Ozean, Wüste und wilde Flusslandschaften

Warum Sie 2015 unbedingt nach Namibia müssen!

Namibia zählt laut dem Kult-Reiseführer „Lonely Planet“ zu den Top-Reisezielen für 2015. Das Land im Süden Afrikas bietet bizarre Wüsten-Formationen, wilde Flusslandschaften und eine artenreiche Tierwelt, die man aus nächster Nähe beobachten kann. TRAVELBOOK hat Namibia auf einer Selbstfahrer-Reise im Jeep erkundet und die besten Tipps für Sie zusammengestellt.

Angelika Pickard Von Angelika Pickardt

2015 ist ein besonderes Jahr für Namibia: Am 21. März jährt sich die Unabhängigkeit Namibias von Südafrika zum 25. Mal. In den letzten Jahrzehnten hat die Regierung viel für eine nachhaltige Entwicklung getan, der Umweltschutz ist fester Bestandteil in der Verfassung, lokale Gemeinschaften werden gestärkt. All das sind – neben der einzigartigen Landschaft und Tierwelt – Gründe, warum Namibia im Ranking der Top-Reisedestinationen des „Lonely Planet“ gleich nach Singapur auf dem ruhmreichen zweiten Platz gelandet ist. „Entdecken Sie das Land, bevor Sie es mit anderen teilen müssen!“, rät der „Lonely Planet“.

Unsere Empfehlung: Bereisen Sie das Land mit einem Geländewagen! Eine Rundreise im eigenen Jeep durch Namibia ist pures Abenteuer – gepaart mit dem Komfort nobler Lodges und sauberer Campingplätze. TRAVELBOOK hat es selbst ausprobiert und stellt sechs besondere Orte vor, die Sie unterwegs besuchen sollten.

Mit dem Jeep durch Namibia

Stille. Das ist das erste, was auffällt, wenn man irgendwo in Namibias Weite aus dem Auto steigt. In der Ferne brüllt ein Tier – vielleicht ein Löwe? Der Zauber des Landes im südlichen Afrika liegt in seiner Einsamkeit. Namibia ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur 2,1 Millionen Einwohner.

1. Wildtiere am Waterberg Plateau beobachten

Nashörner, Büffel und Wasserböcke tummeln sich im Sonnenuntergang um ein Wasserloch. Wir sind unterwegs in der Wabi Game Ranch am Waterberg Plateau. In der gleichnamigen Lodge wohnt man in komfortablen Bungalows, es gibt einen Pool – und eine Terrasse mit freiem Blick auf eines der Wasserlöcher im Wildpark.

Es muss nicht unbedingt der riesige, gut besuchte Etosha Nationalpark sein, um in Namibia die „Big Five“ (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) und weitere Tiere wie Giraffen, Antilopen und Warzenschweine zu sehen. In zahlreichen kleineren Parks im Land, wie zum Beispiel dem Mahango Game Park, kann man oft völlig ungestört auf Safari-Tour gehen – manchmal geführt, manchmal mit dem eigenen Jeep.

2. Mit Krokodilen und Nilpferden im Okavango baden

Grün und fruchtbar ist es in der Gegend um den Okavango-River, der im Norden die Grenze zu Angola markiert. Unser Zeltplatz auf dem schönen Campingplatz Ngepi in Divundu liegt direkt am Fluss. „Vorsicht, Hippos und Krokodile im Wasser“, warnt ein Schild. Baden kann man hier trotzdem bedenkenlos – in einem Pool, der wie ein Käfig in den Okavango eingelassen ist.

Bei einer vom Camp organisierten Bootstour kommt man den Flusspferden ganz nah. Seltene Wasservögel kreuzen unseren Weg, am Ufer liegen Krokodile in der Sonne.
 Im sogenannten Caprivi-Streifen ragt das Staatsgebiet wie ein Zipfel bis fast zu den Victoria-Fällen. Auch bis nach Botswana zum Okavango-Delta, einem der größten und tierreichsten Feuchtgebiete Afrikas, ist es von hier aus nur ein Katzensprung.

Ein zweiter Fluss, der Kwando, bildet im Süden des Caprivis die natürliche Grenze zu Botswana. Die Terrassen unserer Bungalows in der schönen Kwando-Lodge direkt am Wasser sind gerade hoch genug gebaut, um die Gäste vor Krokodilen zu schützen. Am Horizont hinter dem Fluss geht die Sonne unter, irgendwo in der Ferne schnaufen Nilpferde. In diesem Paradies könnte man gut und gerne bleiben.

Ein kleines Häuschen mit Terrasse am Fluss: So traumhaft wohnt man im Camp Kwando im Nordosten von Namibia

Foto: Angelika Pickardt

3. Auge in Auge mit Giraffe und Elefant

Eine Safari-Tour mit dem eigenen Auto durch den Mahango Game Park ist ein echtes Abenteuer. Sogar aussteigen ist hier erlaubt. Paviane und Warzenschweine sind allgegenwärtig. Jede Kurve ist ein Nervenkitzel. Man weiß nie, was dahinter auf einen wartet. Einmal taucht wie aus dem Nichts eine Giraffe auf. Kaum zehn Meter entfernt ist sie und schaut uns minutenlang ruhig aus ihren großen braunen Augen an. Dann schreitet sie erhaben davon. Etwas brenzlig wird es, als hinter einer Kurve eine Elefantenherde unseren Weg kreuzt. Einer der grauen Kolosse wedelt drohend mit den Ohren. Jetzt heißt es: Ruhe bewahren und abwarten, bis die Herde weitergezogen ist. Auch Büffel sehen wir und – zum Glück in gebührendem Abstand zur Straße – eine Löwenfamilie.

