Nach dem Taifun „Haiyan“

Wie betroffen sind die Touristenorte auf den Philippinen?

Vor drei Tagen fegte der Taifun Haiyan über die Philippinen und langsam wird das Ausmaß der Katastrophe offenbar. Auch einige Touristenorte sind überschwemmt und zerstört, andere kamen glimpflich davon, manchen fehlt nur Strom und Internet. TRAVELBOOK fragte nach, wie es in den einzelnen Urlaubsregionen aussieht.

Von C. Tomerius und N. Alves

Man wollte kein Risiko eingehen. Zwar liegt Palawan, das Naturparadies mit dem glasklaren Wasser, im Südwesten der Philippinen und galt somit nicht als eine vom Taifun besonders gefährdete Region. Doch das galt nicht für die Inseln im Norden, etwa Amanpulo, wo sich das gleichnamige Luxus-Resort befindet. Juliane Kaelberlah, Pressemanagerin der Aman Resorts, zu denen das Amanpulo zählt, erzählt, dass letztlich nur die Ausläufer des Taifuns die Insel erreichten.

„Glimpflich“ sei man davongekommen, am Resort selbst gab es kaum Schäden, berichtet sie. Im Vorfeld waren die Gäste dennoch vorsorglich ausgeflogen worden, um sie in Sicherheit zu bringt. Das Hotel selbst bleibt bis voraussichtlich zum 25. November geschlossen. Der Hangar des resort-eigenen Flugplatzes wurde in eine Leitstelle umfunktioniert. „Von hier aus soll Hilfe für die stärker betroffenen Inseln im Norden koordiniert werden.“

Wie im Amanpulo auf Palawan sieht es in vielen Hotels und Resorts auf den Trauminseln der Philippinen aus. Klar ist aber auch: Die Luxus-Herbergen sind wesentlich stabiler gebaut als die Häuser der Bevölkerung.

Keine Schäden in den Hotels kann auch Christian Müller, PR-Manager des Reiseveranstalters FTI vermelden. „Zumindest in den Häusern, mit denen wir zusammenarbeiten”, schränkt er natürlich ein. Aber dazu gehören die wichtigsten Urlaubsregionen wie Bohol, Boracay und Cebu-City auf Cebu. Zwar habe man derzeit keine Gäste vor Ort, aber Reisen in Planung, deren Durchführbarkeit man derzeit prüfe. Fraglich ist zum Beispiel, ob die Flughäfen alle nutzbar sind.

Auch wenn der Taifun einige der wichtigsten Reiseziele auf den Philippinen weitgehend verschonte, andere, eher unbekannte Urlaubsregionen verzeichnen große Schäden. Dazu gehören auch die am stärksten von Taifun betroffenen Inseln Leyte und Samar, wo der Tourismus eine zunehmende Rolle spielt.

Die Urlaubsregionen und die aktuelle Situation vor Ort im Überblick:
 
LEYTE
Die achtgrößte Insel der Philippinen ist so etwas wie ein Geheimtipp für Urlauber, denn hier findet man noch einsame Sandstrände, die vom Tourismus fast unberührt sind. In den letzten Jahren hat sich der Tourismus denn auch zunehmend zu einer Einnahmequelle entwickelt. Der Taifun hat hier verheerende Schäden angerichtet. Das ganze Ausmaß ist noch nicht bekannt, Telefone funktionieren nicht, Straßen sind zerstört und können nicht befahren werden. Das Auswärtige Amt rät vor nicht notwendigen Reisen in die Region ab.

SAMAR
Ähnlich ist die Situation auf Samar, der drittgrößten Insel der Philippinen, auf der man noch größere zusammenhängende Regenwaldgebiete im Urzustand findet und Wasserwege vor spektakulären Kulissen, die viele Kayak- und Kanufreunde anzieht. Doch auch hier sind die Schäden durch den Taifun zum Teil verheerend. Das Auswärtige Amt rät vor nicht notwendigen Reisen in die Region ab.

