Ausgangssperre nach Militärputsch in Thailand

Das Ende von „One Night in Bangkok“

„One Night in Bangkok“ heißt der Hit von Murray Head aus den 80ern. Doch nun hat in Thailand das Militär die Macht übernommen und das Nachtleben in der Hauptstadt und im restlichen Land mit einer Ausgangssperre zum Erliegen gebracht. Von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens darf niemand mehr draußen unterwegs sein. Auch Touristen sind davon betroffen. TRAVELBOOK erklärt, was das für Bangkok bedeutet und was Thailand-Urlauber jetzt beachten müssen.

Wer nach Bangkok will, möchte vor allem eines: die Nacht zum Tag machen. Nach Einbruch der Dunkelheit beginnt das bunte Treiben auf den Straßen der Ausgehviertel wie Patpong, Soi Cowboy (hier Fotos), Sukhumvit oder Banglamphu. Zu letzterem gehört auch die Khao San Road, die nicht nur seit dem Film „The Beach“ mit Leonardo DiCaprio weltberühmt ist.

Straßenhändler bieten ihre Waren an: T-Shirts, falsche Rolex, Snacks, Cocktails aller Art. In Bars und Clubs spielen DJs die zurzeit angesagten Sounds, Gogo-Girls tanzen an Stangen, endlose Partys steigen. Das Leben in Bangkok, zumindest das touristische, findet nach 22 Uhr statt. Doch nun ist davon nichts mehr zu spüren. Nach dem Putsch hat die Militärregierung am Donnerstag eine Ausgangssperre verhängt.

Straßenhändler leiden besonders unter der Ausgangssperre, da sie ihre Waren nun nicht mehr anbieten können bzw. auf den Straßen keine Käufer mehr unterwegs sind

Foto: dpa picture alliance

Für Nachtschwärmer endet die Nacht nun schon um 22 Uhr. Touristen sind davon nur ausgenommen, wenn sie zum Flughafen müssen oder von dort kommen. Sämtliche Bars und sonstige Locations schließen nach 22 Uhr, wie ein Mitarbeiter des 5-Sterne-Hotels Lebua auf TRAVELBOOK-Anfrage bestätigte. Ausnahme seien zum Beispiel die Hotelbars. Im Lebua ist diese weiterhin bis 1 Uhr nachts geöffnet und für jedermann zugänglich. Nach 22 Uhr stehe Besuchern, die nicht Gäste des Hotels sind, ein kostenpflichtiger Transport-Service zur Verfügung.

„Alles kann passieren”

Womit man rechnen müsse, wenn man trotz der Ausgangssperre auf der Straße unterwegs ist? Die etwas vorsichtige Antwort des Lebua-Concierge: „Das Militär empfiehlt allen, die Ausgangssperre zu beachten, andernfalls können sie nicht für die Sicherheit garantieren.“ Aber was genau könne passieren? „Alles kann passieren.“

Gäste des Lebua seien wegen der Ausgangssperre noch nicht vorzeitig abgereist, garantiert der Mann am Telefon. Bangkok habe schließlich auch tagsüber viel zu bieten, so die Antwort, mit der er die aktuelle Lage herunterzuspielen versucht.

Ein Kellnerin im Rotlichtviertel Soi Cowboy schließt wegen der Ausgangssperre die Bar

Foto: dpa picture alliance

Die Frage ist dennoch, ob in diesen Tagen trotzdem noch viele Touristen nach Thailand kommen werden. Während die großen Hotels eine schlechtere Auslastung noch verkraften können, ist die Situation für kleinere Händler, Club-, Bar- und Hotelbetreiber ein finanzielles Desaster. Und tatsächlich überlegen viele Touristen, ob sie ihren geplanten Bangkok-Urlaub absagen.

„Gerade bei Reisen, die vom Nachtleben geprägt sind, bedeutet die Ausgangssperre schon eine erhebliche Einschränkung”, gibt Reiserechtler Paul Degott zu bedenken. Das könne etwa Bangkok- oder Pattaya-Urlauber betreffen. Auch längere Ausflüge, die nun möglicherweise von Kontrollen behindert werden, heben die Urlaubsfreude nicht. Ob man dann kostenfrei stornieren oder umbuchen könne? Degott: „In diesen Fällen zeigt der Reiseveranstalter vielleicht Einsicht, wenn man sich nach Umbuchungsmöglichkeiten erkundigt.”

Ein erheblicher Mangel

„Für reine Bangkok-Urlauber stellt die aktuelle Situation einen erheblichen Mangel dar”, findet Sabine Fischer-Volk von der Verbraucherzentrale Brandenburg und sieht die Veranstalter in der Pflicht: „Hier muss eine kostenlose Stornierung oder Umbuchung möglich sein.” Fällt ein stark beworbenes Highlight der Reise durch die Ausgangssperre weg oder erreichen die Urlauber den Flughafen zu spät, um noch ins Hotel zu gelangen, sei das ein Grund für den Rücktritt von der Reise aufgrund erheblicher Mängel, so Fischer-Volk.

Individualtouristen empfiehlt sie, mit Hoteliers über eine mögliche Verschiebung des Aufenthalts zu verhandeln. Flugkosten bekämen sie zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht erstattet, da die Flüge normal durchgeführt würden.

Vielerorts kaum Einschränkungen

Und wer doch nach Thailand möchte – Ausgangssperre und Demonstrationen zum Trotz? Das öffentliche Leben in Bangkok verlaufe zumindest bislang weitgehend normal, meldet das Auswärtige Amt in Berlin. Allerdings gebe es zum Teil erhebliche Verkehrsbehinderungen. Reisende sollten deshalb ausreichend Zeit für Transfers zum Flughafen einplanen. Am Internationalen Flughafen Bangkok, dem Airport Suvarnabhumi, herrsche derzeit normaler Betrieb. Aufgrund der Ausgangssperre müssen Reisende jedoch spätestens um 22 Uhr am Flughafen eingetroffen sein.

Wer indes ohnehin nur an den Strand wollte, hat hingegen kaum Einschränkungen zu befürchten. Aus Phuket berichten Touristen, dass sie von den Vorgängen im Land bislang so gut wie gar nichts mitbekommen. Aushänge in Hotels gebe es nicht, auch keine Kontrollen oder Militärpräsenz. Die Lage sei insgesamt sehr ruhig, es herrsche Normalbetrieb.

Tänzerinnen in Phuket: Die von der Militärregierung verhängte Ausgangssperre gilt für ganz Thailand. In Phuket bekommen die Touristen allerdings kaum etwas von den Vorgängen nach dem Militärputsch mit

Foto: dpa picture alliance

Und auch in Bangkok könnte man sich arrangieren. Zwar muss man um zehn Uhr abends zurück im Hotel sein, doch dann kann man ja immerhin noch an die Hotelbar. Und wer weiß, vielleicht schallt dann aus den Lautsprechern ja jener Song, der nurmehr ein unerfülltes Versprechen bleibt:

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