Jerusalem – vom Abendmahl bis zur Auferstehung

Die Schauplätze der Ostergeschichte

Ostereier sucht man in Jerusalem in diesen Tagen vergebens. Dafür findet man vieles andere – die Schauplätze der Ostergeschichte nämlich. Und dazwischen: Massen von Menschen. Wer die biblischen Stätten besuchen will, sollte daher lieber fern der Feiertage reisen. Oder einfach kurz TRAVELBOOK folgen – an die Orte von Ostern.

1. Empfang mit Palmenwedel

Als Jesus nach Jerusalem kam, wurde er jubelnd empfangen. Mit Palmenwedeln winkten die Einwohner der Stadt ihm zu. In Erinnerung an diese Geschichte versammeln sich die Gläubigen am Palmsonntag – dem Sonntag vor Ostern – auf dem Ölberg, um am Nachmittag hinunter in die Altstadt zu ziehen. Wer an diesem Tag in der Stadt ist, kann den Gottesdienst am Morgen in der Erlöserkirche besuchen, denn der Palmsonntag wird hier traditionell mit einem deutschsprachigen Gottesdienst gefeiert.

Teilnehmerin der Prozession am Palmsonntag in Jerusalem

Foto: Getty Images

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2. Das letzte Abendmahl

Auf dem Zionsberg, unweit der Jerusalemer Altstadt, befindet sich das Coenaculum: Hier soll Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gefeiert haben. Der Saal mit dem gotischen Kreuzgewölbe ist allerdings deutlich jünger, er wurde im 14. Jahrhundert über den Ort gebaut, an dem Jesus am Abend vor seiner Kreuzigung Brot und Wein teilte – und befindet sich in einem kleinen, zweistöckigen Bau innerhalb eines größeren Gebäudekomplexes auf dem Zionsberg. Das Coenaculum oder Zönakel (Refektorium) ist heute ein Museum, der Eintritt ist frei.

Der Saal ist nicht original, er wurde im 14. Jahrhundert von den Franziskanern in einem Gebäudekomplex auf dem Zionsberg errichtet

Foto: dpa

3. Der Garten Gethsemane

Nach dem Abendmahl, so steht es in der Bibel, ging Jesus in den Garten Gethsemane, um zu beten. Die kleine Kirche, die hier am Fuße des Ölbergs später gebaut wurde, heißt daher auch Todesangstbasilika. Ein anderer Name ist Kirche der Nationen, weil sich an ihrem Bau verschiedene Länder beteiligten. Am frühen Morgen des Karfreitags wurde Jesus von römischen Soldaten im Garten Gethsemane gefangen genommen und abgeführt. Sein Leidensweg nahm hier seinen Anfang.

Die Kirche der Nationen im Garten Gethsemane

Foto: dpa

4. Der Leidensweg

14 Stationen hat die Via Dolorosa, die Straße, die dem Kreuzweg Jesu folgt. Und egal, ob Ostern ist oder nicht: Hier ziehen jeden Freitag Gruppen von Christen durch die Altstadt Jerusalems, zuweilen mit schweren Holzkreuzen über den Schultern, die man vor Ort extra mieten kann. Am Karfreitag ist die Prozession natürlich eine besondere. Zu Tausenden schieben sich dann die Gläubigen durch die engen Gassen. Für die Holzkreuze ist da oft nur noch über ihren Köpfen Platz. Wer die Prozession sehen will, sollte sich beizeiten vor Ort einfinden.

Karfreitagsprozession in der Via Dolorosa

Foto: Getty Images

5. Die Kreuzigung

Um 15 Uhr an Karfreitag findet in der Erlöserkirche eine Andacht statt, denn um diese Zeit soll Jesus auf dem Hügel von Golgatha gekreuzigt worden sein. Und jener Hügel soll sich einst dort befunden haben, wo heute die Grabeskirche steht, also nur wenige Schritte entfernt. In der Mitte der Kirche befindet sich die Grabeskapelle, die Aedicula, es ist der überlieferte Ort des Grabes Jesu. Um diese kleine Kapelle zu betreten, müssen die Gläubigen oft eine halbe Stunde oder länger anstehen.

