Teil 4: Gute Vorsätze im Urlaub angehen

Eine Sprache lernen! Wie das im Urlaub geht

Eine Sprache lernt man am besten in dem Land, wo sie gesprochen wird. Und sehr gut natürlich im Urlaub, kann man hier doch das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Doch wie organisiert man seinen Ferientrip mit Lerneffekt? Am bequemsten natürlich über einen Sprachreise-Anbieter. Doch ist das wirklich das Beste?

Sprachreisen haben verschiedene Vorteile: Unterricht und Unterkunft werden vom Veranstalter organisiert und Ausflüge mit der Klasse zuweilen auch. Doch ist eine Sprachreise wirklich das richtige für jemanden, der vom Alter her vielleicht nicht mehr als Student durchgeht und somit älter ist als die meisten seiner Mitschüler? Und der auch gewisse Ansprüche hat an den Kurs. Wenn man seinen Urlaub schon mit Pauken verbringt, dann sollte doch alles perfekt und effektiv sein.

Die schönste Art, eine Sprache zu lernen: gemeinsam mit Muttersprachlern eine gute Zeit haben.

Foto: Corbis

In der Tat erfüllen viele Sprachreisen nicht die Erwartungen der Kursteilnehmer. Der Unterricht wird oft nur streng nach Lehrbuch durchgezogen, alternative Lernmethoden kommen wenn, dann nur sparsam zum Einsatz. Und wer sich für eine Privatunterkunft entschieden hat, in der Hoffnung dort bei freundlichen Gastfamilien seine Sprachkenntnisse gleich anzuwenden, findet sich nicht selten in dunklen Kämmerchen wieder, die der Hausbesitzer nur deswegen an Sprachschüler abtritt, weil er damit ein bisschen Geld verdienen kann.

Wer eine Sprachreise bucht, sollte also auf einige Dinge achten. Oder eine Alternative suchen. TRAVELBOOK zeigt, welche Möglichkeiten es gibt, im Ausland seine Sprachkenntnisse zu vertiefen – und eine gute Zeit dabei zu haben.


Der Klassiker: Die Sprachreise

Die größte Herausforderung besteht hier wohl darin, aus dem großen Markt der Anbieter den passenden herauszusuchen. Dann muss man sich in der Regel nur noch entscheiden, ob man im Hotel, einem Apartment – allein oder in einer WG mit anderen Schülern –, einer Studentenunterkunft oder im Privatzimmer wohnen möchte. Der Rest wird vom Veranstalter organisiert. Diese Art des Sprachenlernens im Ausland ist natürlich die bequemste und auch sicherste – über das deutsche Reisevertragsgesetz sind die eingezahlten Beträge gesichert –, doch nicht unbedingt die preisgünstigste.

Wie Sie die passende Sprachreise finden und was Sie bei organisierten Bildungsreisen beachten sollten, finden Sie rechts in den Kästen.

Die Alternative: Alles selbst organisieren

Was der Sprachreiseveranstalter macht, kann man eigentlich auch alles selbst: Flüge buchen, Unterkunft organisieren, Sprachkurs auswählen (denn die Sprachschulen am Urlaubsort recherchiert man einfach über das Internet). Die Vorteile an dieser Variante sind vielfältig: Die Flüge kann man bei Billigairlines buchen und spart dabei Bares. Bei der Zimmersuche kann man sich einen Gastgeber aussuchen, mit dem man auf einer Wellenlänge liegt und der auch gern Zeit mit einem verbringt – etwa, wenn man Couchsurfing betreibt oder über Airbnb ein Zimmer in einer WG sucht.

Hier geht es zu den Internetseiten von Couchsurfing und Airbnb.

