Im Great Barrier Reef geht es wieder zur Sache

Die größte Sex-Show des Planeten

Im Great Barrier Reef beginnt heute wieder das einzigartige Naturschauspiel für Taucher und Schnorchler: das „Coral Spawning”, das gleichzeitige Ablaichen sämtlicher Korallen. Wie ein Schneesturm unter Wasser sieht das aus. Oder als wäre die Milchstraße mal eben ins Meer geplumpst. Für gewöhnlich kann man die Massen-Orgie der Korallen nur einmal im Jahr beobachten – doch 2014 ist alles anders.

In diesen Tagen kann man sie wieder an der Küste von Queensland beobachten, die Sextouristen der besonderen Art. Man erkennt sie an Taucherbrille und Schwimmflossen, Schnorchel oder Sauerstoffflasche, aber vor allem daran, dass sie sich mehrmals vergewissern, ob ihre Kamera unter Wasser auch tatsächlich funktioniert. Denn wenn die Korallen zur Sache gehen, darf die Technik keinesfalls versagen.

Das gibt es nämlich eigentlich nur einmal im Jahr, vielleicht nur einmal im Leben zu sehen: das „Coral Spawning”, das gemeinsame Ablaichen sämtlicher Korallen im Riff. Mehr als 140 Arten beteiligen sich daran. Aus Milliarden Korallenpolypen werden dann binnen weniger Stunden Sperma und Eier in den Meeresraum gepresst, auf dass sich auf jeden Fall findet, was zusammengehört. Die miteinander verschmolzenen Zellen lassen sich zunächst ein bisschen treiben, um anderswo sesshaft zu werden und vielleicht neue Korallenriffe zu gründen.

Für den Beobachter ist das Coral Spawning ein einzigartiges Schauspiel. Wie ein weiß-bunter Schneesturm unter Wasser sieht es aus. Oder als wäre die Milchstraße mal eben ins Meer geplumpst. Wer mittendrin steckt, dürfte durch seine Taucherbrille kaum mehr als einen Meter weit gucken können.

Dieses kurze Video gibt einen kleinen Einblick in die kopulierende Korallenwelt:

Erst 1981 haben Wissenschaftler dieses Naturschauspiel entdeckt – und bis heute ist der Korallensex noch nicht hinlänglich erforscht. Fakt ist, dass die Nacht der Nächte jeweils zu Beginn des australischen Frühlings, also im November oder Dezember, stattfindet, und zwar immer zwei bis sechs Tage nach Vollmond. Denn dann wirbeln die Gezeiten das Wasser nicht zu stark auf und reißen keine frisch gefundenen Paare auseinander.

Dieses Jahr allerdings ist alles anders: Aufgrund des frühen November-Vollmondes und der gebietsweise noch zu tiefen Temperaturen bekommen Australienreisende gleich zweimal die Gelegenheit, dem Korallen-Sex beizuwohnen: nämlich zwischen dem 10. und 12. November sowie zwischen dem 9. und 11. Dezember.

Kaviar für alle!

Doch damit die Korallen zur Sache kommen, müssen noch einige Voraussetzungen erfüllt sein. So sollte in den Monaten zuvor die Wassertemperatur bei angenehmen 26 oder 27 Grad liegen, damit die Eier und Spermien gut reifen können. Startschuss für die Massenorgie ist dann etwa zwei bis drei Stunden nach Sonnenuntergang – was nichts mit Romantik zu tun hat, sondern schlicht damit, dass viele Planktonfresser dann schlafen und nicht zum Feind werden.

Das funktioniert natürlich nur bedingt. Denn sobald die „Korallenblüte” anfängt, ruft sie sämtliche Meerestiere auf den Plan. In den sonst eher nährstoffarmen Gewässern ist das Coral Spawning ein gefundenes Fressen, bedeutet es doch: Kaviar für alle! Auch größere Meeressäuger werden von den Gameten, wie man die Geschlechtszellen nennt, angelockt und futtern sich durch die bunten Wolken.

Doch das Massenlaichen hat noch viele andere Effekte. So führt es zum Beispiel zu einer großflächigen Algenblüte. Auch benötigt der Abbau des unbefruchteten Materials riesige Mengen an Sauerstoff ­– was sauerstoffabhängige Riffbewohner mitunter nicht überleben.
 
Voraussichtliche Termine für das Coral Spawning in 2014: zwischen dem 10. und 12. November sowie zwischen dem 9. und 11. Dezember. Aber mit Sicherheit kann das Naturschauspiel nicht vorhergesagt werden.

Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie – und sehen Sie ein fantastisches Naturschauspiel!

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Kleine Korallen-Kunde

Korallen sind Nesseltiere. Man unterscheidet zwischen Weichkorallen und Steinkorallen, wobei letztere ihren Hauptanteil an der Entstehung von Korallenriffen haben. Denn durch die Einlagerung von Kalk bilden sie Skelette – und verendet die Koralle, wird ihr Skelett von anderen, lebenden Korallen überwuchert.

Die einzelnen Skelette sind oft verzweigt und haben an ihren Enden farbenprächtige Polypen sitzen, die den Korallen ein blütenhaftes Erscheinen geben. Blumentiere (Anthozoa) ist denn auch der wissenschafliche Name. Diese Polypen sind von unterschiedlicher Größe und können einige Zentimeter messen.

Korallen haften mit einer Fußscheibe einzeln oder in Kolonien fest auf ihrem Untergrund. Ihr Körper ist in der Regel zylinderförmig.

Verschlingt die Koralle ein Beutetier
, wird es von den Scheidewänden umhüllt und aufgelöst. Unverdauliche Reste werden durch das Schlundrohr wieder ausgeschieden.

Wussten Sie, dass...

... das Great Barrier Reef mit 2000 Kilometern Länge das größte Korallenriff der Welt ist?


... die wunderschönen „Blue Mountains“ ihren Namen dem feinen blauen Nebel der von Eukalyptusblättern verströmten Öle verdanken?


... es im Bundesstaat Queensland das „größte Klassenzimmer der Welt" gibt, die School of the Air? Schüler der 403 000 Quadratkilometer großen Region im Outback erhalten kostenlos Computer, Schulbücher und Unterrichtsmaterialien nach Hause und sind in den Unterrichtsstunden per Funk mit ihren Lehrern verbunden.


... das Victory-Zeichen in Australien als schwere Beleidigung gilt? Es hat in etwa dieselbe Bedeutung wie ein Stinkefinger hierzulande.

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