4. Namib-Wüste und Sossusvlei von oben
Atemberaubend ist der Blick von oben auf das Sossusvlei mit den umliegenden Dünenformationen der Namib-Wüste. Wir schweben mit der Cessna über die Salzpfannen und Dünen, die zum Weltkulturerbe der Unesco zählen. Von Swakopmund aus starten regelmäßig Rundflüge zum Sossusvlei, vorbei an tiefen Schluchten, schroffen Gebirgsgipfeln und schwarze Kies-Ebenen.

Rundflug zum Beispiel mit Bush Bird, Dauer circa 2 Stunden 10 Minuten, ab 187 Euro p. P. (www.flymysky.de)

Blick von oben auf die Sanddünen des Sossusvlei im Namib-Naukluft-Nationalpark

Foto: Getty Images

5. Delfine und Seehunde beobachten
Neben unserem Katamaran, der uns von Swakopmund in Richtung Walvis Bay bringt, springen Delfine hoch. Die Tiere haben Spaß daran, auf der Bugwelle mitzuschwimmen. Am Pelican Point hat sich eine große Kolonie südafrikanischer Kap-Seehunde niedergelassen. Die Touristenboote sind eine willkommene Abwechslung für die Tiere – und sie wissen, dass sie ein paar Fische abgreifen können. Ein Seehund kommt sogar an Bord, die Kinder haben riesigen Spaß daran, ihn zu füttern. Mit ein bisschen Glück sieht man auch den ein oder anderen Wal. Für uns Touristen gibt's zur Stärkung Canapés, Austern und Sekt. Schaukelnd geht es zurück zur Küste.

Dreistündige Tour mit Ocean Adventures, circa 38 Euro p. P. 

6. Klein-Deutschland in Swakopmund
Das alte Kolonialstädtchen Swakopmund an der Atlantikküste ist gemütlich – und gilt als die „deutscheste Stadt“ Namibias. Zwar wurden die ursprünglich deutschen Straßennamen inzwischen in afrikanische unbekannt, trotzdem fühlt man sich in den sauberen Straßen und an der lang gezogenen Strandpromenade ein bisschen wie in einem Seebad an der Ostsee. Typisch deutsche Hausmannskost bekommt man im Swakopmund Brauhaus.

Der schönste Platz in Swakopmund ist die Tiger Reef Beach Bar am Südstrand. Hier kann man Stunden in einem der Liegestühle verbringen und aufs Meer schauen. Zur Stärkung gibt es leckere Burger. Auf keinen Fall den Sundowner verpassen!

Die besten Hotel-Tipps für Swakopmund finden Sie hier

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Travel-Tipps von

Die Top-Sehenswürdigkeiten in Namibia

Anreise und Mietwagen

  • Rund 10 Stunden dauert der Flug von Frankfurt am Main in Namibias Hauptstadt Windhuk. Das Gute: Ein Jetlag wie bei den meisten anderen Fernreisen bleibt erspart, denn die Zeitverschiebung beträgt je nach Sommer- oder Winterzeit maximal eine Stunde.
    Flüge ab Frankfurt/Main mit Air Namibia oder South African Airways ab ca. 750 Euro.

  • Um Schotterpisten, Sandwege und gegebenenfalls überschwemmte Straßenabschnitte problemlos zu überwinden, eignen sich Allrad-Fahrzeuge am besten.
    Allrad-Fahrzeuge mit oder ohne Camping-Ausrüstung ab 38 Euro pro Tag zum Beispiel über
    www.ast-reisen.de

Unterkünfte im Norden

Übernachten im Caprivi-Streifen:

  • Ngepi Camp in Divundu, Tree Houses ab 39 Euro p. P., Buschhütten ab 32 Euro p. P. und Campingplätze ab 7 Euro pro Person

  •  Kwando Camp in Kongola, Hochbungalows am Wasser ab 91 Euro für 2 Personen, Insel Chalets auf der Halbinsel ab 62 Euro für 2 Personen, Camping ab 9 Euro pro Platz

Übernachten an der Strecke Windhuk – Grootfontein – Rundu:

  •   Roy's Restcamp in Grootfontein, Bungalows (ab 38 Euro p. P.) und Campingplätze (ab 5 Euro p. P.)
  •   N'Kwazi Lodge in Rundu, Bungalows (ab 45 Euro p. P.) und Campingplätze (ab 7 Euro p. P.)

Mehr Hotels in Namibia, alle von Usern bewertet, finden Sie hier

Sicherheit in Namibia

Das Auswärtige Amt warnt vor vermehrten Raubüberfällen in Namibias Hauptstadt und in der Provinz auf Touristen. Meiden Sie in Windhuk nach Einbruch der Dunkelheit einsame Straßen und Gassen und laufen Sie nicht zu offensichtlich mit teuren Kameras oder Handys in der Hand durch die Gegend. Fahren Sie immer mit von innen verriegelten Autotüren und seien Sie möglichst immer vor Sonnenuntergang an Ihrem nächsten Übernachtungsziel.

Weitere Reise-Tipps

  • Vor der Reise rechtzeitig gegen Hepatitis A impfen lassen. Mückenschutz und Malaria-Prophylaxe einpacken. Malaria ist zwar kein großes Problem im Namibia, kann aber im Nordosten im Caprivi vorkommen. In allen Lodges hängen Mückennetze über den Betten.
  • In Namibia herrscht Linksverkehr! Vielen Autos werden Sie zwar unterwegs nicht begegnen, aber es passiert schnell, dass man aus Gewohnheit versehentlich rechts fährt...
  • In Namibia benötigen Sie einen Internationalen Führerschein.
  • Je nach Reisezeit sollten Sie Lodges oder Campingplätze am besten ein paar Tage im Voraus  reservieren.

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