Ihr Spitzname ist „Rose City“

Die US-Stadt mit den meisten Strip-Clubs ist...

...nicht Las Vegas, auch nicht New York oder Miami. Sondern: Portland. Die knapp 600.000 Einwohner der größten Stadt im US-Bundesstaat Oregon haben die Wahl zwischen mehr als 50 Strip-Clubs – das sind mehr als in jeder anderen Stadt der USA. Und die Nightlife-Szene in Portland hat eine lange Tradition.

Normalerweise sind die USA ja für einen eher prüden Umgang mit Nacktheit bekannt. Nicht so der US-Bundesstaat Oregon. Denn hier herrschen äußerst liberale Gesetze, wenn es um nackte Haut in der Öffentlichkeit geht.

Es war im Jahr 1989, als ein Gericht gänzliche gewerbliche Nacktheit im gesamten Bundesstaat Oregon erlaubte. Nackttanzen als Art des Ausdrucks falle unter die Meinungsfreiheitsklausel, begründeten die Richter ihre Entscheidung. Als Folge des Gesetzes wurden in Oregons größter Stadt Portland innerhalb weniger Jahre Dutzende Strip-Clubs eröffnet. Jegliche Versuche der Stadt, das Gewerbe einzudämmen, scheiterten.

Diese Aufnahme stammt aus dem Strip-Club Devil's Point in Portland

Foto: Laif

Heute hat Portland eine der lebhaftesten Nightlife-Szenen der USA. Wie viele Strip-Clubs es tatsächlich sind, weiß offenbar niemand so ganz genau. Im Netz kursieren dazu unterschiedliche Angaben. Mal ist die Rede von bis zu 80 Nacktbars, die sich auf den Straßen von Portlands Eastside aneinander reihen. Auf jeden Fall seien es mehr als 50, schreibt die lokale Zeitung „Willamette Week“, die jüngst einen offiziellen Strip Club Guide 2014 für Portland herausgegeben hat und darin die 40 besten Clubs von A bis Z auflistet.

Kunst, Steak und Spiele

Eine echte Institution unter Portlands Nacktbars ist Mary's Club, der älteste Strip-Club der Stadt, 1954 öffnete er seine Türen. Hier tanzte schon Courtney Love. Diverse Filme wurden hier gedreht. Tom Waits widmete dem Club sogar einen eigenen Song („Pasties and a G-String“). Und neben Table-Dancern treten hier regelmäßig auch Musiker, Comedians und andere Künstler auf.

Mary's Club ist der älteste Strip-Club in Portland

Foto: Mary's Club

Die Performance der Mädchen, die im Mary's arbeiten, wird als Kunst-Akt wahrgenommen – auch von ihnen selbst. „Wenn ich da oben stehe, bin ich eine Künstlerin“, sagt etwa Tänzerin Viva Las Vegas in einer TV-Doku über Mary's Club. Schon seit 15 Jahren strippt die Blondine bei Mary's, und sie liebt ihren Job. „Die Leute denken immer, es geht nur um Sex. Aber es geht um viel mehr als das. Es geht um die Performance, darum, die Besucher zu begeistern und mit ihnen zu kommunizieren.”

Natürlich gebe es auch in Portland ein paar schmuddelige Clubs, in denen ein rüder Umgangston mit den Stripperinnen vorherrschte, schreibt die „Willamette Week“. Solche Etablissements bildeten aber in Portland eher die Ausnahme. „Die meisten unserer Strip Clubs sind entspannt, frauenfreundlich und ein Anziehungspunkt für eine breite Masse an Leuten“, heißt es im Club-Guide der Zeitung.

Und tatsächlich, so liest man immer wieder, sind viele von Portlands Strip-Clubs viel mehr als reine Nachtclubs. Wie in ganz normalen Kneipen treffen sich Freunde hier zum Feiern, Essen und Billiardspielen. Das Bühnenprogramm ist abwechslungsreich und oft themenbasiert. Ein bisschen wie auf der Reeperbahn in Hamburg kann man sich Portlands Nachtleben wohl vorstellen – nur nicht ganz so anrüchig.

Jeder Club unterscheidet sich vom nächsten, es gibt Rock‘n’Roll-Strip-Clubs wie den „Devil's Point“, solche, in denen hervorragende Steaks und über 65 Biersorten serviert werden („Acropolis“), und dann wiederum riesige Läden wie „Jody’s Bar and Grill“, wo man nicht nur vom Grill essen, sondern in einem eigenen Bereich mit seinen Kumpels Video-Poker, Billiard und vieles mehr spielen kann.

Portland, die „Rose City“

Auch wenn es durchaus passen würde – den Spitznamen „Rose City“ trägt Portland nicht wegen der vielen Strip-Clubs, sondern wegen der unzähligen Rosen, die hier aufgrund eines idealen Klimas prächtig gedeihen. Im Washington Park gibt es sogar ein 18.000 Quadratmeter großes  Test-Areal extra für Rosen (International Rose Test Garden), wo Rosengewächse aus aller Welt im Hinblick auf Farbe, Duft sowie Resistenz gegenüber Wetter und Schädlingen hin untersucht werden.

Der International Rose Test Garden ist von 7.30 Uhr bis 21 Uhr für Besucher geöffnet. Die Rosen blühen zwischen April und Oktober, Hochsaison ist im Juni.

Foto: Getty Images

Historische Strip-Clubs und Millionen Rosen sind bei Weitem nicht die einzigen Gründe, warum ein Besuch in Portland lohnt. Es gibt zahlreiche Museen und eine lebendige Musikszene mit vielen Festivals und Konzerten. Die Stadt ist äußerst wasserreich, liegt an der Mündung vom Willamette River in den Columbia River. Es gibt 14 Brücken, darunter die Hawthorne Bridge, die älteste Hubbrücke der Welt. Es lohnt sich, die Stadt mit dem Fahrrad zu erkunden, denn Portland ist äußerst radfahrerfreundlich. Über 400 Kilometer Radwege führen durch das Stadtgebiet und es gibt sogar öffentliche Duschen und Umkleideräume für Einwohner, die mit dem Rad zur Arbeit fahren.

Eine Seilbahn verbindet den südlichen Teil Portlands mit dem Campus der Oregon Health & Science University, die auf einem Hügel liegt. Im Hintergrund: der Mount Hood.

Foto: Getty Images

Portland liegt außerdem in einer landschaftlich sehr reizvollen Umgebung, mit dem im Winter schneebedeckten Mount Hood immer in Sichtweite. Im Nationalforst, der sich rund um den 3425 Meter hohen Vulkanberg erstreckt, liegen viele Seen, Bäche und Wasserfälle, die sich auf  schönen Wanderwegen erkunden lassen. Stanley-Kubrick-Fans können an der Südflanke des Bergs der Timberline Lodge einen Besuch abstatten: Das Hotel diente im Grusel-Film „The Shining“ mit Jack Nicholson als Kulisse. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der Mirror Lake im Mount Hood National Forest

Foto: Getty Images

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