Gaza-Konflikt erreicht Tel Avivs Flughafen

Flugverbot sorgt für Chaos und Unverständnis

Jetzt hat der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern den internationalen Reiseverkehr erreicht. Angesichts der Hamas-Raketen haben viele Airlines Flüge nach Israel gestrichen. In Israel reagiert man darauf mit Kritik – und einem Alternativvorschlag.

Flughäfen sind Durchgangsstationen und oft kaum eine Erwähnung wert, wenn jemand von seiner Reise erzählt. Es sei denn, diese führte nach Israel – und dann zwangsläufig über den Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Denn wer hier einmal war, hat garantiert etwas zu erzählen.

Von absurd umfangreichen Sicherheitskontrollen etwa, von strengen Passagierbefragungen oder zumindest der wahrnehmbaren, oft aber kaum näher zu identifzierbaren Stimmung auf diesem einzigen und daher so bedeutenden internationalen Flughafen Israels, der weit mehr ist als ein schnöder Airport. Er ist das wichtigste Tor nach Israel und aus Israel heraus. Er ist: ein Nadelöhr. Und seit Beginn des Krieges vor drei Wochen leider auch: Ziel von Raketen aus dem Gaza-Streifen.

Am Dienstagvormittag schlug in der Ortschaft Jahud nahe des Flughafens Ben Gurion eine Rakete ein – und schreckte damit auch die US-Luftfahrtbehörde FAA auf. Man sah die Passagierflugzeuge in Gefahr und untersagte allen US-Gesellschaften die Flüge. Kurz darauf setzten auch die Deutsche Lufthansa und alle Airlines der Lufthansa Group für 36 Stunden sowie Air France ihre Linienflüge nach Ben Gurion aus. Am Abend schloss sich auch Air Berlin an.

Müssen am Boden bleiben: Maschinen der United Airlines auf dem Newark Liberty International Airport

Foto: dpa

Das FAA-Verbot gelte für den Ben-Gurion-Flughafen für eine Dauer von 24 Stunden, teilte die US-Behörde am Dienstag mit. Betroffen seien Starts und Landungen von US-Maschinen. Die US-Fluglinien Delta und US Airways stoppten daraufhin ihre Flüge. Delta suspendierte ihre Israelverbindungen bis auf Weiteres. Viele Israelis, die ins Ausland fliegen wollten, mussten wieder nach Hause fahren. Andere konnten nicht nach Israel zurückfliegen.

Etwa drei Viertel der Flüge auf den Anzeigetafeln seien gestrichen, berichtete eine Reporterin des israelischen Fernsehens am Mittwochmorgen vom Flughafen Ben Gurion. Was aber auch bedeutet: Manche Maschine hebt doch ab. Denn anders als im Fall des Flugraums über der Ostukraine nach dem MH17-Abschuss erfolgte keine offizielle Sperrung des Luftraums. British Airways zum Beispiel hatte noch am Mittwochmorgen Flüge in die Stadt angesetzt. Und wenn es nach Israel ginge, würde ohnehin keine einzige Maschine am Boden bleiben.

Auf dem Flughafen Roissy Charles de Gaulle in Paris: Der Flug nach Tel Aviv ist gestrichen

Foto: dpa

„Wir sind überzeugt, dass wir den Flughafen schützen können”, sagte der israelische Armeesprecher Peter Lerner am Mittwoch. Abflüge und Landungen auf Ben Gurion seien vollkommen sicher, findet denn auch Israels Transportminister Israel Katz und rief dazu auf, das Flugverbot rückgängig zu machen, berichtete der israelische Rundfunk. Auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte mit Unverständnis und beschwerte sich noch am Dienstag telefonisch bei US-Außenminister John Kerry, der entgegnete, die Maßnahme diene einzig dazu, amerikanische Bürger und Airlines zu schützen.

In Amerika selbst gibt es auch schon Kritik am Flugverbot: Der ehemalige New Yorker Bürgermeister und Milliardär Michael Bloomberg wolle zeigen, dass der Flugverkehr von und nach Tel Aviv sicher sei – und kündigte an, entgegen der Warnung mit einer El-Al-Maschine nach Israel zu fliegen. Was solle passieren? Ben Gurion, so Bloomberg, sei der „am besten gesicherte Airport der Welt“.

Die hiesige Reisebranche, die mit dem Flugverbot natürlich harte Einbußen fürchtet, nimmt die Warnungen inzwischen ernst und forderte eine Alternative zum Ben Gurion: Der Militärflughafen Ovda im Süden des Landes müsse für internationale Flüge zugänglich gemacht werden, hatte der Vorsitzende des Verbands israelischer Reiseveranstalter, Jossi Fatal, gefordert. Und tatsächlich entschied die israelische Regierung, einen Ausweichflughafen in der Negev-Wüste für internationale Flüge zu öffnen.

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