Bettwanzen, Plumpsklos, Platzregen

Die Schattenseiten des Rucksack-Reisens

Pünktlich zum Winter hat Redakteurin Anne Pauly Urlaub gebucht. Ab ins Warme. Ab zu ihren Freunden Sally und Julien, die seit Mitte dieses Jahres als Backpacker auf Weltreise sind. Russland, China, Mongolei, Nepal, Myanmar und Indonesien waren ihre bisherigen Stationen. Bei TRAVELBOOK verrät sie, warum das Reisen mit Rucksack nicht immer nur schön ist.

Von Anne Pauly

Ich hocke über einem Loch in nebeneinandergereihten Holzbrettern. Knapp einen halben Meter unter mir türmt sich ein riesiger Fäkalien-Berg. Der warme Dunst wabert samt Fliegen empor. Von oben drückt die tropische Hitze. Kurz vorher waren Julien, Sally und ich in einen heftigen Regenschauer geraten. Während wir die indonesische Insel Gili Meno erkundeten, hat er uns überrascht. Wir waren bis auf die Unterwäsche durchnässt. Und ich musste mal ganz dringend.

Dieses Plumpsklo ist im Vergleich zu vielen anderen, die unsere Autorin unterwegs benutzte, noch der reinste Luxus. Eine schöne Sammlung der Klos dieser Welt gibt es hier.

Foto: Julien Wilkens / ersieweltreise.de

Mit dem Rucksack durch fremde Länder reisen ist wunderschön. Aber, so wird mir in diesem Moment auf dem Plumpsklo klar, es gibt auch Tiefpunkte. Auf diese Schattenseiten des Backpacker-Daseins bereitet einen niemand vor. Da muss man selber durch. Aber ich teile gern.

Lektion 1 also: Wer mit dem Rucksack unterwegs ist, sollte bereit sein, Dinge aufzugeben, Goodbye sagen zu europäischen Hygiene-Standards, Tschüss zur eigenen Eitelkeit und Ade zum vertrauten Spiegelbild.

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Klebrige Haut und Sonnenbrand

Unterwegs, wie auf der Insel Gili Meno, gibt es oft nur Salzwasser-Duschen. Danach spannt die Haut oder sie kribbelt wegen des Salzes. So richtig geduscht fühle ich mich nicht. Danach trockne ich mich mit einem dieser kompakten Schnelltrocken-Handtücher für Abenteuer-Reisende ab. Ein praktisches Reise-Utensil, aber am Körper fühlt es sich wie ein Schuh-Poliertuch an. Schön ist anders.

Sollte es doch mal eine Süßwasserdusche geben, ist das wohltuende Frische-Gefühl ohnehin nicht von langer Dauer. Ständig muss man sich einschmieren. Sonnencreme, Moskito-Schutz oder abends dann After-Sun – irgendwas ist immer. Jedes Liquid hinterlässt dabei seinen ganz eigenen charakteristischen Klebe-Film auf der Haut. Und das bei knapp 30 Grad. Unangenehm.

Apropos kleben und lösen. Sally und ich waren Schnorcheln. Ich hab mir dabei den Rücken verbrannt. Sally war beim Anblick meiner feuerroten Rückseite etwas verstört. Julien sagte nur: „Ist nicht so schlimm. Ist morgen wieder gut.” Noch Tage danach hat es gezwiebelt, gezwickt und sich dann schließlich noch bis zum Abreisetag (zehn Tage später!) gepellt.

Backpacker unter sich: Sally (vorne), Julien und die Autorin auf dem Boot nach Gili Meno

Foto: Anne Pauly

Ich weiß nicht warum, aber die Fingernägel sind auf so einer Reise auch immer irgendwie dreckig. Deswegen, und um sich vor fiesen Keimen zu schützen, reibt man sich die Hände vor dem Essen mit Desinfektionsgel ein. Auch so ein Klebe-Liquid. Hat ein bisschen was von Flüssig-Klebstoff und Nagellackentferner.

Als Backpacker erkundet man die Welt gern auf eigene Faust. So wie meine Freunde und ich auf Lombok. Das geht mit einem gemieteten Roller besonders gut. Diese Freiheit. Herrlich. Nachdem Julien vor Kurzem mit einer dieser Maschinen einen Unfall und Schürfwunden hatte, ziehen wir sicherheitshalber Jeanshosen an. Bei 29 Grad und 70 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ich sag mal so, die Haut dankt es einem nicht.

Bettwanzen in fremden Betten

Und weil es auf Lombok, diesem Eiland mit Mikroklima, um diese Jahreszeit fast jeden Nachmittag in Strömen regnet, nehmen wir noch ein Regen-Cover mit. Ich hab kein eigenes und borge mir eins im Hostel. Während unser Entdeckungstour schüttet es am Nachmittag wie erwartet. Der geliehene Schutz, besonders der Kragen, riecht salzig-süßlich nach fremdem Mensch.

Regen gibt es zu dieser Jahreszeit viel auf Lombok

Foto: Anne Pauly

Das Regencape schützt vor dem Regen, aber nicht vor der Tropen-Hitze. Ich weiß nicht so genau, ob da Regentropfen meinen Bauch und Rücken herunterlaufen oder ob ich schwitze. Egal. Abends zurück im Hostel geht jeder von uns duschen. Süßwasser. Wie schön.

Frisch gewaschen sind wir bereit fürs Bett. Doch das Laken hat Löcher, hier und da sind Flecken von undefinierbarer Herkunft und aus dem Kopfkissen strömt der Geruch der letzten Gäste. Unschön. Aber als wäre das noch nicht genug, entdecke ich zwei Tage später lauter rote kribbelnde Punkte an meinem Körper. Bettwanzen. Ist jetzt aber auch irgendwie egal. Juckt mich nicht mehr.

So richtig gemütlich ist es im Hostel-Bett nicht

Foto: Julien Wilkens / ersieweltreise.de

Mit einem Backpacker-Urlaub ist es nämlich wie mit einem Baby. Man wird durch die schönen Momente für alles Negative entlohnt. Durch einen einzigen Augenblick geraten alle Strapazen sofort in Vergessenheit. Man sieht und erlebt gemeinsam so viel Traumhaftes und Wunderschönes. Ich würde so eine Reise jederzeit wieder machen.

Ausblicke wie diese entschädigen für alle Strapazen

Foto: Anne Pauly

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