Dunkle Bedrohung in Tunesien

Sahara verschluckt legendäres „Star Wars“-Dorf

Eingefleischte „Star Wars“-Fans müssen jetzt ganz stark sein: Mos Espa, legendäre Heimat von Anakin Skywalker, droht im Sand zu versinken. TRAVELBOOK zeigt, wie Sie jetzt schnell noch hinkommen und wo Sie sonst noch auf den Spuren der Sternenkrieger wandeln können.

Angelika Pickard Von Angelika Pickardt

Wie aus dem Nichts tauchen sie in der scheinbar endlosen Weite auf: Kleine Kuppeln, Tore und Mauern erheben sich aus dem Sand von Tunesiens Wüste, dazwischen ragt eine weiße Rakete in den Himmel. Merkwürdig still ist es hier – und unweigerlich fühlt man sich wie auf einem fremden Stern.

So ähnlich muss es George Lucas ergangen sein, als er hier Mitte der 90er-Jahre den Wüstenplaneten Tatooine für die Episode I seiner „Star Wars“-Filme zum Leben erweckt hat. Die etwa 20 Häuser der fiktionalen Stadt Mos Espa, Heimat von Anakin Skywalker – dem späteren Darth Vader –, stehen nordwestlich von Tozeur in der kargen Landschaft zwischen dem Salzsee Chott el Djerid und den Gebirgszügen Südtunesiens und ziehen bis heute „Star Wars“-Fans aus aller Welt an.

Wer noch selbst auf dem Wüstenplaneten landen will, sollte sich beeilen: Die Science-Fiction-Kulissen versinken nach Untersuchungen von Geoforschern nämlich allmählich im Sand.

Wanderdünen sind die dunkle Bedrohung für Mos Espa. Mit bis zu 15 Metern pro Jahr bewegen sich die Sandmassen auf die Filmstadt zu – einige der von Fans liebevoll restaurierten Gebäude sind bereits erreicht und drohen zu versinken.

Aber es gibt noch mehr Orte in Tunesien, die als Kulissen für die „Star Wars“-Episoden dienten: Im Höhendorf Matmata zum Beispiel kann man dort übernachten, wo Luke Skywalker einst wohnte. Das Hotel Sidi Driss besteht aus mehreren Höhlen, in denen man zwar nicht unbedingt komfortabel, dafür aber stilecht wie ein Weltraumheld logiert. Auch auf der Insel Djerba sind einige Szenen aus „Krieg der Sterne“ entstanden: Bereits 1977 wurden unter anderem in Sidi Jemour die Szenen der fiktiven Stadt Mos Eisley gedreht, die in „Star Wars IV – Eine neue Hoffnung“ zu sehen sind. Die noch vorhandenen alten Gebäude sind heute größtenteils bewohnt oder dienen anderen Zwecken.

Eine gute Nachricht für alle „Star Wars“-Anhänger zum Schluss: Darth Vaders Heimat Mos Espa wird nicht vollends untergehen. Irgendwann werden die Wanderdünen weiterziehen und die Gebäude wieder freigeben. Und auch dann werden sich fleißige Helfer finden, die Tatooine wieder zu neuem alten Glanz verhelfen. 

Hinkommen und Übernachten

Der nächste Flughafen ist Djerba, Tunis Air und Air Berlin  fliegen täglich dorthin. Dann per Mietwagen über Medenine und das Dahar-Gebirge nach Matmata. Dort befindet sich das „Star Wars“-Hotel Sidi Driss, in dem einst Luke Skywalker im Film wohnte.


Von Matmata geht es per Mietwagen weiter über Douz, Kebili und den riesigen Salzsee Chott el Djerid nach Tozeur und Nefta. Auf eigene Faust sollte man die befestigte Landstraße besser nicht verlassen, wenn man sich nicht auskennt. Geführte Touren von Tozeur aus zu den Filmsets gibt es zum Beispiel über Ali Touareg Tour Guide.

Übernachten in Tozeur: Zum Beispiel im komfortablen Vier-Sterne-Hotel Ksar Rouge mit Wellness-Bereich, ab 117 Euro im Doppelzimmer.

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