Fit auf Mauritius

Wie man im Inselparadies ins Schwitzen kommt

Endlose Sandstrände, üppige Natur und ein Winter, in dem das Meer nie kälter als 25 Grad wird, machen Mauritius zum absoluten Traumreiseziel. Wer aber denkt, auf der Insel sei nur das süße Nichtstun und Entspannung angesagt, irrt. Im Paradies wartet auf Urlauber ein vielfältiges Sportprogramm. Motto: im Bikini an der Bikini-Figur arbeiten.

„Come on, come on“, brüllt Didier. Auf allen Vieren geht es über den Rasen – nach vorne, nach hinten, zur Seite. Irgendwann geben die Arme nach, die Gruppe liegt erschlagen auf dem Boden. Kniebeugen, Liegestützen, dann ein Rennen am Strand. Das Tempo, das Didier anschlägt, bringt die Gruppe bis zur endgültigen Erschöpfung. Der Muskelkater kommt bestimmt.

Ist das Urlaub? Das ist wohl Ansichtssache. „Ultimative Outdoor Gym“ nennt sich das Ganze jedenfalls. Aber zumindest die Umgebung lässt einen dann doch an Urlaub denken: Palmen, endloser weißer Sandstrand, Sonne. Zugegeben: Mit Mauritius verbinden die meisten Urlauber entspanntes Nichtstun, vielleicht noch ein bisschen Planschen im Wasser. Aber die Insel im Indischen Ozean bietet auch für Sportler viele Möglichkeiten – allemal im mauritianischen Winter, wenn in Deutschland Hochsommer ist. Die Temperaturen steigen dann zwar selten über 25 Grad, fallen aber auch kaum unter 20. Perfekte Bedingungen, um an seiner Fitness zu arbeiten.

Mountainbiking – zwischen abgeernteten Zuckerrohrplantagen – für Fortgeschrittene

Foto: dpa/Michael Zehender

Die Kinder der Einheimischen bekommen zwar schon einmal Pudelmützen für den Weg zur Schule. Die sportbegeisterten Touristen setzen sich dagegen in kurzen Hosen aufs Mountainbike. Ja, auf Mauritius gibt es Berge. Und zwar richtig hohe. Auf einige führen auch Straßen oder Wege, die für Radfahrer oder Mountainbiker gut geeignet sind. Etwas verdutzt schauen die Kinder am Straßenrand, als die Gruppe von sechs Bikern an ihnen vorbeifährt.

Los geht die Tour für die Urlauber an diesem Tag im Chamarel-Gebirge. Die Hauptsehenswürdigkeit dort ist Seven Coloured Earth – die Reste eines Vulkanausbruchs, die heute in sieben verschiedenen Farbtönen schimmern. Hier wie auch beim benachbarten Chamarel-Wasserfall darf ein kurzer Stopp natürlich nicht fehlen.

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Anschließend geht es erst einmal mit knapp 40 Sachen bergab. Eigentlich ganz gemütlich. Doch dann steht der erste Berg an. Immer langsamer wird der Tritt, immer niedriger der Gang, immer mehr Autos überholen. Irgendwann ist die Spitze des Hügels erreicht, und es geht endlich wieder bergab in Richtung Küste. An der Küstenstraße entlang führt der Weg zum Le-Morne-Strand am Fuß des gleichnamigen Berges, der zum Unesco-Welterbe zählt. Der Sonnenuntergang entschädigt für vieles.

Grüne Insel mit türkisblauem Wasser: Der Felsen Le Morne ist ein beliebtes Fotomotiv. An seinem Fuß liegen zahlreiche Luxushotels

Foto: Getty Images

Die Berge auf Mauritius haben alle einen vulkanischen Ursprung. Mehr als 800 Meter ragt der höchste, der Piton de la Petite Rivière Noire, in den Himmel. Der Piton Canot wirkt dagegen mit seinen 526 Metern fast klein. Für einen vorzüglichen Ausblick auf den Südwesten der Insel ist er jedoch optimal geeignet. Rund eine Stunde dauert der Aufstieg durch Büsche, Sträucher und kleine Bäume.