Es muss nicht immer ein Sprachkurs sein: Auch in Volunteering-Projekten kann man seine Sprachkenntnisse anwenden und erweitern

Foto: dpa Picture Alliance

Für Fortgeschrittene I: Arbeiten statt Pauken

Wer seine Sprachkenntnisse nur auffrischen will, muss eigentlich nicht die Schulbank drücken. Er kennt die Grammatik und die Vokabeln – und was er nicht weiß, schaut er in Büchern oder im Internet nach. Viel wichtiger ist daher die Möglichkeit, die Sprache anzuwenden, also: mit Einheimischen zu sprechen. Am besten geht das eigentlich auf Arbeit, denn gemeinsame Projekte bieten Gesprächsstoff, Abläufe müssen organisiert, Jobs verteilt werden. Ein Freiwilligendienst im Ausland – etwa in Südamerika oder Südafrika – ist daher eine wunderbare Alternative zum Sprachkurs, zumal man sich hierbei auch noch nützlich macht und – etwa bei sozialen Projekten – einen sehr viel tieferen Einblick in das Land bekommt, als ein Lehrer vermitteln kann.

Hier finden Sie Freiwilligenprojekte auf der ganzen Welt.


Für Fortgeschrittene II: Alleine reisen und ohne Plan

Und zu guter Letzt noch die Hardcore-Alternative für sehr Fortgeschrittene. Stürzen Sie sich einfach in die fremde Kultur – und zwar völlig ohne Plan und Reisebegleiter! Denn dann sind Sie gezwungen, ständig zu kommunizieren: um sich vor Ort zu orientieren, nach Verkehrsmitteln und Unterkünften zu suchen, Gesprächspartner in der Kneipe zu finden etc. Vielleicht verzichten Sie sogar auf Reiseführer und Stadtpläne und fragen einfach die Einheimischen, was Sie ihnen empfehlen würden. So lernen Sie die Stadt/das Land gleich aus einer ganz anderen Perspektive kennen.

--> Lesen Sie auch die anderen Folgen unserer Serie „Die guten Vorsätze im Urlaub angehen“:

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So finden Sie Ihre Sprachreise

Der Fachverband Deutscher Sprachreiseveranstalter, zu dem etwa zwei Dutzend Anbieter gehören, bietet einen Sprachreise-Finder auf seiner Homepage. Hier einfach Sprache, Land und Kursart eingeben.

Einen Spachreisenvergleich von 600 Sprachreisen und Sprachschulen gibt es hier.

Die Bewertungen anderer Teilnehmer können bei der endgültigen Entscheidung sehr hilfreich sein. Hier gibt es zahlreiche Test-Berichte.

Einen guten Überblick über Sprachreisen bietet auch die Seite des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Hier geht es zu der Internetseite.

Tipps für die Sprachreise

  • Vor der Buchung: Erkundigen Sie nach dem Namen der Sprachchule. Die Schule sollte staatlich anerkannt sein. Auch sollten in einer Klasse nicht mehr als 12 Schüler lernen.

  • Buchen Sie die Sprachreise außerhalb der Hauptreisezeit, denn dann ist sie preisgünstiger.

  • Der Unterricht sollte nicht mehr als 20 Stunden pro Woche umfassen. Denn sonst bleibt kaum Zeit, das Land zu erkunden – und die Sprachkenntnisse im Alltag gleich anzuwenden.

  • Bedenken Sie, dass vier bis fünf Unterrichtsstunden am Tag recht anstrengend sind. Nehmen Sie sich nicht zu viel für den Rest des Tages vor, suchen Sie entspannende Orte auf und planen Sie Pausen ein. Das anstrengende Touristenprogramm verschieben Sie am besten auf das Wochenende.

  • Nehmen Sie eine mangelhafte Unterkunft nicht einfach so hin. Die europäische Sprachreisenorm DIN EN 14 804 schreibt Zugang zu Küche und Bad, Stauraum für Gepäck, Tisch, Stuhl sowie ausreichende Beleuchtung und Belüftung vor. Sind diese Grundvoraussetzungen nicht erfüllt, sofort beim Veranstalter beschweren!

  • Wenn Sie Englisch auf Malta lernen möchten: Bitte bedenken Sie, dass für Malteser Englisch nicht Mutter- sondern nur Amtssprache ist. Lehrer sind nicht immer Englisch-Muttersprachler und in den Gastfamilien kann es zu Vertändigungsproblemen kommen, wenn die Familienmitglieder lieber Maltesisch miteinander reden.

Zahlreiche Tipps rund um das Thema Sprachreisen gibt es auf der Seite von Aktion Bildungsinformation .

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