5 Stadtteile, die jeder gesehen haben muss

Buenos Aires für Anfänger

Die argentinische Hauptstadt ist momentan – abgesehen von ihrer zeitlosen Attraktivität – wegen des Wechselkurses sehr attraktiv für Urlauber aus Europa. Doch wer das erste Mal nach Buenos Aires kommt, ist schnell überfordert angesichts der Größe der Stadt. Eine Tour durch fünf Stadtteile, bei der man en passant auch gleich alle Facetten der Stadt erfährt.

Wer von Buenos Aires erzählt, kann wie bei jeder Millionenmetropole kaum von „der Stadt“ reden. Jedes Viertel hat sein Milieu und seinen eigenen Charme. So entsteht die große Gesamtkomposition der argentinischen Hauptstadt. Ein Rundgang durch die aufregendsten Stadtviertel.

Das Alternative: San Telmo

San Telmo gehört zum ursprünglichen Kern der Metropole. Die Häuser sind alt, einige von ihnen verfallen oder sind besetzt. Schlendert man durch die Straßen, stößt man auf Szene-Cafés, in denen sich Studenten und Künstler rumtreiben. Sonntagabends gehört der Hof eines verlassenen Hauses bei der Kirche San Pedro Gonzalez Telmo ganz dem Folklore: Auf der Peña wird zu Live-Musik so leidenschaftlich Chacarera getanzt, dass Staub aufwirbelt. Dazu gibt es Empanadas und Choripan, gegrillte Wurst im Brot.

Die Besucher der Milonga Queer in San Telmo geben sich dem Tanzen hin

Foto: Lena Klimkeit

Das variable: Puerto Madero

In Puerto Madero prallen Welten aufeinander. Glitzernde Wolkenkratzer ragen hinter den Gräsern eines Naturreservats auf. Die Hochhäuser gehören zum früher verwahrlosten, heute modernisierten Hafenareal. Nähert man sich dem Delta, steht man mitten im Naturschutzgebiet La Reserva Ecológica. Hier surren über den sumpfigen Ausläufern des Río de la Plata Libellen, auch bei Hitze drehen Jogger ihre Runden. Es gibt Natur inmitten der Millionenstadt!

Vom Naturschutzgebiet Reserva Ecológica aus sieht man die Skyline von Buenos Aires

Foto: Lena Klimkeit

Das Hippe: Palermo

Sogar die „New York Times“ nannte Palermo schon hip – zumindest einen seiner vier Teile: Im Palermo Soho leben, arbeiten und verkaufen die Kreativen. Das Viertel im Viertel erstreckt sich zwischen den Straßen Santa Fé, Coronel Diaz, Córdoba und Juan B. Justo. In Palermo trifft man sich: auf einen Kaffee am Morgen, einen Mate zwischendurch, ein Bier am Abend und zum Feiern die ganze Nacht. Letzteres geht am besten in Palermo Hollywood.

In Palermo Soho leben und arbeiten die Kreativen

Foto: getty images

Das Historische: La Boca

In dem alten Hafenviertel La Boca entstand einst der Tango. Aus ihm wird hier Geschäft gemacht: Vor den Restaurants tanzen Paare, Akkordeonspieler warten auf Trinkgeld. Entfernt man sich von den touristischen Knotenpunkten, erlebt man den Stadtteil, wie er wirklich ist: lebendig – aber man sieht ihm seine Armut an. Kinder kicken auf der Straße, ihre großen Vorbilder spielen nebenan im Stadion des wohl populärsten Clubs des Landes, Boca Juniors.

Hier wird's bunt: La Boca in Buenos Aires

Foto: getty images

Das Elegante: Recoleta

Wen es nach Recoleta verschlägt, der hat Geld – oder er arbeitet hier. Obwohl es eines der Geschäftsviertel der Stadt ist, gibt es lohnenswerte Ausflugspunkte: Der Friedhof El Cementerio de la Recoleta lädt zum andächtigen Spazieren ein – neben monumentalen Grabfiguren kann auch die letzte Ruhestätte von Evita Perón besucht werden. Absolut sehenswert sind die herrschaftlichen Villen aus dem 19. Jahrhundert, die noch vereinzelt zwischen den modernen Bauten stehen wie in der Avenida Alvear.

Recoleta ist eher ein Stadtteil für die wohlhabende Bevölkerung von Buenos Aires

Foto: Inprotur/ Martin Acosta

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Reise-Infos zu Buenos Aires

Anreise: Von Frankfurt am Main aus steuert Lufthansa täglich ohne Zwischenstopp Buenos Aires an. Direkt geht es auch mit Air France-KLM von Paris aus täglich und von Amsterdam dreimal die Woche in die argentinische Hauptstadt.

Einreise: Deutsche Staatsangehörige benötigen einen Reisepass.

Klima und Reisezeit: Buenos Aires kann das ganze Jahr über besucht werden - besonders aber in den Frühlings- und Herbstmonaten.

Unterkunft: Günstige Hostelzimmer gibt es ab 20 Euro, in der Hotel-Mittelklasse werden etwa 60 bis 100 Euro fällig. Und es gibt zahlreiche Luxushotels für deutlich mehr Geld.

Information: Tourismusabteilung der argentinischen Botschaft, Kleiststraße 23-26, 10787 Berlin, Tel.: +49 30 22668920

Wussten Sie, dass...

... in Buenos Aires angeblich die breiteste Straße der Welt verläuft? Die Avenida 9 de Julio hat mitsamt ihren Nebenspuren 20 Fahrbahnen, 140 Meter ist sie breit; die Überquerung dauert einige Minuten.


... die Bürger Buenos Aires' Porteños genannt werden, „Hafenbewohner“? Es heißt, sie richteten ihren Blick stets auf Europa und kehrten dem restlichen Land den Rücken zu.


... dass Buenos Aires bis 1900, als der große Einwanderungsboom einsetzte, „Gran Aldea“ („großes Dorf“) genannt wurde?

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