Etwas weniger anstrengend – aber das ist Ansichtssache – geht es beim Yoga zu. Im Garten der Stille der Ecolodge Lakaz Chamarel hat Mayeta Matten ausgebreitet. Es folgen die Übungen: die Hände zur Sonne, zum Herz, der Hund oder die Cobra. „Seit zwei Jahren mache ich Yoga", erzählt Mayeta später. „Und 13 Kilo habe ich dabei abgenommen."

Hund, Kobra oder Krieger: Yoga am frühen Morgen

Foto: dpa/Michael Zehender

Wenn man dieses Ziel ernsthaft verfolgen würde, müsste man die zahlreichen Hotelresorts der Insel und vor allem deren Restaurants wohl besser meiden. Und Rum ist nach wie vor eines des beliebtesten Souvenirs für Touristen. Wer zu tief in die Gläser geschaut hat, sollte besser nicht im Naturpark Domaine de L'Etoile auf die bereitstehenden Quads steigen. 

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Nach einer Proberunde auf einem matschigen Acker geht es los: Mit Vollgas heizen die Gefährte zunächst durch die Zuckerrohrplantagen. Dann geht es in engen Serpentinen zu einem Aussichtspunkt. Unterwegs bietet sich ein einzigartiger Blick auf grüne, weite Ebenen. Auf dem Rückweg stehen Hirsche und Rehe am Wegesrand.

Es ist immer interessant, seine Umgebung zu kennen. Auf Quads ist die Begutachtung einer Insel schneller und einfacher möglich

Foto: dpa/MTPA/Bamba

Deutlich ruhiger geht es, ebenfalls im Domaine de L'Etoile, beim Bogenschießen zu. Es macht Spaß, mit Pfeil und Bogen über das weitläufige und weitgehend naturbelassene Gelände zu streifen.

Wer es noch aktiver mag, fährt Wasserski. Literweise landet Wasser im Gesicht. „Arme lang, immer durchgedrückt halten“, schießen einem noch die Anweisungen des Trainers durch den Kopf, bevor dieser dann endgültig komplett unter Wasser ist. Beim nächsten Versuch geht es immerhin mal so rund 100 Meter weit. Der Aufprall ist dafür umso härter.

Einen weiteren großen Vorteil hat der mauritianische Winter: Die Preise in den Hotels sind teils deutlich niedriger. Das One & Only zum Beispiel verlangt Hotelmanager Colson zufolge durchschnittlich gerade einmal halb so viel wie in seinem Sommer. Dann ist in Deutschland Winter und die eigentliche Fernreisesaison.

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Travel-Tipps von

Top-Hotels auf Mauritius

Informationen zu Mauritius

Anreise: Von Deutschland bietet derzeit nur Condor Nonstopflüge auf die Insel im Indischen Ozean an. Mit Umsteigen geht es zum Beispiel via Johannesburg mit South African Airways oder mit Emirates über Dubai. Ohne Umsteigen beträgt die Flugzeit rund elf Stunden.


Reisezeit: Der Winter auf Mauritius dauert von Mai bis Oktober. In dieser Zeit ist es meist zwischen 20 und 25 Grad warm. Die Wassertemperatur sinkt nie unter 22 Grad.


Kosten: 
Mauritius ist alles andere als ein Billig-Reiseziel. Allein den Flug gibt es selten unter 1000 Euro. Vor Ort gibt es eine ganze Reihe von Luxushotels. In der Nebensaison, sprich in den europäischen Sommermonaten, sinken die Preise teilweise auf die Hälfte.


Sport:
Die meisten Sportangebote müssen derzeit noch über die Hotels gebucht werden. Viele vermieten zum Beispiel Mountainbikes.


Sprache: Englisch ist Amtssprache, die Einheimischen sprechen häufiger Französisch oder Kreolisch.


Informationen:
Mauritius Tourism Promotion Agency
c/o Aviareps
Josephspitalstraße 15
80331 München
Tel.: 089/552 53 38 00
mauritius@aviareps.com
www.tourism-mauritius.com

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