Serienkiller, Frauenleichen, Psychopathen...

Cecil Hotel – Hollywoods Horror-Haus

Das Cecil Hotel in Los Angeles entstand mitten im Boom von Hollywood und begann bald, seine eigene filmreife Geschichte zu schreiben. Inzwischen würde sie Stoff für diverse Serienstaffeln bieten, Genre: Drama, Thriller, Mystery, Horror! Es treten auf: Serienkiller und Selbstmörder, Pechvögel und Psychopathen – und in regelmäßigen Abständen wird eine Frauenleiche gefunden.

Wo soll man anfangen: bei der Frauenleiche im Tank? Bei den Serienkillern, die während ihres Aufenthalts im Hotel zahlreiche Menschen um die Ecke brachten? Oder bei der guten alten „Tauben-Goldie“, deren bestialischer Mord in einem der Zimmer bis heute Rätsel aufgibt – ebenso wie übrigens der Umstand, dass dieses Hotel, das nicht nur die Historikerin Kim Cooper ein „Hotel des Schreckens“ nennt, immer noch Gäste hat?

Am besten beginnt man wohl von vorn.

Es war im Jahr 1924, als das Cecil Hotel in Downtown Los Angeles eröffnete – nur wenige Jahre nach der Entdeckung der Metropole an der Westküste als ideale Produktionsstätte für die Filmproduzenten des Landes und nur drei Jahre vor dem erneuten Aufschwung Hollywoods durch den Durchbruch des Tonfilms (mit dem Pionierwerk „Der Jazzsänger“ von 1927).

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Ziehen heute viele Touristen an: die Universal Studios von Hollywood

Foto: dpa

Massenweise zog Hollywood Menschen nach L.A. Erst die Filmproduzenten aus New York und Chicago – und schließlich all jene, die von einer Karriere beim Film träumten. Oder zumindest von einem geregelten Einkommen in der boomenden Branche. Zählte L.A. im Jahr 1920 noch rund 580.000 Einwohner, waren es zehn Jahre später schon mehr als doppelt so viele.

Und für so manchen Neuankömmling war das Cecil die erste Adresse: Da das mit großen Ambitionen gestartete Hotel mit den Häusern in den besseren Gegenden einfach nicht mithalten konnte, setzte man gezielt auf Dauergäste und günstige Mieten. So wurde das Cecil zur ersten Anlaufstelle von Glückssuchern: zur Zwischenstation für jene, die welches fanden, zur Endstation für alle, die vergeblich gesucht hatten.

Blick auf die Downtown von L.A.

Foto: getty

So mancher Gast musste zwischen den tristen Hotelwänden nicht nur seine Träume begraben, sondern gab sich gleich ganz auf. Die erste war Helen Gurnee, die im Oktober 1954 unter dem Namen Margaret Brown eincheckte, eine Woche später aus dem 7. Stock sprang und auf der Markise des Hotels den Tod fand. Im Februar 1962 sprang Julia Moore aus dem 8. Stock, offenbar finanziell gescheitert: Nur 59 Cents sollte man später auf ihrem Zimmer finden.

Besonders tragisch aber war der Freitod der 27 Jahre jungen Pauline Otton im Oktober desselben Jahres. Nach einem Streit mit ihrem Ehemann stürzte sie sich aus dem Fenster ihres Hotelzimmers im 9. Stock und riss auf dem Weg nach unten gleich noch den unglückseligen Spaziergänger George Gianinni mit in den Tod, auf dem sie – statt auf dem Pflaster – leider landete. Der 65-Jährige war der einzige Fußgänger weit und breit.

Tatort Cecil Hotel in der Mainstreet

Foto: Getty Images

Mit Gewalt ins Jenseits befördert wurde auch Goldie Osgood, die man zwei Jahre nach dem Freitod der Otton tot in ihrem durchwühlten Zimmer fand. Die alte Dame wurde stranguliert, vergewaltigt und verstümmelt. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur. „Tauben Goldie“ nannte man die Rentnerin, weil sie täglich im Park die Vögel fütterte. Neben ihrer Leiche fand man denn auch eine Tüte mit Vogelfutter.

