Hohe Lebenserwartung, gutes Essen, wenig Autos...

Die gesündesten Städte der Welt

Wer sich bislang fragte, warum er ausgerechnet in einer Stadt Urlaub machen sollte – zwischen Abgasen und Großstadthektik, Fastfood-Ketten und Nachtclubs – und nicht ohne Grund feststellte, dass dies nicht gesund sein könne, für den dürften folgende Städte interessant sein. Denn diese gelten als die gesündesten der Welt.

Peking ist es schon mal nicht. Im Gegenteil. Die Hauptstadt Chinas gilt gar als ungesündeste Stadt der Welt. Und das befanden nicht etwa die WHO oder Greenpeace, sondern: die Chinesen selbst. Das staatliche „Chinese Center for Disease Control and Prevention” musste feststellen, dass die Bewohner von Peking schlimmer unter umweltbedingten Krankheiten leiden als die Menschen in anderen Städten auf der Welt.

Umweltbelastungen, Lebensmittelkontaminationen und minderwertige Arzneimittel führten dazu, dass sich die Bewohner der chinesischen Metropole gegen Ende ihres Lebens immer länger mit körperlichen Gebrechen herumschlagen müssen. Womit schon einige Aspekte genannt sind, die eine Stadt zu einer gesunden oder ungesunden machen. Daneben zählen unter anderem auch Lebenserwartung, Gesundheitssystem und Ernährung.

Anhand dieser und einiger weiterer Kriterien lassen sich die gesündesten Städte der Welt bestimmen, was Zeitungen wie The Guardian und The Economist auch regelmäßig machen. Einige Städte dieser Welt sind dann immer dabei, wie die BBC beobachtete. TRAVELBOOK stellt diese „gesunden Metropolen” hier vor.

Singapur

Singapur ist bekannt als die Stadt der Verbote und hohen Strafen für kleinste Vergehen. Kaugummi kauen war lange verboten, heute geben Apotheker zumindest in Ausnahmefällen den Stoff aus, der Parkbänke und Geländer so unschön verkleben kann. Und wer auf die Straße spuckt oder in öffentlichen Toiletten nicht spült, muss Strafe zahlen, ebenso übrigens wer beim Essen, Trinken oder Rauchen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an den Bahnsteigen erwischt wird, nämlich 300 bis 3000 Euro.

Man mag von diesen Regeln halten, was man mag. Fakt ist, dass in Sachen Sauberkeit Singapur wohl niemand so leicht etwas vormachen kann. Ob das wohl auch dazu führte, dass die Metropole in Südostasien eine der gesündesten Städte der Welt ist – schließlich ist die Lebenserwartung mit 84 Jahren hier sehr hoch, die Kindersterblichkeit äußerst niedrig? Hygiene ist sicher ein Aspekt.

Hinzu kommen im Fall von Singapur noch: eines der effizientesten Gesundheitssysteme der Welt, ein Verkehrssystem, das den Autoverkehr reduziert und Radwege fördert, sowie: zahlreiche Parks, in denen man regelmäßig durchatmen kann – wenn auch garantiert im Schatten diverser Verbotsschilder.

Impressionen von Singapur finden Sie hier in der Bildergalerie:

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Tokio

Menschenmassen strömen über Straßen, füllen U-Bahnen und Wolkenkratzer – wer an Tokio denkt, hat immer auch die Bilder von einer Überzahl an Menschen auf kleinstem Raum vor Augen. Kann das gesund sein? Zumindest kein Hindernis, um einen vorderen Platz auf der Liste der gesündesten Städte der Welt zu ergattern. Einer der Gründe im Fall Tokios übrigens: das ausgezeichnete System zur Personenbeförderung, das für eine vergleichsweise niedrige Kohlenstoffdioxid-Emission sorgt. 4,89 Tonnen werden hier pro Kopf und Jahr gemessen – in Peking sind es 10,8, in Singapur 7,86.

Hinzu kommt – wie auch im Fall von Singapur – ein ganz besonderer Hang zur Hygiene. Wer schon mal in Tokio war, weiß, dass ein Gang zur Toilette oft ein Erlebnis ist, wird man dort doch nicht selten mit lauter Musik beschallt und kommt überdies in den Genuss ausgetüftelter Hightech-Hygiene. Ebenfalls nicht zu vernachlässigende Faktoren, auch wenn diese wie die Sauberkeit für ganz Japan gelten: die gesunde Ernährung, die auf Reis und Gemüse basiert, starke gesellschaftliche und familiäre Bindungen, die psychisch stabilisieren, und ein vorbildliches Gesundheitssystem. Und so erklärt sich wohl, dass der gemeine Tokio-Bewohner im Schnitt etwas mehr als 84 Jahre alt wird.

