Quantum of the Seas sticht in See

Auf dem größten schwimmenden Vergnügungspark der Welt

Die nagelneue Quantum of the Seas ist zwar nicht das größte Kreuzfahrtschiff in der Flotte von Royal Caribbean, dafür aber ganz sicher das mit den meisten technischen Spielereien und Entertainment-Angeboten an Bord. Am Freitag stach das neue Vorzeigeschiff erstmals in See. TRAVELBOOK war bei der Generalprobe dabei und hat sich an Bord des schwimmenden Vergnügungsparks umgesehen.

Angelika Pickard Von Angelika Pickardt

Als wir in Southampton um die Ecke biegen und in den Hafen einfahren, geht ein Raunen durch den Bus. Die Quantum of the Seas ist nicht zu übersehen, ragt mit ihren 16 Decks höher als so manches Hochhaus in den Himmel. Ein Koloss. Unzählige Kabinen reihen sich auf den mittleren Decks aneinander, ganz zu schweigen von den Kabinen im Inneren, die man von hier aus nicht sehen kann. Eine davon wird für die nächsten zwei Nächte mein Schlafplatz sein.

Royal Caribbean hat Touristiker und Presseleute zu einer Art Vor-Jungfernfahrt geladen, um das Schiff zu präsentieren. Außerdem mit an Bord: die treuesten Gäste des Kreuzfahrt-Unternehmens, Stammkunden, die an dem Kurztrip mit dem neuesten Flotten-Mitglied sozusagen als kleines Dankeschön für ihre Treue teilnehmen dürfen. Es geht aber nicht allein darum, das neue Schiff vorzustellen. Die Fahrt ist gleichzeitig auch eine Art Generalprobe für den Ernstfall, wenn die Quantum of the Seas zur ihrer ersten richtigen Reise in See sticht. Wir sind also in den nächsten zwei Tagen eine Art Versuchskaninchen.

Ganz schön groß, so ein Kreuzfahrtschiff...

Foto: Royal Carribean

Nach dem Check-in geht es über eine Gangway aufs Schiff. Über vier Ebenen laufen wir durch die Rampe – und treten ein in die bunte Glitzerwelt im Inneren des Schiffes. Es ist zwar nicht das erste Kreuzfahrtschiff, das ich betrete. Dafür aber das weitaus größte: 4180 Passagiere passen auf die Quantum of the Seas, dazu noch etwa 1500 Crew-Mitglieder und Arbeitskräfte. Es ist das drittgrößte Kreuzfahrtschiff der Welt und das größte, das in Deutschland gebaut wurde. Ziemlich viele Superlative. Davon werden mir im Laufe der zweitägigen Fahrt noch einige mehr begegnen.

Im Schiffsbauch ist alles riesig, unzählige Menschen laufen hin und her. Ich verliere die Orientierung, habe keine Ahnung, welchen Weg ich zu meiner Kabine einschlagen soll. Zum Glück stehen an jeder Ecke Service-Mitarbeiter. Man erklärt mir, dass ich auf Deck 12 muss und dafür den Aufzug benutzen soll. Von denen gibt es ziemlich viele auf der Quantum of the Seas, und mein Eindruck verstärkt sich, in einem riesigen, ziemlich modernen Hochhaus zu sein.

Eine der vielen Aufzugsanlagen. Die Lifte fahren auf beiden Seiten des Mittelganges

Foto: Angelika Pickardt

Auf Deck 12 angelangt ist es ganz einfach: immer den Schildern nach, die langen schmalen Gänge entlang – irgendwann steht man ganz automatisch vor der eigenen Kabine. Ist man auf der falschen Seite des Schiffes, kann dieser Weg allerdings ziemlich lang sein. Immerhin 348 Meter misst die Quantum of the Seas. Meine Kabine ist geräumiger, als ich dachte, und ich habe sogar einen Balkon! Selbst die Innenkabinen verfügen über einen solchen – auch wenn der nur „virtuell“ ist. Eine außen am Schiff angebrachte Kamera überträgt quasi in Echtzeit ihre Aufnahmen ins Innere, sodass man immer weiß, wo das Schiff gerade entlangfährt, ob Tag oder Nacht ist, es regnet oder die Sonne scheint.

