| Oman 1995 |
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Die Sonne wirft lange Schatten auf den feinen weißen Sand. Felsformationen glühen gelb und rot. Mohammed döst mit halbgeschlossenen Lidern, während seine beiden Freunde tief und fest schlafen. Ein Spätnachmittag am Strand von Qantab. Ich bin der einzige Badegast und teile den spärlichen Schatten eines Schilfdachs mit den drei jungen Omanis. Ihre Fischerboote dümpeln im leisen Wellenschlag des Meeres. Ich springe schon zum x-ten Mal ins herrliche Wasser, völlig Meer-verrückt. Als ich auftauche, ist Mohammed in mein Buch vertieft - den Oman-Reiseführer von Georg Popp. Er liest ihn auf arabisch: von rechts nach links und von hinten nach vorn. Jedes Bild wird aufmerksam betrachtet. Die Freunde sind aufgewacht und haben sich ihre nöchellangen disdashas, zurechtgezupft. Vor allem die Abbildungen der trostlosen Wüsten- und Gebirgslandschaften werden heftig diskutiert. Das könne nicht der Oman sein; das sei im Jemen oder in Saudi-Arabien! Ein Foto auf Seite 22 versetzt sie in helle Aufregung. Es zeigt den Strand von Qantab aus der Vogelperspektive.
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