Monster-Taifun Haiyan

Die zerstörten Paradiese auf den Philippinen

Fünf Tage ist es her, dass der Taifun Haiyan über die Philippinen hinwegfegte und eine Schneise der Zerstörung hinterließ. Tausende verloren ihr Leben, Hunderttausende ihr Zuhause. Dem Tourismus, für viele Orte die wichtigste Einnahmequelle, steht aufgrund der Verwüstung eine Krise bevor. Auf die Natur- folgt die humanitäre Katastrophe.

Die Menschen in Malapascua, einer besonders bei Tauchern beliebten Koralleninsel, hatten Glück: Die 5000 Einwohner haben den Taifun überlebt. Doch ihre Häuser wurden zerstört oder teils schwer beschädigt.

„Der Sturm hat die Häuser der Bevölkerung weggeblasen“, berichtet Mike Wieland, Besitzer des Aabana Beach- & Watersport Resorts , im Gespräch mit TRAVELBOOK. Derzeit gebe es auf der Insel kein Strom, kein Internet oder sonstige Kommunikationsverbindung. TRAVELBOOK erreichte Wieland auf der Hauptinsel Cebu, wo er derzeit unter anderem Plastikplanen für die Unterkünfte besorgt, um sie vor den Regen zu schützen.

Sein Aabana-Resort und viele andere auf der Insel seien von dem Taifun beschädigt worden, erklärt Wieland. „Wir waren aber noch geschützt, weil unser Resort nicht in der ersten Reihe direkt am Strand liegt, sondern 60 Meter weiter hinten.“

Jetzt gehe es vor allem darum, die Insel mit Trinkwasser und Lebensmittel zu versorgen. Das Problem: Auch viele Boote seien zerstört und könnten nicht eingesetzt werden, um lebensnotwendige Sachen aus Cebu nach Malapascua zu bringen. „Das ganze Transportsystem ist kaputt“, sagt Wieland.

Nach dem Taifun stehen jetzt die Aufräumarbeiten im Vordergrund – und der Wiederaufbau der zerstörten Häuser auf der Insel, wo nun jeder anpackt. Hilfe bekommt er dabei auch von seinen deutschen Gästen des Resorts, die trotz des Sturms auf der Insel geblieben sind. Wieland zu TRAVELBOOK: „Die haben gesagt: ‚Das stehen wir mit euch durch, wir lassen euch nicht allein’.“

Mike Wieland fürchtet jedoch, dass in den bekannten Urlaubsregionen der Philippinen der Tourismus zum Erlahmen kommen könnte. „Das ist ein großes Problem“, so Wieland. Er selbst war für die kommenden Wochen ausgebucht und musste jetzt alle Reservierungen stornieren.

Viele der Urlauber kommen auf die Philippinen wegen der paradiesischen Inseln mit ihren Palmenstränden, der tropischen Vegetation. Davon ist fast nichts mehr da. „95 Prozent der Bäume sind umgeknickt oder entwurzelt“, berichtet Wieland. „Es wird noch Jahre dauern, bis es wieder so aussieht wie vor dem Taifun.“

Allerdings kämen die Touristen vor allem, um zu tauchen. Deswegen hofft er, dass in wenigen Wochen wieder damit begonnen werden könne, Urlauber zu empfangen. Das sei schließlich eine der Haupteinnahme-Quellen der Bevölkerung.

Wielands Sorge gilt den Menschen auf der Insel Leyte, wo der Taifun am heftigsten wütete und viele Tote forderte und wo im Ort Tacloban die Menschen ums Überleben kämpfen. Im Vergleich dazu habe kleine Malapascua noch Glück gehabt.

Lesen Sie rechts, wie betroffen andere Urlaubsregionen auf den Philippinen  sind.

Hier können Sie helfen!

BILD hilft e.V. – „Ein Herz für Kinder“


„Ein Herz für Kinder“ hilft den kleinsten Opfern des Taifuns!


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Boracay gehört zu den beliebtesten Inseln der Philippinen

Foto: Getty Images

Boracay

Die Insel: Boracay ist eine der beliebtesten Ferieninseln der Philippinen und gerade mal sieben Kilometer lang und vier Kilometer breit. Der White Beach gilt als einer der schönsten Strände der Welt.

Der Taifun: Die Insel hatte Glück im Unglück. Nach den Prognosen sollte der Sturm die Insel direkt treffen, doch dann ist er nach Süden abgedreht, nur die Ausläufer trafen auf die Insel. Die Schäden halten sich demzufolge in Grenzen, dennoch wurden viele Wohnhäuser zerstört. Zudem gibt es Probleme mit der Elektrizität und dem Internet. Den Generatoren, die in den Hotels Strom erzeugen, dürfte ebenfalls bald der Sprit und Diesel ausgehen. Beim einzigen Bankomaten auf der Insel stehen Hunderte Menschen Schlange. Das Geld wird knapp. Viele Touristen sitzen fest.

Die kleine Insel Pandanon, die ebenfalls zu Cebu gehört

Foto: dpa picture alliance

Cebu

Die Insel: Cebu liegt in der Mitte der Visaya-Inseln. Die Insel ist 200 Kilometer lang und 40 Kilometer breit und bekannt für ihre Korallengärten. Mit Cebu-City liegt hier auch die älteste Stadt des Landes.

Der Taifun: Betroffen ist vor allem der Norden der Insel. Die Stadt Bogo gleicht einem Trümmerfeld. Hier riss der Taifun Dächer von den Häusern, Stühle wurden durch die zerborstenen Fenster ins Freie gewirbelt. Straßen sind blockiert und Telefon- und Handyverbindungen unterbrochen. Die Stromleitungen werden frühestens in ein paar Wochen wieder funktionieren.

Reisewarnung:
Das Auswärtige Amt rät vor nicht notwendigen Reisen in den Norden von Cebu ab.

Die zur Provinz Bohol gehörende Insel Panglao

Foto: dpa picture alliance

Bohol

Die Insel: In Bohol spielt der Tourismus eine große Rolle. Bekannt ist das Archipel für zahlreiche Naturschätze sowie die Chocolate Hills – jene verblüffende Hügellandschaft in der Inselmitte.

Das Erdbeben: Erst im Oktober wurde Bohol von einem starken Erdbeben erschüttert, bei dem 220 Menschen starben und Hunderttausende ihr Obdach verloren. Zum Zeitpunkt des Taifuns lebten daher 350.000 Menschen in Zeltstädten.

Der Taifun: Die Zerstörungen sind mancherorts sehr stark. Da Bohol seinen Strom aus dem stark vom Taifun getroffenen Leyte bezieht, sind jetzt viele Bewohner ohne Elektrizität, mancherorts gibt es Strom in Intervallen. Handys werden an diversen Stationen bei der Municipal Hall geladen. Doch der fehlende Strom ist ein großes Problem, so müssen etwa in den Geschäften Lebensmittel aus Kühltruhen weggeworfen werden, weil sie verderben.

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