Die Kabinen sind geräumig. Die Badezimmer sind recht klein, aber durchaus ausreichend

Foto: Angelika Pickardt

Fallschirmspringen und Autoscooter

Ich mache einen ersten Ausflug aufs oberste Deck. Hier ist Party angesagt: Obwohl es noch früher Nachmittag ist, herrscht an der Pool-Bar schon Hochbetrieb. Über dem Barbereich hängt das Wahrzeichen der Quantum of the Seas: der North Star, eine Glaskugel, die an einem Schwenkarm befestigt ist und Passagiere bis auf 90 Meter in die Höhe fährt. Von oben hat man eine beeindruckende Aussicht über das Schiff und den Ozean ringsum.

Die Kugel ist nicht das einzige Highlight auf der Quantum, wie ich bei einem Rundgang schnell feststelle: Auf der gegenüberliegenden Seite können Passagiere in einem Fallschirmsimulator fliegen, es gibt einen Surfsimulator, eine Kletterwand und eine Autoscooter-Halle, die auch zur Rollschuhbahn umfunktioniert werden kann. In diversen Innen- und Außenpools kann geplanscht, in einer Spielhalle gezockt und in einer Zirkusschule am Trapez geübt werden. Es gibt einen großen Spa- und Fitness-Bereich, und eine Joggingstrecke führt auf mehreren hundert Metern um Deck 14. Bei dem Angebot an Speisen an Bord kann ein bisschen Sport auch durchaus nicht schaden.

Der Moment, in dem das Schiff ablegt, ist eher unspektakulär. Ich habe mir vorgestellt, dass sich alle Passagiere oben an Deck versammeln und den Menschen im Hafen zuwinken. Nichts dergleichen passiert. Als das Schiff sich in Bewegung setzt, sind fast alle drin, kaum jemand nimmt überhaupt Notiz davon.

Am Abend verwandeln sich Deck 4 und 5 im Schiff in eine riesige Ausgehmeile. Wer Hunger hat, kann aus 18 verschiedenen Restaurants auswählen – fünf davon sind im Reisepreis inbegriffen, für die restlichen muss extra bezahlt werden. „Dynamic Dining“ nennt sich dieses neue Konzept, das bei den neuen Schiffen von Royal Caribbean an Stelle eines einzigen großen Restaurants für alle Gäste getreten ist. Neben diversen Bars und Pubs – von edel bis zünftig – gibt es eine Music Hall, in der zu Live-Musik getanzt wird. Außerdem werden jeden Abend Shows aufgeführt, unter anderem das Musical „Mamma Mia“, das vom Broadway aufs Schiff kommt.

„Wonderland“ ist eines der 13 Spezialitäten-Restaurants auf dem Schiff. Auch Jamie Oliver betreibt hier ein Restaurant – an Bord wird man den britischen Star-Koch allerdings nicht antreffen

Foto: Royal Caribbean

Ein Roboter serviert die Cocktails

Ein bisschen lachen muss ich über die Verrenkungen der beiden Roboter, die in der „Bionic Bar“ Cocktails mixen. Der Gast tippt seinen Getränke-Wunsch in ein Tablet und bekommt auf einem Bildschirm die Wartezeit angezeigt. „Noch vier Cocktails vor Ihnen“, steht dort jetzt. Dann setzen sich die Roboterarme in Bewegung, zapfen aus kopfüber an der Decke hängenden Flaschen die genauen Mengen ab, die für den jeweiligen Cocktails benötigt werden. Eis rein, mit kreisenden Bewegungen kräftig mixen – und ab in die herbeigefahrenen Gläser mit dem Inhalt.

