Von Küste zu Küste

Ein sprechender Roboter trampt durch Kanada

Per Anhalter durch die Galaxis? Viel zu weit für ein kleines Plastik-Männchen aus Toronto. Dafür reist „HitchBot“ mehr als 6200 Kilometer von der Ostküste zur Westküste einmal quer durch Kanada, und zwar ganz alleine. Ein niedliches Äußeres und Spracherkennung sollen dem Roboter dabei helfen.

Von Sira Huwiler

Was ist denn das da am Straßenrand? Ein Spielzeug, eine Vogelscheuche, hat sich da jemand einen Spaß erlaubt? So oder ähnlich dürfte es zurzeit vielen Kanadiern gehen, wenn sie im Auto an „HitchBot“ vorbeibrettern. Tatsächlich ist das kleine bunte Kerlchen ein Roboter – entstanden aus Schwimmnudeln, Gummistiefeln, Handschuhen, einem Eimer und einer Kuchenhaube.

Und HitchBot sitzt da am Straßenrand auf einem Kindersitz, der sein Hinterteil ist, und nicht in einem Wissenschaftslabor, weil sich seine Erfinder etwas ganz Besonderes für ihn überlegt haben: Der Roboter soll einmal quer durch Kanada trampen, über 6200 Kilometer. Per Anhalter ist HitchBot seit knapp einer Woche (Sonntag, 27. Juli) jetzt unterwegs: von Halifax in Neuschottland an der Ostküste nach Victoria in Britisch-Kolumbien an der Westküste.

HitchBot hat eine trampende rechte Hand, deren ausgestreckter Daumen niemals müde wird. Alleine in ein Auto einsteigen kann er nicht: Er muss auf den Beifahrersitz gesetzt und angeschnallt werden. Und natürlich braucht er auch Strom, ein Kabel an seinem Bauch versorgt den Roboter über den herkömmlichen Zigarettenanzünder im Auto mit Energie. Laut Angaben der Hersteller soll er aber nicht nur ein platzraubender und stromfressender Plastik-Klotz sein.  Er könne „charmante Konversation“ führen – wie es sich für einen echten Tramper eben gehört. 

Reise für die Wissenschaft

Seine Infos für eben diese Konversation bekommt der kleine Roboter per W-Lan von Wikipedia. Aber bevor HitchBot neue „nette Bekanntschaften“ machen kann, hockt er zwischendurch wieder alleine an der Straßenecke, an der ihn seine letzte Mitfahrgelegenheit abgeladen hat – sicherlich emotional unbeteiligter, als das Team von Wissenschaftlern, das seine lange Reise detailliert verfolgt.

Der rechte Daumen ist immer oben: HitchBot fährt per Anhalter durch sein Heimatland

Foto: www.hitchbot.me

Aber: Wie kommt man eigentlich auf die Idee, einen Roboter alleine per Anhalter durch ein Land zu schicken? „Normalerweise sind wir als Menschen besorgt, ob wir Roboter vertrauen können,“ sagt  Frauke Zeller, HitchBot-Mitentwicklerin von der Ryerson University in Toronto. „Dieses Projekt dreht den Spieß um, es fragt: Kann der Roboter den Menschen vertrauen?“.

Das Wissenschafts-Team um die Deutsche Frauke Zeller und David Smith, den Co-Schöpfer und Projektleiter, erhoffe sich von HitchBots Reise, „eine Menge im Bereich der sozialen Robotik zu lernen“. Heißt konkret: Möglichst viele soziale Kontakte auf dem Weg durch Kanada sind erwünscht und die Per-Anhalter-Variante macht das möglich.

Ein Selfie mit dem Roboter: „Wir haben HitchBot heute getroffen“, twitterte @MariekeWalsh.

Foto: Twitter/@MariekeWalsh

Kanada liebt HitchBot

Über 17.000 Follower auf Twitter, 22.000 Gefällt-mir-Angaben auf Facebook und 6000 Follower auf Instagram – HitchBot kommt gut an in seinem Heimat- und Reiseland. Roboter-Selfies, Videos und Kommentare in sozialen Netzwerken (sehen Sie hierzu den Kasten rechts) zeigen, dass die Berührungsangst mit dem technischen Männchen schnell schwindet – sein Lächeln auf dem Display hinter der Kuchenhaube und das einprogrammierte Augenzwinkern helfen dabei offenbar.

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Fakten zu HitchBot

Was ist HitchBot?

HitchBot ist ein Roboter, der zugleich als Kunstprojekt und soziales Robotik-Experiment konzipiert ist. Er wurde von einem Wissenschaftsteam unter der Leitung von David Harris Smith von der McMaster University in Hamilton und Frauke Zeller von der Ryerson University in Toronto entwickelt.


Was macht HitchBot?

Der Roboter reist in diesem Sommer von Halifax (Nova Scotia, Ostküste) nach Victoria (British Columbia, Westküste) – also von Küste zu Küste einmal über 6200 Kilometer quer durch Kanada, und zwar per Anhalter. Für potenzielle Mitfahrgelegenheiten gibt es auf der offiziellen Internetseite Anweisungen und Regeln im Umgang dem kleinen Roboter. Durch W-Lan-Internet-Empfang erkennt HitchBot seinen Standort und kann seine Reise-Etappen planen. Sein Name setzt sich aus Hitchhike (deutsch: trampen) und Roboter zusammen.


Wie kann man HitchBots Reise verfolgen?

In Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Instagram und Vimeo postet das Team hinter dem kleinen Roboter regelmäßig aktuelle Bilder, Infos und natürlich Fotos und Kommentare von Menschen, die HitchBot begegnet sind. Auf der offiziellen Seite kann man zudem die bisherige Reiseroute und alle Hintergrundinfos zum bunten Männchen erfahren.

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