CEBU
Die Insel liegt in der Mitte der Visaya-Inseln und ist eine Tropenschönheit mit strahlend weißen Sandstränden und artenreichen Korallengärten. Cebu City ist die älteste Stadt des Landes. Vom Taifun betroffen ist lediglich der Norden der 200 Kilometer langen und 40 Kilometer breiten Insel und das Auswärtige Amt rät vor nicht notwendigen Reisen in die Region ab. Im Süden der Insel halten sich die Schäden in Grenzen. Eine Sprecherin des Abaca-Resort in Lapu Lapu in der Provinz Cebu: „Cebu hat Glück gehabt. Bei uns im Ort geht es allen gut. Auch das Resort hat keine größeren Schäden zu verzeichnen.“

BOHOL
Es ist gerade mal wenige Wochen her, dass ein Erdbeben auf der Insel starke Schäden anrichtete. Nun werden die Einheimischen mit der nächsten Katastrophe konfrontiert, die auch hier mancherorts verheerend war. Doch viele Hotels wurden verschont, wie etwa das Peacock Garden: „Unser Resort hat keine größeren Schäden“, berichtet die Rezeptionist, „allen Gästen geht es gut.“ In Bohol spielt der Tourismus eine große Rolle. Bekannt ist das Archipel für zahlreiche Naturschätze sowie die Chocolate Hills – jene verblüffende Hügellandschaft in der Inselmitte.

BORACAY
Das gerade mal sieben Kilometer lange und vier Kilometer breite Eiland ist ein tropisches Bilderbuchparadies, der White Beach gilt als einer der schönsten Strände der Welt. Eine Mitarbeiterin des Frendz Resort auf der Insel Boracay berichtet: „Alle sind sicher und gesund. Das Resort wurde kaum beschädigt.“ Allerdings gebe es auf der Insel derzeit Probleme mit der Elektrizität und dem Internet. Auch der Autor Norm Schriever, der auf Boracay lebt, berichtet auf „news10.net“, die Insel hätte Glück gehabt: „Der Sturm sollte uns voll treffen, und er hätte die Insel verwüstet. Aber er ist nach Süden abgedreht.“

MANILA
Die Metropole mit ihren 12 Millionen Einwohnern liegt in Zentral-Luzon und ist von einer riesigen Lagune und dem Ozean umgeben. Hier hat der Taifun kaum Schäden angerichtet, von hier werden die Hilfsleistungen koordiniert.

LUZON
Berühmt ist die Insel Luzon für die Reisterrassen von Banaue, auch „Stufen zum Himmel“ genannt. Sie gelten als achtes Weltwunder und wurden 1995 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt. Vom Taifun blieb diese Region weitestgehend verschont.

PALAWAN
Die Hauptinsel ist 40 Kilometer breit, 425 Kilometer lang und bildet die Grenze zwischen dem Südchinesischen Meer im Nordwesten und der Sulusee im Südosten. Palawan ist ein grünes Juwel, ein Naturparadies, auf dem noch große Gebiete tropischen Tiefland- und Bergregenwaldes erhalten sind. Auf Palawan trafen nur die Ausläufer des Taifuns, die Schäden halten sich in Grenzen.

MINDORO
Taucher aus der ganzen Welt pilgern nach Mindoro , 150 Kilometer südlich von Manila gelegen. Denn der Artenreichtum an Korallen, Fischen und großen Meeressäugern im glasklaren Ozean ist einzigartig. Wie auf Palawan halten sich die Schäden nach dem Taifun in Grenzen.

NEGROS
Die Insel ist einer der größten Zuckerproduzenten der Welt, was ihr den Beinamen „Zuckerinsel“ bescherte. In Negros Occidental, der Provinz, die sich über den Norden und Westen der Insel erstreckt, hat der Taifun große Schäden angerichtet, weshalb das Auswärtige Amt vor nicht notwendigen Reisen dorthin abrät.

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