Auch die gesunde Ernährung der Japaner führt dazu, dass die Lebenserwartung hier recht hoch ist

Foto: getty

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Perth

Wenn die „Seele der Stadt” ein 400 Hektar großer Park ist, die Sonne täglich zwischen zehn und 14 Stunden scheint und schöne Strände auch nicht weit sind – dann kann man sich denken, dass es den Bewohnern dieser Stadt ziemlich gut gehen muss. In Perth, der viertgrößten australischen Metropole, auf die all dies zutrifft, sind sie überdies auch noch sehr gesund. Dafür verantwortlich ist – wie in den bisher genannten Städten auch – natürlich auch ein hervorragendes Gesundheitssystem.

Zudem legt man in Perth großen Wert auf Radwege. Zwischen 1998 und 2009 stieg die Zahl der Fahrradfahrer in der Stadt um 450 Prozent. Mit dem Rad kommt man denn auch gut in den Kings Park, die oben erwähnte „Seele der Stadt“, 1872 gegründet und mit seinen 400 Hektarn – ein Großteil davon übrigens ursprüngliches australisches Buschland – größer als der Central Park in New York. Für die User von Tripadvisor ist er einer der zehn schönsten Parks der Welt (Platz 6).

Zur Übersicht über die zehn schönsten Parks der Welt

Zahlreiche Möglichkeiten für Outdoor-Aktivitäten tragen dazu bei, dass Perth eine der gesündesten Städte der Welt ist

Foto: getty

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Kopenhagen

Dass es einen Zusammenhang gibt zwischen glücklich sein und gesund sein – davon kann man getrost ausgehen. Und so wundert es nicht, dass Kopenhagen unter den gesündesten Städten der Welt landete, gelten die Dänen doch als die glücklichsten und zufriedensten Menschen Europas. Ein Fakt übrigens, den man kürzlich auf die Gene zurückführte: Forscher der University of Warwick in Großbritannien stellten bei den Dänen den geringsten Anteil der Mutation im Glückshormon Serotonin fest – und glaubten, damit die Quelle des Glücks entdeckt zu haben, wenn auch vorerst unter Vorbehalt.

Natürlich gibt es zudem noch andere, etwas leichter zu identifizierbare Kriterien, die Kopenhagen gesund machen. So hat die dänische Hauptstadt ihren CO2-Ausstoß seit 2005 um 20 Prozent reduziert. Knapp die Hälfte der Kopenhagener fährt mit dem Fahrrad ins Büro oder zur Schule. Und mit der Straße auf der Dronning-Louises-Brücke hat Kopenhagen gar die meistbefahrene Fahrradstrecke der Welt. Und Radfahren macht nicht nur glücklich, sondern hält bekanntlich auch fit und gesund.

Impressionen aus Kopenhagen in der Bildergalerie:

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Übernachten in Tokio

Tokio ist teuer! Allerdings preiswerte Unterkünfte bieten sogenannten Businesshotels. Wer es traditionell-japanisch liebt, quartiert sich in einem Ryokan ein, schläft auf Tatami und Futon, reinigt sich im Gemeinschaftsbad und bekommt obendrein oft Frühstück und Abendessen inklusive.

Luxus: Bill Murray und Scarlett Johansson wohnten im Kultfilm „Lost in Translation“ im Park Hyatt in Shinjuku, DZ ab 380 Euro.

Business: Strix Hotel Tokyo , gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenige Gehminuten vom Bahnhof Ikebukuro entfernt, Zimmer ab 15.000 Yen (ca. 100 Euro).

Günstig: Die Häuser der Sakura-Kette, von denen es vier Stück in Tokio gibt. Es gibt Zimmer mit eigenem Bad oder mit Gemeinschaftsbad, alle haben Internetverbindung, EZ mit eigener Dusche im Sakura Ikebukuro 6800 Yen (ca. 50 Euro).

Ryokan: Die 42 Tatami-Zimmer im Kimi Ryokan sind winzig, sehr sauber und kosten ca. 30 Euro pro Person. Es gibt eine Waschküche (Benutzung gegen Gebühr), eine Dachterrasse, eine Gemeinschaftsküche, eine Lounge mit Kamin, eine original japanische Holzbadewanne (Hinoki) sowie Wifi.

Backpacker: Das Backpackerhotel Khaosan Tokyo liegt im historischen Viertel Asakusa bietet Schlafplätze ab ca. 16 Euro im Vier-Bett-Zimmer.

Das Besondere: Wer mit Partner nach Tokio kommt, muss ein Love-Hotel ausprobieren. Geboten wird nahezu jedes Ambiente vom Raumschiff über ein Liebesnest im Micky-Maus-Stil bis zum Dschungelzimmer. Japaner schätzen das Hotel Velare in Shibuya, DZ ab 130 Euro.

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