Porträt des WM-Spielorts

Salvador – das Feierbiest unter Brasiliens Städten

Deutschland bestreitet sein erstes WM-Spiel in Salvador da Bahia. Die brasilianische Küstenmetropole ist mit ihren prachtvollen Kolonialbauten nicht nur Unesco-Weltkulturerbe, sondern auch eine der exotischsten und feierfreudigsten Städte des ganzen Landes.

Die Paukenschläge und Schlachtgesänge fahren in den Bauch. Die Rhythmen der Trommeln gehen unter die Haut: In Salvador da Bahia werden Fußballspiele mit besonderer Leidenschaft gefeiert. So auch kürzlich beim Lokalderby zwischen Bahia und Vitória.

Ausgelassene Stimmung beim Lokal-Derby Bahia gegen Vitória im Stadion Fonte Nova

Foto: Manuel Meyer

Im nagelneuen Stadion Fonte Nova, wo jetzt Deutschland im ersten WM-Gruppenspiel auf Portugal trifft, herrschte kollektiver Wahn. Generell sind die Brasilianer für ihre Fußballverrücktheit bekannt. Doch in Salvador ist Fußball für viele Religion.

Orixás-Gottheiten vor dem Stadion in Salvador

Foto: Manuel Meyer

„Eigentlich ist hier in Salvador alles Musik“

Die Küstenmetropole ist landesweit als eine der fröhlichsten, exotischsten und feierfreudigsten Städte Brasiliens bekannt. Nach Rio de Janeiro findet hier Brasiliens buntestes Karnevalsfest statt. Auch über die Stadtgrenzen hinaus wird Salvador „Stadt der Glückseligkeit“ genannt.

Neben dem stets sonnigen und warmen Wetter ist vor allem die Musik ein Grund dafür. In Restaurants, auf den Straßen und an den zahlreichen Stadtstränden ist ständig Musik zu hören, tanzen Pärchen in T-Shirts und Flip Flops zu heißen Samba- und Forró-Rhythmen. Vor allem abends, wenn sich die Bars und Straßencafés im Pelourinho-Altstadtviertel füllen, spielen an jeder Ecke Musikbands.

Typisch gekleidete „Baianas“ im Pelourinho, der Altstadt Salvadors

Foto: Getty

„Eigentlich ist hier in Salvador alles Musik. Anscheinend können wir Dinge nur genießen, wenn wir dabei singen und tanzen“, sagt Luigi Comaneci. Er ist 26 Jahre alt und arbeitet im Museum für brasilianische Musik. Brasilianische Musik sei eigentlich fast immer Musik aus Salvador, versichert er und beginnt stolz die Namen bekannter Musiker aus Salvador aufzuzählen: Gilberto Gil, Caetano Veloso, Carlinhos Brown und natürlich Olodum, die international renommierte Trommel- und Percussiongruppe, die jeden Donnerstag durch die Straßen von Salvadors Altstadt zieht, wenn sie nicht gerade irgendwo anders auf dem Globus spielt.

Capoeira gehört zum Stadtbild von Salvador

Wer tagsüber auf der Praça da Sé oder dem beliebten Platz Terreiro de Jesus einer der zahlreichen Capoeira-Gruppen zuschaut, dem wird schnell klar, dass Musik aus Salvador vor allem auch afrikanische Musik ist. „Die Lieder und die Musik stammen noch von den Sklaven“, sagt Capoeira-Kämpfer João. Flink bewegt er sich zu den frenetischen Rhythmen der Berimbaus und Trommeln vor seinem Gegner hin und her, bevor beide mit akrobatischen Drehungen, Handständen, Radschlägen und gesprungenen Fußtritten gegeneinander antreten.

Kampfsport, kein Tanz: Beim Capoeira – hier auf dem Platz Terreiro de Jesus in der Altstadt Pelourinho – kommt es durchaus auch mal zum Kontakt. Doch in erster Linie zählt das schöne Spiel, wie der Kampf bezeichnet wird

Foto: Manuel Meyer

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, beim Capoeira würde man sich nicht berühren, kommt es doch immer wieder zum Kontakt. Die Kämpfer treten sich aus der Roda, dem Kreis, in dem der als Spiel bezeichnete Kampf ausgetragen wird, oder ziehen sich die Beine weg. Einst tarnten die Sklaven das Selbstverteidigungstraining als Tanz, weil das als gefährlich erachtete Capoeira verboten war. In keiner brasilianischen Stadt ist die afrikanische Kultur so präsent wie in Salvador. Doch Touristen bekommen meist nur Show-Capoeira zu sehen, wo die Akrobatik überwiegt und der Kampf kaum noch eine Rolle spielt.

