Anschlag auf Touristenbus

Was deutsche Ägypten-Urlauber jetzt beachten sollten

Es ist der erste gezielte Anschlag auf Touristen seit 2009 und er schürt die Angst bei Urlaubern, die zurzeit in Ägypten sind. TRAVELBOOK sagt, worauf Reisende vor Ort jetzt achten müssen.

Angelika Pickard Von Angelika Pickardt

Erst seit Kurzem gibt es erste Anzeichen, dass die Urlauber nach Ägypten zurückkehren, sich der Tourismus am Roten Meer und in anderen Teilen des Landes allmählich erholt. Doch der blutige Anschlag auf einen Reisebus auf der Halbinsel Sinai am Sonntag hat die unsichere Lage in Ägypten schlagartig ins Bewusstsein zurückgebracht.

Mindestens drei Touristen aus Südkorea und ihr ägyptischer Busfahrer sind bei der Bombenexplosion im Badeort Taba in der Nähe des Grenzübergangs zwischen Ägypten und Israel getötet worden, mehrere weitere Urlauber wurden zum Teil schwer verletzt. Insgesamt 33 südkoreanische Touristen befanden sich in dem Reisebus – sie hatten zuvor das griechisch-orthodoxe Katharinenkloster auf dem Sinai besichtigt.

Wegen des Anschlags warnt das Auswärtige Amt jetzt ausdrücklich vor Reisen in den ägyptischen Badeort Taba. Vor Reisen in den Norden der Halbinsel und das ägyptisch-israelische Grenzgebiet warnt das Ministerium bereits seit Längerem.

Bisher ist unklar, wer hinter dem tödlichen Anschlag steckt. Der Vorfall schürt allerdings die Angst, dass sich die Gewalt von Extremisten auf dem Sinai wieder gezielt gegen Touristen richtet. Bisher hatten sie überwiegend Einrichtungen der Sicherheitskräfte, Soldaten und Polizisten ins Visier genommen. „Ich hoffe, dass es sich um einen isolierten Vorfall handelt”, sagte Ägyptens Tourismusminister Hischam Saasu der Nachrichtenagentur Reuters.

Was müssen Urlauber in den Badeorten beachten?

Die meisten Touristenhochburgen am Roten Meer gelten auch nach dem Anschlag bisher weiterhin als relativ sicher. Von den Auswirkungen spüre man bislang nichts, sagt eine Mitarbeiterin des Mercure Resorts in Hurghada auf TRAVELBOOK-Anfrage. „Das Militär kontrolliert zwar die Leute in der Gegend, aber das betrifft nur die Einheimischen und nicht die Urlauber.“

Es gebe bisher keine verstärkten Sicherheitshinweise für die Hotelgäste, und es würden auch weiterhin Ausflüge nach Luxor, wo 1997 Dutzende Touristen bei einem Anschlag getötet wurden, und Kairo angeboten. Das Hotel sei zurzeit zu 70 Prozent ausgelastet.

Auch beim deutschen Reiseveranstalter TUI sieht man bisher keine Verschärfung der Sicherheitslage in den südägyptischen Urlaubsgebieten. „Wir behalten die Lage aber selbstverständlich im Blick“, sagt TUI-Sprecherin Kathrin Spichala. Spezielle Sicherheitshinweise an Urlauber aufgrund des Anschlags gebe es allerdings nicht.

Dennoch: Viele Urlauber haben Angst vor einer Reise nach Ägypten, und solche die vor Ort sind, trauen sich kaum, ihre zum Teil riesigen Ferienanlagen zu verlassen. Zumindest dort wird versucht, den Gästen jegliche Angst zu nehmen. Fast alle Hotels haben an den Eingängen Sicherheitspersonal und Metall-Detektoren.

Badeurlauber sollten in größeren Städten, etwa Hurghada, Menschenansammlungen meiden. Touren auf eigene Faust in dünn besiedelte Gebiete sind nicht zu empfehlen. Außerdem ist es ratsam, die deutschsprachigen TV-Sender im Hotel zu nutzen und im Internet regelmäßig die aktuelle Entwicklung zu verfolgen. Alle Reiseveranstalter haben vor Ort zudem deutschsprachige Mitarbeiter, die jederzeit konsultiert werden können. Sollten Urlauber Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Aussagen haben, kann unter Umständen ein Anruf beim Veranstalter in Deutschland oder der deutschen Vertretung vor Ort sinnvoll sein. Rechts im Kasten finden Sie den Kontakt!

Das Auswärtige Amt rät bei Reisen nach Ägypten schon länger generell zur Vorsicht, einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer. „Von Reisen in das Nildelta außerhalb der Ballungszentren Kairo und Alexandria sowie von Reisen in das Niltal südlich von Kairo bis nördlich von Luxor wird abgeraten. Von Fahrten außerhalb der Badeorte auf der Sinai-Halbinsel wird ebenfalls abgeraten“, heißt es auf der Website.

Kann ich meinen Ägypten-Urlaub jetzt stornieren?

Generell gilt: Spricht das Auswärtige Amt eine Reisewarnung aus, kann ich meinen Urlaub stornieren. Gegebenenfalls reicht hierzu je nach Kulanz des Anbieter aber auch ein Sicherheitshinweis oder der Bezug auf „höhere Gewalt“.

Wer jedoch in ein Gebiet reist, vor dem ausdrücklich gewarnt wird, muss damit rechnen, Kosten einer Evakuierung bis zu einem gewissen Teil selbst tragen zu müssen.

Zuletzt fiel im Februar 2009 eine Touristin einem Anschlag zum Opfer. Die Französin wurde bei einem Granatenangriff in Kairo getötet.

Deutsche Auslandsvertretung

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
2, Sh. Berlin (Ecke Sh. Hassan Sabri)
Kairo - Zamalek
Tel: (+20) 227 282 000
Fax: (+20) 227 282 159
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