenversicherung nicht, warnt Markand. Dann wird es oft teuer.

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Reiseblogger Tobias Meyer von homeiswhereyourbagis.com ist in Südostasien immer mit dem Roller unterwegs. Denn so entdeckt er auch Orte, die mit dem öffentlichen Verkehr nur schwer zugänglich sind.

Foto: homeiswhereyourbagis.com

Versicherung

Eine Auslandskrankenversicherung sollte der Reisende aber immer haben, rät der Bund der Versicherten. Für Sachschäden kommt eine private Haftpflichtversicherung nicht auf.

Vermieter finden

Empfehlungen anderer Reisender sind bei der Wahl des Verleihers immer gut. „Entweder von anderen Backpackern oder der Unterkunft“, rät Bloggerin Conni Biesalski von „Planet Backpack“. „Vor allem in den Touristenhochburgen tummeln sich schwarze Schafe unter den Vermietern“, weiß der deutsche Anwalt Ralf Baumgarten, dessen Kanzlei ihren Sitz in Bangkok hat.

Motorroller gibt es in Asien in fast jeder Form und Ausführung. Wer einen seriösen Verleiher sucht, informiert sich am besten bei anderen Reisenden oder in seiner Unterkunft.

Foto: Philipp Laage

Mietvertrag

Vor der Unterschrift sollte der Roller kontrolliert werden. Am besten werden alle Schäden fotografiert. „Außerdem würde ich immer eine kleine Proberunde drehen“, rät Tobias Meyer. Auch ein Blick auf die Reifen sollte nicht fehlen.

Kaution

Üblicherweise wird bei der Vermietung der Pass als Kaution einbehalten. Anwalt Baumgarten empfiehlt aber, zu verhandeln und nur den Personalausweis zu hinterlegen. Auf keinen Fall sollte man im Vorfeld eine höhere Geldsumme als Kaution bezahlen. Hier besteht die Gefahr, dass man das Geld nicht wiedersieht.

Mietpreise

Die Preise variieren von Land zu Land. Unabhängige Verleih-Shops sind günstiger als die Vermittler im Hotel.

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Wer auf Nummer sicher gehen will, bringt sich seinen eigenen Helm mit

Foto: dpa Picture Alliance

Sicherheit

In allen Ländern in Südostasien herrscht offiziell Helmpflicht. Für Kurzentschlossene gibt es zum ausgeliehenen Moped meist einen Helm dazu – dann aber nach südostasiatischen Standards. Reisenden, die länger mit einem Motorbike unterwegs sein möchten, reicht das vielleicht nicht. „Zur eigenen Sicherheit sollte man sich einen eigenen Helm mitbringen, denn die Helme vor Ort entsprechen in keinem Fall unseren Sicherheitsstandards“, rät Autorin Markand.

Fahrstil

„Der Verkehr nimmt in Südostasien zu, und so wird es wirklich immer gefährlicher“, warnt Markand. Für Anfänger gilt: Städte meiden. Auf dem Land ist das Fahren mit dem Roller nicht so stressig. Tipp: langsam fahren und sich nicht überschätzen.

Ein typisches Bild auf den Straßen Südostasiens: Die Menschen fahren einfach auf die Kreuzung und suchen sich ihren Weg

Foto: Philipp Laage

Im Notfall

Kommt es zu einem Unfall, in den noch ein anderer verwickelt ist, sollten Reisende immer die Polizei rufen. Auf ein Gerichtsverfahren sollte man es bei kleineren Schäden nicht ankommen lassen: Die Verfahren ziehen sich hin, die Kosten werden meist nicht übernommen, der Prozess ist von Deutschland aus schwer zu regeln. 

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