Moment mal, waren die Feste nicht gerade?

Hier steht Weihnachten und Neujahr noch vor der Tür

Während in Deutschland noch Katerstimmung herrscht, die guten Vorsätze für das neue Jahr noch Bestand haben und der Bauch rund vom Fest der Liebe ist, stehen Silvester und Weihnachten anderswo erst noch bevor.

Von Felix Witte

Im orthodoxen Russland wird Heiligabend zwar auch am 24. und 25. Dezember gefeiert, aber nicht nach unserem Kalender. Die orthodoxen Feiertage richten sich in Russland nach dem Julianischen und nicht nach dem bei uns verbreiteten Gregorianischen Kalender, obwohl dieser seit 1918 auch offiziell in Russland gilt. Aber eben nicht in kirchlichen Angelegenheiten. Daher ist Weihnachten in Russland um zwölf Tage verschoben (kein Zufall: Es ist genau die Zahl der Apostel Jesu) und wird erst am 06./07. Januar gefeiert.

Übernachten in der Hauptstadt: Die besten Hotels in Moskau

Väterchen Frost

Foto: Getty Images

Post-Kommunismus zur Nachweihnachtszeit

Die russischen Weihnachtsmärkte eröffnen in Russland meist am 23.12.2013 – just an dem Tag, an dem die deutschen Weihnachtsmärkte schließen – und bleiben teils bis Februar geöffnet. Einer der schönsten Weihnachtsmärkte Russlands ist der „Straßburger“ Weihnachtsmarkt auf dem Manegen-Platz, ganz in der Nähe des Roten Platzes. Hier werden in europäischem Flair an zahlreichen kleine Holzhütten Essen, Souvenirs und Spielzeug angeboten.

Eine typisch russische Atmosphäre findet man auf dem Weihnachtsmarkt im „Allrussischen Ausstellungszentrum“ (ehemalige sowjetische Landesausstellung WDNCh), wo zu Zeiten der UdSSR alljährlich die Errungenschaften des Kommunismus gefeiert wurden. Auf dem Areal stehen heute typisch russisch verzierte Hütten. Hier mischt sich die (post-)weihnachtliche Stimmung mit dem Post-Kommunismus.

Weihnachten im kommunistischen Russland: Verboten

Dass ausgerechnet auf dem „Allrussischen Ausstellungszentrum“ ein Weihnachtsmarkt stattfindet, birgt eine gewisse Ironie: In der Sowjetunion war Weihnachten per Verordnung komplett abgeschafft. Um das Verbot zu umgehen, wurden die Bräuche daher von vielen Familien auf den Neujahrstag verlegt. Noch heute kriegen die Kinder orthodoxer Familien ihre Geschenke an Silvester. Erst im Jahr 1992, nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes, wurde das russisch-orthodoxe Weihnachten erneut zu einem offiziellen Feiertag ernannt.

2014 – Das Jahr des Pferdes

In Asien spielt Weihnachten traditionell keine Große Rolle. Dafür ist der Jahresbeginn umso wichtiger. Nur: In China, Tibet, Singapur und vielen anderen asiatischen Ländern hat das neue Jahr noch gar nicht begonnen! Silvester wird hier erst am 31. Januar gefeiert – und mit einem gigantischen Feuerwerk begrüßt. Denn obwohl man in China, genau wie in Russland, mittlerweile den Gregorianischen Kalender benutzt (seit 1949), richtet sich der Beginn des chinesischen Jahres nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender. Danach wird 2014 das Jahr des Pferdes begrüßt – dies steht für Lebenslust und Temperament.

Mit dem roten Drachen ins neue Jahr tanzen

Die Hauptstadt des Feuerwerks ist Hongkong. 24 Stunden lang knallt es in der ganzen Stadt, bunte Raketen explodieren pausenlos vor den verspiegelten Fenstern der Bürotürme. Neujahr ist in China ein Fest des Konsums, manche Feuerwerkskörper kosten dreistellige Beträge. Denn: Je erfolgreicher eine Familie ist, umso mehr gibt sie auch aus, damit die Freunde und Nachbarn ihren Status sehen können. Eine mittelständische Familie kauft schon mal eine komplette Wagenladung Feuerwerkskörper.

Gleichzeitig findet in der Innenstadt eine bunte Festtagsparade statt, bestehend aus traditionellen Tänzern, riesigen Papierdrachen, Cheerleadern, Sportlern, Feuerwehr, Polizei, Buddhistischen Mönchen und vielen mehr. Nach der Parade kann man im dicht besiedelten Bezirk Mongkok die lokalen Gerichte probieren, oder im Bezirk „Happy Valley“ auf der gleichnamigen Pferderennbahn sein Glück versuchen. Zu Mitternacht ziehen dann mehrere Schiffe in den Victoria Harbour, deren Bäuche komplett mit Feuerwerkskörpern gefüllt sind. Von dort aus wird dann eines der spektakulärsten und am besten choreografierten Feuerwerke der Welt gezündet – bis der gesamte Hafen im schwefeligem Rauch verschwindet. Dieses Spektakel sollte man mit einem Glas Champagner in der Hand von der Bar „Felix“ des Peninsula Hotels im Bezirk Kowloon verfolgen.

Die besten Hotels in Hong Kong

Drachenumzug in Hong Kong

Foto: DPA Picture Alliance

Wer seinen chinesischen Bekannten eine Freude machen will, sollte sie am 31. Januar mit „Zhāocáijìnbǎo“ begrüßen – das bedeutet frei übersetzt: Wer Wohlstand erwirbt, zu dem kommen auch andere wertvolle Dinge.

Thailand feiert im Frühling in das neue Jahr – bei leuchtender Brandung

In Thailand, Kambodscha, Myanmar, Laos und Sri Lanka wird erst am 13. bis 16. April in das neue Jahr (genannt Songkran) gefeiert. Allerdings wird das neue Jahr anders gefeiert als bei uns: Statt Böller und Raketen zu zünden, bespritzen sich die Thailänder gegenseitig mit Wasser, um sich zu reinigen und zu weihen.

So ist es zumindest Tradition, an vielen Stränden Thailands ist aus dem religiösen Ritual allerdings eine wilde Feier geworden. Tausende Menschen berauschen sich gemeinsam und tanzen an diesem Tag in der warmen Brandung der thailändischen Inseln. Wer Glück hat, erlebt hier ein besonderes Naturschauspiel: An manchen Abenden erzeugen Mikroorganismen hier bei jeder Brandung und jeder Bewegung des Körpers im Wasser ein blau-grünes Leuchten.

Wer also von Weihnachten und Neujahr noch nicht genug bekommen hat, hat irgendwo auf der Welt noch eine zweite Chance...

Buchen Sie auf TRAVELBOOK Ihren Urlaub! Hier geht's zum Reise-Planer.

Reise planen

  1. Hotel
  2. Mietwagen
  3. Bahn
  • Hotelsuche
    powered by
    Hotel-Suche
    Reisetermin
    Formular absenden
  • Suche Mietwagen
    powered by
    Mietwagen-Suche
    Abholort
    Rückgabeort
    Abholdatum
    Rückgabedatum
    Formular absenden Weitere Optionen
  • Suche Bahn
    powered by
    Bahn-Suche
    Von
    Nach
    Hinfahrt
    Rückfahrt
    Formular absenden Weitere Optionen