Die engste, die kürzeste, die ekligste....

Die 10 verrücktesten Straßen der Welt

Eine Marktstraße, durch die mehrmals am Tag ein Zug durchfährt, eine Korbschlittenfahrt, die gar Hemingway das Fürchten lehrte, und allerlei Superlative – das Magazin „Travel + Leisure“ hat die verrücktesten Straßen der Welt zusammengestellt. TRAVELBOOK stellt die spannendsten von ihnen vor.

1. madeira: Rasante rutschpartie

Ernest Hemingway bescherte diese Straße zwischen Monte und Funchal einst eines der aufregendsten Erlebnisse seines Lebens, und das mag was heißen. Schließlich hatte der Mann schon einiges mitgemacht – von Großwildjagden in Afrika bis zum Bürgerkrieg in Spanien. Und auch heute, mehr als ein halbes Jahrhundert nach Hemingways Besuch auf Madeira, setzt die Rutschpartie in dem luftigen Korbschlitten – einer Mischung aus Rattanstuhl und Wäschekorb mit Kufen drunter – bei den Passagieren Stoßgebete und Adrenalinschübe frei.

Für dieses Video haben zwei Touristen aus Deutschland die Kamera mitlaufen lassen:

Erfunden hatte die Korbschlittenfahrt, die heute eine Touristenattraktion auf der portugiesischen Insel ist, ein britischer Geschäftsmann im 19. Jahrhundert, der es leid war, täglich von Monte nach Funchal zu laufen und sich offenbar auch nicht wie die wohlhabenden Touristen jener Zeit in Hängematten oder Sänften von Monte in die Stadt hinuntertragen lassen wollte. Seitdem also kann man die vier Kilometer lange, steile und kurvenreiche Strecke in dem Korbgefährt heruntersausen – angestoßen und gelenkt, gezogen und gebremst von zwei Männern in weißer Kleidung, den „Carreiros“. Wieder hoch nach Monte kommt man übrigens mit der Seilbahn.

Die Korbschlittenstation liegt unterhalb der Kirche Nossa Senhora do Monte. Eine Fahrt kostet für zwei Personen 25 Euro (Einzelfahrten gibt es nicht).

2. Thailand: Ein Markt, ein Zug

Wenn in den sozialen Netzwerken ein Filmchen vom Maeklong Markt in Thailand auftaucht, wird dieses garantiert oft geteilt. Denn was er zeigt, ist einfach unglaublich. Und so geht die Handlung: Man sieht einen Markt mitten in Asien, der so aussieht wie Märkte in Asien nun mal aussehen – es ist eng, Planen schützen vor der Sonne, es gibt Obst und Gemüse, Fisch und Frösche und noch so allerlei anderes Getier, das die wenigsten Europäer zuvor je gesehen haben.

Plötzlich fangen die Verkäufer an, die Planen einzuklappen. Sie räumen Tische und Stühle beiseite. Nur, was nicht auf oder innerhalb der Schienen steht, lässt man an seinem Platz. Dann ertönt ein Signal und von hinten schiebt sich ein orangefarbener Zug ins Bild, während sich so mancher Verkäufer an die Mauer drückt. Der Zug kommt näher, bewegt sich durch die enge Straße, füllt sie nahezu aus – und unweigerlich hält man den Atem an. Ist der Zug durchgefahren, räumen die Verkäufer ihre Waren wieder an ihren Platz und binnen weniger Minuten erinnert nichts mehr daran, dass hier gerade noch ein Zug durchgefahren ist.

Und so sieht das zum Beispiel aus:

Wer seinen eigenen Film von dem Spektakel drehen will, hat achtmal am Tag Gelegenheit dazu. Zu finden ist der Markt rund 75 Kilometer südwestlich von Bangkok im Städtchen Samut Songkhram. Die Strecke ist Teil der Mae-Khlong-Maha-Chai-Linie, die West-Bangkok, Wong Wian Yai in Thonburi und Samut Songkhram verbindet.

Weitere Informationen über Thailand als Reiseziel finden Sie hier


3. Kanada/USA: Eine Straße, zwei Länder

Der Legende nach hatten die Landvermesser, welche die exakten Außengrenzen der USA festlegen sollten, ordentlich einen sitzen, als sie an diese Stelle kamen. Anders ist kaum zu erklären, warum die Grenze mitten durch den Ort führt, nicht nur die Straße teilt, sondern auch Häuser binational macht – bis hin zur Oper, deren Bühne sich nun offiziell in Kanada befindet, deren Eingang aber in den Staaten. Oder das Gebäude, in dem die Post sitzt: Hier gibt es einen Ausgang für die Staaten, einen anderen für Kanada.

