Pot & Breakfast: Marihuana-Tourismus in Colorado

Zimmer frei für Kiffer

Wer nach Colorado reist, um zu kiffen, hat zwar kein Problem, Cannabis zu kaufen, dafür aber ein anderes: Konsumiert werden darf der Stoff nämlich fast ausschließlich in privaten Räumen. Was tun, wenn man nicht dort wohnt und selbst im Hotel das Rauchen verboten ist? Doch jetzt können Pot-Pilger aufatmen: Im Mai startet eine spezielle Zimmervermittlung für Kiffer.

Seit der Legalisierung von Cannabis in Colorado zieht es Kiffer aus allen Ecken des Kontinents in den US-Bundesstaat. Als Amsterdam Amerikas wurde Colorado schon bezeichnet, das Geschäft mit den Marihuana-Touristen blüht. Allerdings: Ganz so einfach wie in den Niederlanden wird es den angereisten Cannabis-Konsumenten hier nicht gemacht.

So dürfen sie den Stoff zwar kaufen, aber nicht: kiffen. Zumindest nicht auf der Straße, in Cafés, und in den meisten Hotels ist das Rauchen auch verboten. Coffeeshops wie in Amsterdam sucht man in Colorado vergeblich. Wer sich dennoch in der Öffentlichkeit einen Joint ansteckt, riskiert eine Strafe von 150 Dollar bis 15 Tagen Gefängnis. In den Nationalparks muss man sogar mit 5000 Dollar rechnen und kann bis zu sechs Monate ins Gefängnis kommen.

Was also tun mit dem begehrten Stoff, für den man so weit gereist ist?

Schnell nach Hause fahren, um es dort in den eigenen vier Wänden zu konsumieren, geht  leider nicht. Die Ausfuhr ist natürlich strengstens verboten. Damit auch ja nichts nach außen dringt, hat man auf dem Flughafen in Denver sogar spezielle Container aufgestellt: für die letzten, unverbrauchten Krümel und Joint-Stummel.

Die einzige Möglichkeit, die den Pot-Pilgern in Colorado bisher blieb, war Bus fahren. Auf geführten Touren werden die Teilnehmer nicht nur zu den Verkaufsstellen und Hanf-Farmern kutschiert, sondern dürfen im Bus den gekauften Stoff auch gleich verbrauchen. Allerdings: Selbst die entspannteste Busfahrt ist irgendwann zu Ende. Und dann?

Auf geführten Kiffer-Touren ist das Rauchen erlaubt – sofern die Fenster im Bus geschlossen sind.

Foto: dpa

Ab Mai gibt es endlich eine Lösung. Denn dann geht eine Online-Plattform an den Start, die private Zimmer an Kiffer vermittelt. AirTHC heißt diese sinnigerweise, wobei „Air“ – und das stellen die Macher auf ihrer Seite gleich klar – nichts zu tun habe mit „Airbnb, Air Jordan, Air France or that Phil Collins song ‘In the air tonight‘“. Wofür THC steht, muss man hingegen niemanden erklären, der die Seite bei vollem Bewusstsein angeklickt hat: für Tetrahydrocannabinol, den berauschenden Bestandteil der Hanfpflanze.

Und das Konzept von AirTHC? Wie bei herkömmlichen Online-Zimmervermittlungen auch öffnen Einheimische hier ihre Wohnungen für Touristen, vermittelt wird nahezu alles, vom Schlafplatz auf der Couch bis zum ganzen Haus – nur mit dem Unterschied, dass niemand auf die Idee kommen würde, seinen Gästen das Rauchen zu verbieten, im Gegenteil: Der Konsum von Cannabis ist bei AirTHC ausdrücklich erlaubt.

So sieht es aus, das Zimmervermittlungsportal AirTHC

Foto: screenshot

Optisch ähnelt das Portal den gängigen Online-Zimmervermittlungen von Airbnb bis Roomsurfer: Das Design ist schlicht, der Auftritt seriös, und man muss schon etwas genauer hinschauen, um zu erkennen, dass das Portal für eine ganz besondere Klientel gemacht wurde – welches denn übrigens auch explizit angesprochen wird: „Say high” steht etwa oben rechts in der Ecke, wo andere für gewöhnlich den Log-in-Button haben.

Nach Zimmern suchen kann man hier zwar noch nicht, aber in Kürze soll das Portal starten. Angebote werden zumindest schon fleißig gesammelt und, glaubt man den Machern, sind offenbar viele Einwohner Colorados bereit, ihre Häuser für all jene zu öffnen, die nicht wissen, wohin mit sich und ihrem Joint.

Lesen Sie auch: Nach der Legalisierung von Marihuana: Colorado bietet Cannbis-Touren für Kiffer

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