Wie im Bestseller „Limit“ von Frank Schätzing

Kanadische Firma will Weltraumlift bauen

Es klingt wie die verrückte Vision aus einem Science-Fiction-Thriller: Eine kanadische Firma will den weltweit ersten Weltraumlift bauen. 20 Kilometer soll der Turm in die Höhe ragen und die Kosten für Raketenstarts um bis zu 30 Prozent reduzieren. Die Erfinder haben in den USA bereits ein Patent für ihr scheinbar irrwitziges Projekt angemeldet.

Es ist eine Vorstellung, die die Menschheit schon seit Jahrzehnten beschäftigt: Wie genial wäre es doch, wenn eine Art Aufzug die Erde mit dem Weltraum verbinden würde, um Raketen, Versorgungsgüter für Raumstationen, Satelliten oder auch Personen ins All zu transportieren? Während anfangs alle Ansätze zur Realisierung eines solches Mega-Projekts aufgrund von unlösbaren Statik-Problemen über Bord geworfen wurden, werden seit einigen Jahren auf Fachtagungen neue Pläne für einen Weltraumlift durchaus ernsthaft diskutiert.

Die Japaner waren im vergangenen Jahr die ersten, die den Bau eines Aufzugs ins All ankündigten. Bis 2050 soll die komplizierte Konstruktion realisiert sein, die bis auf 96.000 Kilometer Höhe reichen soll. Ob das ehrgeizige Zukunftsprojekt tatsächlich kommt, steht allerdings noch in den Sternen – den Ingenieuren ist es bisher nicht gelungen, ausreichend lange der besonders starken Kohlenstoff-Nano-Röhren zu produzieren, die für den Aufzug nötig wären. 

Ein Turm ins All

Wenn alle bisherigen Ansätze, die allesamt von einem Tausende Kilometer in die Höhe reichenden Bauwerk ausgehen, zu schwierig umzusetzen sind – warum nicht einfach kleiner anfangen? Mit dieser Überlegung ist die kanadische Firma Thoth Technology Inc. an den Start gegangen und hat sich vergangene Woche in den USA ihre Idee für einen Weltraumaufzug patentieren lassen, der „nur“ 20 Kilometer hoch reicht. Das wäre immerhin rund 20 Mal höher als das mit 830 Metern höchste Bauwerk der Welt, der Burj Khalifa in Dubai.

Für Laien etwas undurchsichtig: Diese Zeichnung zeigt Teile des Turminneren

Foto: 20 km Space Tower/THOTHX.COM

Rakenstarts von der Turmspitze

Der „Space Elevator“ soll in Form eines Turms realisiert werden, dessen verschiedene Kammern mit Luft gefüllt werden und der von der Basis aus gesteuert wird. „Astronauten würden mit einem elektrischen Aufzug auf 20 Kilometer Höhe fahren“, teilte Dr. Brendan Quine, der Erfinder des Space Elevators, mit. „Von der Spitze des Turms können Raumfahrzeuge in einem einzigen Schritt in den Orbit  starten und zum Tanken und Neustarten zur Spitze des Turms zurückkehren.“ Der Vorteil: Raumfahrzeuge würden auf diese Weise mehr als 30 Prozent Kraftstoff einsparen. Das Projekt erinnert stark an Frank Schätzings Bestseller „Limit“, in dem der Milliardär Julian Orley einen 36.000 Kilometer hohen Fahrstuhl aus Kohlenstoffnanoröhren in den Orbit baut, der teure Raketenstarts überflüssig macht.

Auf der Turmspitze befindet sich eine Start- und Landebahn für Raketen

Foto: 20 km Space Tower/THOTHX.COM

Neben der Nutzung für Raumfahrzeuge soll der Thoth-Turm auch zur Windenergieerzeugung, zu Kommunikationszwecken und für den Tourismus eingesetzt werden. Damit das riesige Bauwerk nicht in sich zusammenbricht, sollen Schwungräder im Turm dafür sorgen, dass Schwankungen ausgeglichen werden. Der Aufzug soll entweder im Inneren oder an der Außenseite des Turms installiert werden. Die Spitze des Turms würde sich auf einer Höhe von etwa 20.000 Metern in der Stratosphäre befinden, der zweiten Schicht der Erdatmosphäre. Zum Vergleich: Der spektakuläre Weltraumsprung von Extremsportler Felix Baumgartner vor rund drei Jahren erfolgte aus einer Höhe von 39.000 Metern.

Wo und vor allem wann der Turm gebaut werden soll, teilte Thoth Technology Inc. auf TRAVELBOOK-Nachfrage bislang nicht mit. Auch, wie hoch die Kosten geschätzt werden und wer diese tragen soll, ist bisher nicht bekannt.

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