Eine Autofahrt entlang der Rue Canusa im Video:

Wer mit dem Auto die Rue Canusa entlangfährt, kommt also in das einzigartige Vergnügen, das eine Land zur Linken, das andere zur Rechten zu haben. Quebec hier, Vermont da. Kanadier links, Amis rechts. Oder umgekehrt. Aber Vorsicht vor unerlaubten Grenzübertritten, angeblich sollen Helikopter sofort zur Stelle sein, sollte hier jemand ohne Erlaubnis die Seiten wechseln.

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4. Kalifornien: Komm mit Kaugummi

Wenn Sie zu denen gehören, für die es kaum etwas Ekligeres gibt als alte festgetrocknete Kaugummis, dann sollten Sie diese schmale Gasse in San Luis Obispo in Kalifornien unbedingt meiden. Denn auf der Bubblegum Alley ist der Name Programm: Links und rechts des Weges sind die Wände zugeklebt mit alten Kaugummis – und die widerliche Schicht wächst seit Jahrzehnten. Die „vermutlich unappetitlichste Straße Kaliforniens“ wird die Bubblegum Alley in einem Reiseführer denn auch genannt.

Erst kauen, dann kleben: Bubblegum Alley in San Luis Obispo

Foto: getty

Vermutlich waren es Kids aus der örtlichen High School, die mit dem Verzieren der Wände begannen. Und offenbar reagierte die Stadt zu spät. Der Versuch der Feuerwehr, die Kaugummis mit Sprühwasser von den Wänden zu lösen, hatte weitreichende Folgen: Die Kaugummis wurden hoch in die Luft geschleudert und regneten dann in weitem Umkreis auf Passanten nieder. Doch inzwischen wurde aus der Not eine Tugend: Die Kaugummi-Straße zieht täglich 300 bis 400 Touristen an und ist eine beliebte Kulisse für Filme und Musikvideos.

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5. Flensburg: Wo die Schuhe baumeln

Schon mal was von Shoefiti gehört? Der Begriff setzt sich zusammen aus dem englischen Shoe für Schuh und Graffiti und bezeichnet das weltweit zu beobachtende Phänomen, dass Paare von Schuhen zusammengebunden über Äste, Leinen, Kabel oder Ähnlichem geworfen werden. Der Trend soll aus dem englischsprachigen Raum stammen, wo (etwa in Schottland) Männer ihre Schuhe ins Fenster hängten, sobald sie keine Jungfrau mehr waren – oder sie (in der Bronx in New York) Drogen zu verkaufen hatten.

Schuhe baumeln über der Norderstraße in Flensburg. Warum nur?

Foto: Flensburg Fjord Tourismus GmbH

Warum die Schuhe seit 2005 über der Norderstraße in Flensburg baumeln, ist hingegen noch nicht hinlänglich ergründet. Zumindest beflügeln die Schuhe die Fantasie – vor drei Jahren wurde gar ein Schreibwettbewerb ausgerufen, in dem man nach der besten Begründung für das Phänomen suchte, der Wahrheitsgehalt zählte da schon lange nicht mehr. Allerdings gibt es vermutlich eine einfache Erklärung: Kunden eines Skatershops sollen nach dem Kauf neuer Turnschuhe ihre alten Treter einfach im Geschäft zurückgelassen und der Ladenbesitzer sie später über die Leine geworfen haben – woraufhin sich sein Nachbar vom St-Pauli-Fanshop einfach anschloss.

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6. Sydney: Guck mal, wer da piept

Auch in dieser kleinen Nebenstraße in Sydney baumelt etwas über den Köpfen der Passanten. Vogelkäfige sind es, weit über hundert. Sie sind zwar alle leer. Dennoch kann man die Vögel hören. Nicht live zwitschern sie, sondern vom Band. Und das hat Methode. Schließlich leben die 50 Vögel, die einst hier im Zentrum von Sydney heimisch waren, gar nicht mehr in der City. Als die Europäer kamen und aus der Siedlung eine Stadt wurde, sind sie nach und nach verschwunden.

Guck mal, wer da piepst! Nur: Die Käfige über den Köpfen der Passanten von Angel Place in Sydney sind – leer

Foto: getty

Forgotten Songs, so der Name des Projekts am Angel Place mitten im Geschäftsviertel von Sydney. 2009 wurde es von Michael Thomas Hill hier installiert – und erfreute sich so großer Beliebtheit, dass aus der temporären eine dauerhafte Installation wurde. Ein Besuch lohnt sich übrigens mehrmals: Denn je nach Tageszeit ändern sich die Vogelstimmen, so hört man abends und nachts nur die nachtaktiven, während es mit Sonnenaufgang wieder etwas lebhafter zwitschert – aus den leeren Käfigen.

