Mega-City Tokio

Die verrückteste Stadt der Welt

Einmal eine ganz andere Welt erleben? Dazu brauchen Sie kein Raumschiff. Fliegen Sie nach Tokio – in die verrückteste Stadt des Planeten. Der Herbst ist die perfekte Reisezeit für Japan – denn jetzt sind es immer noch über 20 Grad und die Regenzeit ist vorüber.

Von Hans Schloemer

Millionen-Metropole. 35 Millionen Menschen leben im Ballungsraum von Japans Hauptstadt. Tokio ist eine der gastfreundlichsten Städte der Welt. Sauber, sicher, aber keine Sekunde langweilig. In Tokio können Sie fantastisch essen und feiern. Und shoppen wie ein VIP. Denn genau so werden Sie überall behandelt.

Verkäuferinnen verbeugen sich unentwegt. Wer auf der Straße mit Stadtplan ratlos guckt, wird garantiert angesprochen. Die Tokioter sind unglaublich hilfsbereit. Und herrlich verrückt.

WAS GEHT AB IN JAPANS HAUPTSTADT?

Manga-Motto-Partys

Nahe der U-Bahn-Station Harajuku liegt die Jingu-Bücke. Sonntags lautet das Motto: Auffallen um jeden Preis. Junge Mädchen stecken in Barock-Kostümen, andere ähneln Prinzessinnen, kessen Lolitas oder lebendigen Sahnetorten. Manga-Fans haben die Kleidung ihrer Lieblingsfiguren nachschneidern lassen. Alles ist „kawaii“ – niedlich. Auch bei den Männern. Plüschhosen und Haifisch-Handtaschen sind angesagt.

Shopping-Paradies

Schlendern Sie in Harajuku durch die Takeshita-Straße. Hier werden Modetrends geboren. Und die Preise sind nicht hoch. Unbedingt in den „100 Yen Shop“ reinschauen. Für umgerechnet einen Euro können Sie lustige Souvenirs kaufen. Preiswerte Mode gibt es sogar auf der Nobeleinkaufsmeile Ginza. Zum Beispiel bei Uniqlo, dem japanischen Pendant von H&M (5-7-7 Ginza, Chuoku, U-Bahn G 09).

Handy- und Computer-Freaks gehen in Akihabara im Bezirk Chiyoda die Augen über. Hier in „Elektrik-Town“ werden Dinge verkauft, von denen man nicht geahnt hat, dass es sie schon gibt. Wie die Klingeltöne fürs Handy, die angeblich den Busen wachsen lassen. Ein Mekka für Fans von Videospielen ist das achtstöckige Sega-World-Kaufhaus.

Pause machen & staunen

Möchtegern-Models führen auf dem Omote-Sando-Boulevard die neuesten Modetrends spazieren. Selbst die Hunde tragen ein schickes Outfit. Ein Treffpunkt ist die Sake-Bar im 3. Stock des Omote-Sando-Shoppingcenters. Probieren Sie das Beginners-Set: perlender Sake-Champagner und fruchtig-frischer Dai-Ginjo-Sake (7 Euro).

So fern der Heimat vermissen Sie Nähe? Betty, Brittney, Milkey und 17 weitere Katzen werden Sie gern trösten. Im Nekomaru, dem Katzencafé bei der U-Bahn Ueno. Kraulen, Schmusen, Streicheln: In Katzencafés, die es überall in Tokio gibt, suchen gestresste Manager Entspannung. Eine Stunde Schnurren kostet 13 Euro.

Tokio traditionell

Das alte Japan versteckt sich im Stadtteil Asakusa. Tempel, Teehäuser, Geishas und Männer in Kimonos. Ganz japanisch geht es auch am Meiji-Schrein zu: 100.000 Bäume aus allen Landesteilen schirmen ihn ab von der Hektik der Stadt, eine Oase der Ruhe gleich hinter der Harajuku-Station.

Machen Sie es wie die Tokioter, füllen Sie einen Wunschzettel aus und heften Sie ihn an einen Baum. Japanische Götter verstehen bestimmt auch Deutsch.

Schlemmen

In Tokio gibt es 160.000 Restaurants. Die besten der Welt, behauptet der Michelin-Gourmetführer. Besuchen Sie eine „Izakaya“, eine typisch japanische Kneipe – urgemütlich! Zum Bier werden Yakitori gereicht, gegrillte Hühnerspieße.

Mittags bestellen Sie am besten Teishoku, Gedecke mit Miso-Suppe, Reis, Fisch oder Fleisch, eingelegtem Gemüse und Tee (5 bis 15 Euro).

Im Asahizushi Soh Honten (4-20-3 Ebisu Garden Place) können Mutige Fugu, Kugelfisch, probieren, den gefährlichsten Speisefisch der Welt. Nur ausgebildete Köche mit Lizenz dürfen ihn zubereiten. Ritzt der Koch die hochgiftige Leber an, kann Fugu tödlich sein.

Er schmeckt etwas zäh, mit leichtem Nussaroma. Und er prickelt auf der Zunge – das machen die winzigen Spuren vom Gift. Japaner lieben diesen Kick. Das große Menü mit Fugu gibt’s ab 30 Euro. Die köstlichen Sushi werden übrigens immer am Ende eines Menüs serviert, nicht wie bei uns als Vorspeise.

Das verrückteste Essen von Tokio bekommen Sie im 38. Stock des eleganten Hotels Mandarin Oriental: japanische Molekular-Tapas! Über 20 kleine Gerichte. Mit 140 Euro teuer, aber unvergesslich.