Zwei Greifarme als Barkeeper: In der „Bionic Bar“ mixen Roboter die Cocktails

Foto: Royal Caribbean

Noch klappt nicht alles ganz reibungslos, aber bis zur ersten richtigen Kreuzfahrt sollen die Roboter rund um die Uhr die Cocktail-Wünsche der Gäste erfüllen. Ob man sie wirklich braucht, sei dahingestellt – im Endeffekt sind die digitalen Barkeeper vor allem ein nett anzuschauendes Spielzeug.

Die Cocktail-Roboter sind nicht die einzige technische Neuerung an Bord: Über eine eigene App kann man sich über Veranstaltungen, Landausflüge und Restaurants informieren, diese gleich auch buchen und einen Terminkalender erstellen. Außerdem bekommt jeder Gast ein digitales Armband, das den Weg durch das Schiff weist, als  Zimmerschlüssel dient und für Einkäufe in den Bord-Geschäften genutzt werden kann. Ein bisschen fühlt man sich mit dem weißen Gummi-Armband wie der Gast eines All-inclusive-Resorts. Aber im Grunde ist es das ja auch, nur dass man dabei übers Meer fährt.

Abends ist das Schiff hell erleuchtet. Der Vorteil gegenüber einem Hotel: Der Pool bleibt rund um die Uhr geöffnet

Foto: Angelika Pickardt

Die Nächte in der Kabine sind angenehm, das Schiff schaukelt sanft und kaum merklich. Leider darf die Balkontür wegen der Klimaanlage ausdrücklich nicht geöffnet sein, was ich sehr schade finde. Dafür ist es leiser als ich dachte, kein permanentes Brummen oder andere Schiffsgeräusche. Laut wird es erst in den frühen Morgenstunden, als die ersten Kabinentüren knallen und die Vakuum-Toiletten der Nachbarn mich mit ihrem lauten Sauggeräusch aus dem Schlaf reißen. Aber das gehört eben dazu, auf so einem Kreuzfahrtschiff ist man schließlich nicht allein.

Die zwei Tage an Bord der Quantum of the Seas sind ereignisreich und gehen schnell vorbei. Ich bin ganz froh, als ich wieder festen Boden unter den Füßen habe. Für mich persönlich kann ich mir kaum vorstellen, zwei Wochen oder noch länger auf einem Kreuzfahrtschiff zu verbringen. Für Leute, die Action und Party mögen und gerne unter vielen anderen Menschen sind, ist eine Kreuzfahrt mit einem modernen Schiff wie der Quantum of the Seas sicher genau das Richtige.

Am 23. November legt die Quantum of the Seas zu ihrer richtigen Jungfernfahrt ab, es geht von New York aus für neun Tage in die Karibik. Ein baugleiches Schiff, die Anthem of the Seas, wird ab April 2015 in europäischen Gewässern unterwegs sein.

Die Reise wurde unterstützt von Royal Caribbean International.

Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit

Kennen Sie schon TRAVELBOOK Escapes? Kostenlos anmelden und bis zu 70 Prozent beim Traumurlaub sparen.

Folgen Sie TRAVELBOOK auf: Facebook | Twitter | Google + | Instagram | Pinterest

7 Urlaubsdeals bei TRAVELBOOK Escapes

Travel-Tipps von

Die besten Hotels in London

Travel-Tipps von

Die besten Hotels in New York

Reise planen

  1. Hotel
  2. Mietwagen
  3. Bahn
  • Hotelsuche
    powered by
    Hotel-Suche
    Reisetermin
    Formular absenden
  • Suche Mietwagen
    powered by
    Mietwagen-Suche
    Abholort
    Rückgabeort
    Abholdatum
    Rückgabedatum
    Formular absenden Weitere Optionen
  • Suche Bahn
    powered by
    Bahn-Suche
    Von
    Nach
    Hinfahrt
    Rückfahrt
    Formular absenden Weitere Optionen