Salvador – Brasiliens erste Hauptstadt

Salvador de Bahia da Todos os Santos, so der vollständige Name, war unter den portugiesischen Kolonialherren bis 1763 Brasiliens erste Hauptstadt. Über 200 Jahre machten die Portugiesen die Stadt zum Hauptumschlagsplatz afrikanischer Sklaven, dessen Nachfahren noch heute rund zwei Drittel der 2,7 Millionen Einwohner ausmachen. Sogar der Name der Altstadt zeugt von der Vergangenheit Salvadors. „Pelourinho“ ist die Bezeichnung des Schandpfahls auf dem Sklavenmarkt, an dem die Sklaven öffentlich ausgepeitscht wurden.

Von der Oberstadt von Salvador führt ein Aufzug in die Unterstadt zum Hafen und Markt Mercado Modelo

Foto: Manuel Meyer

Die afrikanischen Einflüsse sind überall zu finden

Fast fünf Millionen afrikanische Sklaven wurden nach Salvador verschleppt, und hier schlägt immer noch das „schwarze Herz“ Brasiliens. Das wird jedem Besucher bereits nach kurzer Zeit klar. Ein Gang durch den Mercado Modelo, den Markt für Kunsthandwerk am Hafen, führt anschaulich vor Augen, wie stark die afrikanischen Wurzeln Salvadors sind.

Der São-Joaquim-Markt in Salvador

Foto: Getty

„Sogar unsere Küche hat starke afrikanische Einflüsse“, erklärt Tereza Paim. Wie süß, scharf, farbig und bunt Salvadors Regionalküche ist, kann man im Restaurant „Casa de Tereza“ erfahren. Die Spezialität: Moquecas, ein Fisch- oder Meeresfrüchteeintopf mit Tomaten, Paprika und Koriander, der in Kokosmilch und Palmöl gekocht wird.

Eine Moqueca ist ein Fisch- oder Meeresfrüchteeintopf, der mit Palmöl gekocht wird

Foto: Manuel Meyer

Die schönsten Hotels in Salvador de Bahia finden Sie hier

Mehr über das Reiseziel Brasilien finden Sie hier

(dpa/na)

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Foto: Getty

Sicher durch Brasilien – 8 Tipps

Europäer scheuen sich aus Angst vor Armut und Kriminalität oft vor einer Reise nach Brasilien. Dabei hat das Land wichtige Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit seiner Bürger und auch der Urlauber zu gewährleisten, z. B. wurden in Rio viele „Favelas“ befriedet, sodass sie mittlerweile selbst für Touristen als sicher gelten.

Dennoch sollten Sie in Brasilien einige Dinge beachten:

1. Nicht mit wertvollem Schmuck und teuren Accessoires (Spiegelreflexkameras) behangen Städte erkunden oder am Strand spazieren gehen.

2. Kleiden Sie sich am besten bescheiden: Sandalen, T-Shirt, (kurze) Hose.

3. Nehmen Sie immer etwas Bargeld mit, zwischen umgerechnet 20 und 50 Euro, um bei einem Überfall nicht mit leeren Händen dazustehen.

4. Ziehen Sie in Städten Metros den Bussen vor.

5. Erkundigen Sie sich vorher, in welcher Gegend sich Ihre Pension oder das Hotel befindet, lesen Sie Bewertungen und Erfahrungsberichte im Internet.

6. Meiden Sie nachts dunkle Gassen, besonders in größeren Städten.

7. Wenn Sie vorhaben, mehr zu trinken, sorgen Sie dafür, dass jemand dabei ist, der Sie sicher in ein Taxi setzen kann.

8. Sollten Sie jemals überfallen werden, verhalten Sie sich ruhig und tun Sie das, was von Ihnen verlangt wird.


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