Die düstere Geschichte der „Disco Ayala“ auf Kuba

Der unheimlichste Club der Karibik

In der Nähe von Trinidad befindet sich einer der angesagtesten Nachtclubs von Kuba. Das Besondere: Die Menschen tanzen und feiern hier nicht in einer gewöhnlichen Disko – sondern in einer Höhle. Doch so fröhlich wie heute ging es in den unterirdischen Gewölben längst nicht immer zu. Denn einst trieb hier ein Serienkiller sein Unwesen.

Es war Ende des 19. Jahrhunderts, als Carlos „Coco“ Ayala in der unterirdischen Höhle bei Trinidad Zuflucht suchte. Den Erzählungen nach versteckte er sich dort, weil er im Unabhängigkeitskrieg Kubas gegen die Spanier zum Deserteur geworden war. Doch weitaus schlimmere Vergehen als dieses werden Ayala nachgesagt: Ein Serienkiller soll er gewesen sein, der es hauptsächlich auf Kinder abgesehen hatte. Immer wieder soll er kleine Jungs und Mädchen entführt und in der Höhle ermordet haben.

Die grausamen Taten fanden erst ein Ende, als Ortsansässige Ayala schnappten und ihn anschließend köpften. Der mutmaßliche Serienkiller wurde zur düsteren Legende, die von Generation zu Generation weitergetragen wird. Wie die italienische Onlinezeitung „Le news più strane“ berichtet, sollen kubanische Mütter ihren Kindern noch heute gelegentlich mit den Worten drohen: „Sei brav oder Coco Ayala kommt dich holen.“

Vom Tatort zur Diskothek

Wer heute die Höhle etwas außerhalb von Trinidad besucht, hat ganz sicher keine düsteren Geschichten über Mord und Totschlag im Sinn, sondern will vor allem eines: ausgelassen feiern. Seit einigen Jahren befindet sich nämlich in der Natursteinhöhle ein angesagter Nachtclub, der vor allem bei Einheimischen beliebt ist und inzwischen auch immer mehr Touristen anzieht. So schreibt ein brasilianischer Reiseblogger auf Instagram, die „Disco Ayala“ sei ein Ort, der jenseits dessen liege, was man sich sonst unter einem Club vorstelle.

Ein bisschen spooky ist es in den Gewölben im Dämmerlicht der Diskobeleuchtung zwar schon – aber ungewöhnlicher als hier tanzt man wohl nirgendwo sonst auf Kuba. Es gibt drei Bars und fünf verschiedene Tanzflächen, auf denen sich Nacht für Nacht bis zu 4000 Menschen drängen. Die Disko ist an sieben Tagen die Woche geöffnet, gefeiert wird bis in die frühen Morgenstunden.

An den Serienkiller aus dem 19. Jahrhundert erinnert heute nur noch eines: der Name. Nicht jeder in Trinidad hat Verständnis dafür, dass der Nachtclub ausgerechnet „Disco Ayala“ getauft wurde. Es sei doch reichlich widersprüchlich, einer Disko den Namen eines Mannes zu geben, der als Psychopath und mutmaßlicher Mörder in die Geschichte eingegangen sei, monierten viele. Mayte Garcia Sanchez, Unterhaltungschefin in der „Disco Ayala“, ist anderer Meinung. Dem Onlineportal „Odditycentral“ sagte sie: „Die Legende von Ayala wird nicht wieder aufgewärmt. Wir verkaufen nicht seine Geschichte, sondern wir sind einfach nur ein Nachtclub in einer Höhle mit natürlichen Attraktionen, und genau das lieben Touristen.“

Dieses Video zeigt weitere Eindrücke aus der Disko:

Mehr Fotos und Bewertungen der „Disco Ayala“ finden Sie hier

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Foto: 1414

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