Nightlife

Im Shinjuku-Distrikt mit seinen vielen Leuchtreklamen ist abends die Hölle los. Kneipen, Karaoke-Bars und Striptease-Schuppen, in denen auch die Gäste selbst mal ablegen. Wer es etwas stilvoller schätzt, geht nach Roppongi. Restaurants aus aller Welt, verrückte Clubs und gigantische Discos. Im Moment ist das „Vanity“ die Nummer eins. Gestyltes Publikum und heißer Tabledance – auch für Frauen. Eintritt ca. 20 Euro, nicht vor 23 Uhr kommen.

Die Reise wurde unterstützt von Tokyo Tourism und Hyatt Hotels. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.

Infos & Anreise

Anreise:
• All Nippon Airways (ANA) fliegt mit dem neuen Dreamliner Boeing 787 täglich von Frankfurt nach Tokio. Aktuelles Angebot (buchbar bis 1. Oktober) ab 749 Euro in der Economy, inkl. Steuern/Gebühren.

• Lufthansa fliegt ebenfalls täglich ab München und Frankfurt nach Tokio, ab Frankfurt sogar mit dem Super-Jet A380, derzeitiges Special ab 779 Euro in der Economy, inkl. Steuern/Gebühren.

Einreise: Deutsche Staatsbürger benötigen einen noch sechs Monate gültigen Reisepass. Bei Aufenthalten von bis zu drei Monaten ist kein Visum erforderlich.

Empfehlenswerte Literatur: „Gebrauchsanweisung für Japan“ von Andreas Neuenkirchen, Piper Verlag, 14,99 Euro // „Tokyo“ von Lonely Planet, englischsprachig, 15,95 Euro // „Tokio Total: Mein Leben als Langnase“ von Finn Mayer-Kuckuck (deutscher Wirtschaftsjournalist), Goldmann Verlag, 8,99 Euro

Film:
„Lost In Translation“ (2003), der Tokio-Klassiker von Sophia Coppola mit Scarlett Johansson und Bill Muray, auf DVD.

Mehr Infos: Japanisches Fremdenverkehrsamt

Übernachten in Tokio

Tokio ist teuer! Allerdings preiswerte Unterkünfte bieten sogenannten Businesshotels. Wer es traditionell-japanisch liebt, quartiert sich in einem Ryokan ein, schläft auf Tatami und Futon, reinigt sich im Gemeinschaftsbad und bekommt obendrein oft Frühstück und Abendessen inklusive.

Luxus: Bill Murray und Scarlett Johansson wohnten im Kultfilm „Lost in Translation“ im Park Hyatt in Shinjuku, DZ ab 380 Euro.

Business: Strix Hotel Tokyo , gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, wenige Gehminuten vom Bahnhof Ikebukuro entfernt, Zimmer ab 15.000 Yen (ca. 100 Euro).

Günstig: Die Häuser der Sakura-Kette, von denen es vier Stück in Tokio gibt. Es gibt Zimmer mit eigenem Bad oder mit Gemeinschaftsbad, alle haben Internetverbindung, EZ mit eigener Dusche im Sakura Ikebukuro 6800 Yen (ca. 50 Euro).

Ryokan: Die 42 Tatami-Zimmer im Kimi Ryokan sind winzig, sehr sauber und kosten ca. 30 Euro pro Person. Es gibt eine Waschküche (Benutzung gegen Gebühr), eine Dachterrasse, eine Gemeinschaftsküche, eine Lounge mit Kamin, eine original japanische Holzbadewanne (Hinoki) sowie Wifi.

Backpacker: Das Backpackerhotel Khaosan Tokyo liegt im historischen Viertel Asakusa bietet Schlafplätze ab ca. 16 Euro im Vier-Bett-Zimmer.

Das Besondere: Wer mit Partner nach Tokio kommt, muss ein Love-Hotel ausprobieren. Geboten wird nahezu jedes Ambiente vom Raumschiff über ein Liebesnest im Micky-Maus-Stil bis zum Dschungelzimmer. Japaner schätzen das Hotel Velare in Shibuya, DZ ab 130 Euro.

Gut zu wissen

Das öffentliche Verkehrssystem in Tokio ist legendär, weil sauber, sicher und IMMER pünktlichst.

Tickets bekommt man an Automaten. Der Fahrpreis berechnet sich nach der Entfernung. Der günstigste U-Bahn-Fahrschein kostet 190 Yen (ca. 1,40 Euro).

Zu den Stoßzeiten (zwischen 7:30 und 9:00 Uhr, abends zwischen 17:30 und 19:30 Uhr) sind die Bahnen stark überfüllt. Leute mit Platzangst sollten diese Zeiten meiden. Alle anderen sollten sich dieses Schauspiel antun.

Orientierung in Tokio: Schwierig! Bis auf die großen Boulevards gibt es keine Straßennamen, das Hausnummern-System gleicht höherer Mathematik. Hinzu kommt, dass viele Japaner Englisch nicht beherrschen, Taxifahrer sich nur grob auskennen. Selbst Einheimische sieht man oft mit dem Stadtplan hantieren. Lassen Sie sich nicht stressen. Lost in Tokio muss nicht sein. Wenn Sie ein Hotel gebucht haben oder von Einheimischen eingeladen werden, lassen sie sich am besten eine Weg-Skizze ausgehend vom nächstgelegenen Bahnhof zuschicken/-faxen. Hilfreich: „Tokyo City Atlas - A Bilingual Guide“ kaufen (17,80 Euro). 

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