Anstehen vor dem Grab Jesu in der Grabeskirche in Jerusalem

Foto: dpa

6. Die Flamme aus dem Grab

Nach dem Volksglauben schlug an Karsamstag auf wundersame Weise eine Flamme aus dem Grab Christi empor. Deswegen wird in der Grabeskirche an diesem Tag die „Liturgie des Heiligen Feuers” gefeiert, eine geheimnisvolle, mehr als 1600 Jahre alte Zeremonie, die den Höhepunkt der orthodoxen Osterfeiern in der Heiligen Stadt markiert. Zehntausende einheimische Christen sowie Pilger aus aller Welt nehmen an der Feier teil, das Fernsehen überträgt in viele Länder live, per Flugzeug wird das „Heilige Feuer” in die Hauptstädte überbracht.

Die Lithurgie des Heiligen Lichts in der Grabeskirche

Foto: dpa

7. Das alternative Grab

Nicht jeder glaubt, dass sich das Grab von Jesus tatsächlich an der Stelle der Grabeskirche befunden hat. Inzwischen wird alle paar Jahre, wenn nicht Monate, eine Alternative präsentiert. Sogar Filmregisseur James Cameron hat eine Theorie und glaubt, das Familiengrab Jesu lokalisiert zu haben. Nach anglikanischer und protestantischer Vorstellung liegt das Grab Jesu indes vor den Stadtmauern in einer Felswand, umgeben von einem schönen Garten. Und auch wenn der Ort als Grab umstritten ist, ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall: Denn hier kann man ein bisschen abschalten, zur Ruhe kommen nach einer aufreibenden Tour durch Jerusalem.

Auch das könnte das Grab von Jesus gewesen sein

Foto: Getty Images


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Sie wollen auch wissen, wie man Weihnachten in Bethlehem feiert? Hier kommen Sie zum Artikel auf TRAVELBOOK.

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Reisewarnung Jerusalem

Das Auswärtige Amt rät bei Aufenthalten in Jerusalem zu erhöhter Aufmerksamkeit, insbesondere in der Altstadt und den angrenzenden palästinensischen Stadtvierteln.

In der Umgebung des Tempelbergs/Haram Al Sharif kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften sowie radikalen jüdischen Gruppierungen.

Erhöhte Vorsicht ist an islamischen und jüdischen Feiertagen angezeigt. Ortskundige Begleitung wird zumindest an solchen Tagen empfohlen. Von Besuchen des Tempelbergs/Haram Al Sharif an Freitagen wird abgeraten.

Größere Menschenansammlungen sollten in unübersichtlichen Situationen gemieden werden.

Aktuelle Informationen des Auswärtigen Amtes über Reisen nach Israel und Jerusalem finden Sie hier.

(Stand: April 2014)

Wussten Sie, dass...

... rund ein Drittel der israelischen Juden nicht in Israel geboren ist?

... deutsche Staatsbürger bei der Einreise in Israel kein Visum benötigen? Eine Ausnahme macht der Staat bei Deutschen, die vor dem 1. Januar 1928 geboren sind – hier muss erst geklärt werden, ob eine nationalsozialistische Vergangenheit ausgeschlossen werden kann.

... der Tempelberg in Jerusalem jüdischen Überlieferungen zufolge das Fundament der Welt darstellt?

... die Schlüssel zur Grabeskirche in der Altstadt Jerusalems seit mehr als 800 Jahren immer im Besitz einer muslimischen Familie sind? Ihre Aufgabe ist es, die Kirche morgens auf- und abends abzuschließen.

... in den Städten Aschdod und Aschkelon genauso viel Russisch wie Hebräisch gesprochen wird? Hier haben sich besonders viele russische Einwanderer niedergelassen.

Bloss nicht...

... die Sabbat-Ruhe stören! Dazu zählt bereits das Fotografieren. Vor allem in Jerusalems orthodoxen Vierteln und an der Klagemauer sollten sie von Anbruch der Dunkelheit am Freitag bis zum Sonnenuntergang am Samstag keine Bilder schießen. Besonders fromme Juden können dann sogar handgreiflich werden.

... den Sabbat-Aufzug benutzen. Am siebten Tag soll man ruhen – orthodoxe Juden drücken dann nicht mal den Fahrstuhlknopf. Also gibt es in jedem Hotel einen Aufzug, der am Sabbat automatisch auf jeder Etage hält.

... ohne Begleitung auf den Ölberg gehen – vor allem nicht als alleinreisende Frau, es wurde häufig von Belästigungen berichtet.


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