Anschlag auf Reisebus in Ägypten

Das Ende des Tourismus am Roten Meer?

Fast immer Sonne, ideale Wassertemperaturen, dazu günstig und verhältnismäßig nah: Das Rote Meer in Ägypten war viele Jahre lang eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Seit drei Jahren bleiben viele weg – aus Angst vor Massendemonstrationen und Anschlägen wie dem vom Sonntag, bei dem im Badeort Taba drei Touristen und ein Busfahrer ums Leben kamen.

Nuno Alves Von Nuno Alves

„Ägypten befindet sich seit der Januarrevolution von 2011 in einer Umbruchphase, die wiederholt zu Demonstrationen und gewaltsamen Auseinandersetzungen geführt hat“, heißt es auf der Website des Auswärtigen Amtes.

Eine Umbruchphase, die das Land wirtschaftlich in eine schwere Krise gezogen hat. Seit drei Jahren bleiben die Touristen weg. Zu unsicher erscheint ihnen die Lage am Nil. Wie kann man entspannen, wenn man ständig Angst haben muss? 

Im Herbst schien sich die Situation ein wenig zu beruhigen: Reiseveranstalter warben für einen Ägypten-Urlaub mit besonders günstigen Preisen. Eine Woche All-inclusive in einem Fünf-Sterne-Hotel mit Flug und Transfers gab es schon für rund 400 Euro – manchmal sogar weniger. Viele buchten eine Reise und bekamen am Roten Meer fast leere Anlagen zu sehen.

Fragt man vor Ort, etwa in Makadi Bay – eine Touristenanlage etwa 30 Kilometer südlich von Hurghada –, Hotel-Mitarbeiter nach der Auslastung, so versuchen sie, alles so positiv wie möglich darzustellen. Ja, es gebe Gäste, zwar nicht ganz so viele wie früher, aber das Hotel sei auf keinen Fall so leer, wie es scheine. Doch selbst die Hotels-Pools sind so leer, dass selbst notorische Handtuch-Reservierer hier nicht fürchten müssen, einmal keinen Platz zu finden.

Ferienanlagen wirken wie Geisterstädte

Wer einmal durch Makadi Bay läuft, erkennt schnell, wie dramatisch die Situation ist. Eine regelrechte Stadt wurde hierhin gebaut, bestehend aus Hotels. Ohne Touristen macht der Ort keinen Sinn. Die meisten Menschen, denen man auf der Straße begegnet, sind Angestellte der Anlagen.

Ob Koch, Service-Mitarbeiter, Taxi-Fahrer, Masseure, Gärtner, Souvenir-Verkäufer, Animateure, Bootsverleiher, Tauchlehrer, Kosmetiker – fast alle Jobs hängen hier mit dem Tourismus zusammen. Keine Gäste, kein Geld, keine Arbeit. Das weiß hier jeder. Man hat den Eindruck, als seien die Ägypter hier jedem Touristen dankbar, der trotz der angespannten Lage des Landes herkommt, Devisen mitbringt – Arbeit macht.

„Unter Mubarak war alles besser“

Am Strand von Makadi Bay ein aus Sicht der Ägypter trostloses Bild: leere Liegen. Jeder Tourist wird hier gleich von mehreren Hotel-Mitarbeitern angesprochen, die für das Wohl der Gäste sorgen. „Kann ich Ihnen Ihre Liege zurecht machen? Was wollen Sie trinken?“ Einerseits hoffen sie auf etwas „Bakschisch“, also Trinkgeld, das einen großen Teil ihres Einkommens ausmacht, aber andererseits ist jede Aufgabe, jede Arbeit willkommen an einem Ort, wo sich sonst Tausende sonnen, jetzt aber ein paar Dutzend Touristen, meist aus Deutschland und Russland, einen Bruchteil der Liegen belegen.

„Unter Mubarak war alles besser“, hört man hier viele sagen. Nicht, weil sie mit der Politik des einstigen Machthabers einverstanden waren, sondern weil sie zumindest eines bedeutete: Stabilität. Einer Islamisierung des Landes, wie es die Muslimbruderschaft von Mohammed Mursi anstrebt, stehen hier viele ablehnend gegenüber.

„Die Muslimbruderschaft bedeutet für uns einen Rückschritt in die Steinzeit“, sagt etwa ein Reiseführer, ein Ägyptologe, der fließend Deutsch spricht und Touristen bei Tagesausflügen nach Luxor begleitet. Wer eine Islamisierung wolle, verkenne, dass dies das Land in den Ruin treibe und nur ein fortschrittlicher, weltoffener Islam Ägypten nach vorne bringen könne. Er wünsche sich, dass Touristen hier ohne Furcht das Land bereisen und mehr erfahren können über seine Jahrtausende alte Geschichte.

Derzeit sieht es aber leider eher nach noch mehr verwaisten Ferienresorts aus.

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