Bei DaDong essen Sie das Federvieh mit Haut und Hirn

Die beste Pekingente Pekings!

Wer in Peking ist, kommt am berühmtesten Gericht der Stadt nicht vorbei – der Pekingente. Wo es die beste gibt, und warum in diesem Restaurant sogar das Enten-Hirn auf den Teller kommt, erfahren Sie in unserer Food-Kolumne „Friederikes Weltspeisen“.

FriederikeKoenig.jpg Von Friederike Koenig

Wo findet man die beste Pekingente? Klar, in Peking. Vor vielen hundert Jahren wurde hier das traditionelle Gericht erfunden – und ist heute nicht mehr aus der chinesischen Küche wegzudenken. Sie zu probieren ist Touri-Pflicht, und sollte auf bei einer China-Reise ganz oben auf der To-Do-Liste stehen.

Foto: Travelbook/ Getty Images

Doch machen Sie einen Bogen um die etwas verkohlten und kümmerlich aussehenden Enten, die am Hals aufgehängt in vielen Restaurants im Fenster zu sehen sind. Und steuern Sie direkt das Restaurant Dadong Roast Duck im 5. Stock des Einkaufszentrum „Jinbao Place“ an. Hier gibt es – versprochen – die beste Pekingente der Stadt, des Landes – ach, warum so bescheiden? Sagen wir doch gleich: die beste Pekingente der Welt.

Nach einem eiskalten Dezembertag an der Chinesischen Mauer habe ich hier gegessen. Nach stundenlanger Wanderung bei minus 30 Grad hätte an diesem Tag wahrscheinlich alles geschmeckt, aber ich bin am nächsten Tag gleich wiedergekommen – und habe die Ente noch einmal völlig unvoreingenommen probiert. Das Fazit nach zwei Tagen: genial, was für ein Gänseschmaus!

Besser geht's nicht: die Pekingente bei DaDong

Foto: Friederike Koenig

Bei DaDong sitzen Sie an großen Tischen mit einer Drehplatte in der Mitte. Das Licht ist gedimmt, überall leuchtet es blau und violett. In der Mitte des Restaurants gibt es einen Wassergraben, in dem Goldfische schwimmen. Über kleine Brücken erreicht man eine Insel – das Herzstück des Ladens: Denn hier brutzeln die Enten in offenen Öfen.

Auf einer Insel mitten im Restaurant werden die Enten im Ofen zubereitet

Foto: Friederike Koenig

Ist die Ente einmal fertig, tranchiert sie ein Koch am Tisch. Ist sie gut – und das ist sie – löst sich sofort die Haut vom zarten Fleisch. Schon da läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Statt Klößen und Rotkohl isst man die Pekingente mit Schwarzbohnensoße, Gurken und Knoblauch. Ein Scheibchen von jedem in einen hauchdünnen Fladen legen, aufrollen und eeeeendlich essen. Mmmh...

Die Zutaten wickelt man in einen kleinen Pfannkuchen

Foto: Friederike Koenig

Das Besondere an der Ente ist immer die Haut, sie sollte so knusprig wie möglich sein. Um den Effekt zu verstärken, kann man sie einfach in Zucker wälzen. Wer nicht satt wird, kann zusätzlich Beilagen wie Bambussprossen, Brokkoli oder Reis ordern.

Als Beilage gibt es Brokkoli, Gurken und Schwarzbohnen-Soße

Foto: Friederike Koenig

Doch damit nicht genug: Während Sie essen, wird aus den Resten der Ente eine Suppe gekocht. Chinesen lieben sie. Mein Ding ist es ehrlich gesagt nicht – genau so wenig wie der zweigeteilte Entenkopf samt Hirn, der mir anschließend im Schälchen serviert wurde.

Die Vorstellung, Gehirn zu essen, mag eklig sein. Der Gedanke, der dahinter steckt, ist aber kein schlechter: In erster Linie geht es nämlich darum, möglichst viel vom Tier zu verwerten, sprich alles zu essen, was geht. Zugegeben, es hat mich Überwindung gekostet, mit meinem Essstäbchen das Gehirn aus dem Kopf zu pulen und zu essen. Ein chinesischer Freund hat es mir vorgemacht, und ich habe es nachgemacht. Wie es schmeckt? Etwas streng, die Konsistenz gleicht einer Mousse.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, warum die Chinesen das Entenhirn lieben: Angeblich steigert es die Potenz. Und da sieht der ein oder andere Mann doch gerne mal über den strengen Geschmack hinweg.

Adresse: No. 88 Jinbao Street, Dongcheng District, Peking

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Hier kocht Friederike

Am Anfang war der Apfelkuchen. Ein ganz besonderer: mit Karamell, Quark und Streuseln – viermal gebacken, damit jede Schicht perfekt wird. Selbst schuld, wenn man so etwas lauwarm den Kollegen an einem Montagmorgen serviert. Denn seither gehören nicht mehr nur Tastatur, Stift und Zettel zu meinem Redaktionswerkzeugen, sondern auch Kochlöffel und Schürze.

In meiner Kolumne „Friederikes Weltspeisen“ koche ich Rezepte aus aller Welt nach, teile mit euch Fotos von den coolsten Streetfood-Märkten und verrate euch, in welchen Restaurants ihr mich zurzeit antreffen könnt.

Kommt mit auf kulinarische Weltreise: von Berlin in die köstliche Welt. Bon appétit!

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