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7. Neuseeland: Die weltweit steilste

Betreten wir nun das Reich der Superlativen und Extreme. Denn auch äußerst ungewöhnliche Maße machen Straßen zu ganz besonderen. Bei der Baldwin Street im North East Valley, wenige Kilometer von Dunedin in Neuseeland entfernt, ist es zum Beispiel die Steigung. 35 Prozent beträgt diese, weshalb die Baldwin Street als „die steilste Straße der Welt“ gilt. Wer diese in San Fancisco vermutet hat, dürfte das überraschen. Aber die dortigen Filbert Street und 22nd Street haben beide nur eine Steigung von 31,5 Prozent.

Steiler geht's nicht: die Baldwin Street in Neuseeland

Foto: dpa

So eine Rutsche vor der eigenen Haustür will natürlich bespielt werden. So lässt man einmal im Jahr 30.000 Jaffa-Kekse (runde Schokokugeln mit Orangengeschmack) gegeneinander antreten – und den Berg runterrollen. Aber auch Menschen stellen sich der steilen Herausforderung: Bei dem jährlichen „Baldwin Street Gutbuster“ muss man die Straße einmal hinauf und anschließend wieder hinunter laufen ist. Der Rekord von 1:56 Minuten wurde 1994 aufgestellt. Und im Jahr 2000 schaffte der Bayer Thomas Hugenschmidt mit seinem Fahrrad auf dieser Straße einen neuen Geschwindigkeitsrekord von 117,3 km/h.

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8. Reutlingen: Die weltweit engste

Selbst der chinesische Staatspräsident Hu Jintao zwängte sich schon durch diese schmale Gasse in Reutlingen, womit endgültig Bestätigung fand, was sich jene rührige Tourismus-Managerin, auf deren Bestreben die Spreuerhofstraße 2007 in das Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen wurde, einst nur wünschen konnte: Die „engste Straße der Welt“ – an ihrer schmalsten Stelle misst sie gerade einmal 31 Zentimeter – ist eine wahre Attraktion. Und lockt endlich Touristen in das bis dato im Schatten von Tübingen oft vernachlässigte Städtchen.

Bauch einziehen: 31 Zentimeter misst die Spreuerhofstraße in Reutlingen an ihrer engsten Stelle

Foto: dpa

Doch vor einigen Jahren war die Attraktion in Gefahr: Das Haus mit der Nummer 9 neigte sich dramatisch aufgrund morschen Gebälks und drohte, zu verfallen. Ein Abriss hätte allerdings den Rekord-Titel gefährdet, befindet sich doch genau hier die engste Stelle. Da der Eigentümer das Haus nicht modernisieren wollte, kaufte die Stadt es im Oktober 2013 und begann mit der Sanierung. Irgendwann könnten hier Touristen wohnen, gar eine Honeymoon-Suite können sich die Stadtväter hier vorstellen.

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9. Schottland: Die weltweit kürzeste

Mit gerade einmal 2,06 Meter gilt der Ebenezer Place im schottischen Wick, zu dem nur die schmalste Seite des Gebäudes von Mackays Hotel gehört, als die kürzeste Straße der Welt. So steht es seit 2006 im Guinnessbuch der Rekorde. Ganz unumstritten ist das freilich nicht. Zuvor nämlich galt die Elgin Street im englischen Bacup mit ihren knapp fünf Metern als kürzeste Straße der Welt.

Zum Ebenezer Place gehört nur die schmalste Seite des Gebäudes von Mackays Hotel, an der sich der Eingang zum „No. 1 Bistro“ befindet

Der Ebenezer Place verdankt seine Existenz einem Irrtum. Die Ortsverwaltung hatte den Besitzer des Hotels angewiesen, ein Straßenschild an der kurzen Gebäudeseite anzubringen, da man davon ausging, es führe auch tatsächlich eine Straße vorbei. Registriert wurde der Name „Ebenezer Place“ aber erst 1887, als dort eine Eingangstür eingebaut worden war.

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10. Portugal: Mühelos den Berg hoch

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Auto, stellen den Motor ab, lösen die Handbremse – und dann rollen Sie wie von selbst den Hügel hoch. Sie glauben, das ist nicht möglich? Dann fahren Sie mal nach Braga in Portugal, peilen die Estrada de Bom Jesus an und lassen Sie sich von Einheimischen die Stelle zeigen, wo das funktioniert.

Und so sieht das dann im Video aus:

Woran es liegt, dass man hier den Berg mühelos hochrollt, ohne Gas geben zu müssen? Darüber wurde viel gerätselt. Manche vermuteten ein Magnetfeld, dass die Karossen magisch anzieht. Andere glaubten an die besonders anziehende Kraft der Kirche Bom Jesus do Monte oben auf dem Berg. Doch tatsächlich ist eine optische Täuschung Schuld. Hier treffen zwei Straßen einfach so aufeinander, dass die obere wie eine Abfahrt aussieht.

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