Der Mörder von Goldie Osgood sollte nicht der letzte Mörder gewesen sein, den das Hotel sah. Im Jahr 1984 zog Richard Ramirez in ein Zimmer des 14. Stocks ein, für 14 Dollar die Nacht und etwa 6 Wochen. 13 Morde und zahlreiche Vergewaltigungen gehen auf das Konto des „Night Stalkers“, zu einigen von ihnen brach er offenbar vom Cecil aus auf. Wenn Ramirez nicht gerade auswärtig mordete, fiel er dadurch auf, so berichteten Hotelangestellte später, dass der Geruch von Marihuana und laute Musik aus seinem Zimmer waberte, welches er zuweilen tagelang nicht verließ.

Zahlte 14 Dollar pro Nacht: Massenmörder Richard Ramirez

Foto: dpa

Ein Serienmörder kommt offenbar selten allein: 1991 stieg der Österreicher Jack Unterweger – auch „Jack“ oder „Die Bestie vom Wienerwald“ genannt – im Hotel ab. Erst im Jahr zuvor war der zu lebenslanger Haft verurteilte Frauenmörder mit Unterstützung vieler Prominenter – unter anderem Günter Grass und Elfriede Jelinek – nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen worden. Wieder auf freiem Fuß hatte er erst mal nichts Besseres zu tun, als sieben Prostituierte in Prag, Wien, Bregenz und Graz zu töten, um dann im Hotel Cecil in Los Angeles drei weitere Frauen zu erdrosseln – mit ihren eigenen Büstenhaltern.

Bei der düsteren Vergangenheit verwundert es nicht, dass das Haus im Jahr 2007 einen Neustart plante: Nach der Übernahme durch neue Besitzer sollte das Cecil zu einem Touristenhotel umgewandelt werden, die Dauerbewohner weichen. Doch so einfach war das nicht. Erst nach einem langjährigen Rechtsstreit mit der Stadt, welche die Umwandlung von bezahlbarem Wohnraum in reguläre Hotelzimmer nicht akzeptieren wollte, konnte man 2011 schließlich die Hälfte der Zimmer als „Stay Hotel“ eröffnen.

Doch als läge ein Fluch auf dem Haus: Im Februar 2013 geschah hier etwas, das auf der ganzen Welt für Entsetzen und Schlagzeilen sorgen sollte. Den Gästen war zunächst aufgefallen, dass der Wasserdruck aus dem Hahn recht niedrig sei und das Wasser zudem oft schwarz sei und eigenartig süßlich schmecke. Als man der Ursache auf den Grund gehen wollte, entdeckte man die Leiche der 21-jährigen Elisa Lam im Wassertank auf dem Dach.

Als wäre das nicht schon furchtbar genug: Die Umstände ihres Todes geben bis heute Rätsel auf. Die Polizei ging zunächst von „versehentlichem Ertrinken“ als Todesursache aus und eine bei Lam bereits zuvor diagnostizierte bipolare Persönlichkeitsstörung passte da auch ganz gut ins Konzept. Doch ein Überwachungsvideo aus dem Hotel, welches die junge Frau drei Wochen vor ihrem Tod im Aufzug zeigt, gab Anlass zu der Vermutung, dass Elisa Lam vielleicht auch verfolgt wurde:

Unklar ist auch, wie die junge Frau in den Wassertank auf dem Hoteldach gelangen konnte, da dieser nur mit einem Spezialschlüssel durch alarmgesicherte Türen zu erreichen ist. Auch wäre der Metalldeckel über dem Tank von der zierlichen Studentin kaum zu heben gewesen.

Der mysteriöse Tod einer jungen Frau im Wassertank – kein Wunder, dass er die Fantasie von Filmemachern beflügelt. Zumal Hollywood wirklich nahe liegt. Verwunderlich aber ist, dass es kein hiesiger Regisseur ist, der nun auf Basis des letzten Todesfalls einen Film dreht, sondern ein Däne. „The Bringing“ soll das Werk von Nicolas Winding Refn heißen.

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Dabei markiert der Todesfall nur das vorläufige Ende einer langen Geschichte äußerst grausamer und rätselhafter Vorkommnisse in dem Hotel, welche Stoff böte für ganze Serienstaffeln. Den Hotelbetreibern dürfte es hingegen nur recht sein, wenn die Vorkommnisse nicht erneut ins Licht der Öffentlichkeit gezogen werden. Nach dem letzten Todesfall hatten sie das Hotel denn auch in Stay on Main umbenannt – um mit all den Schlagzeilen nicht mehr  in Verbindung gebracht zu werden.

Der Online-Auftritt des Stay On Main

Foto: screenshot/www.stayonmain.com/

Wer L.A. besucht und sich für diese sowie weitere gruselige Hotelgeschichten interessiert, sollte vor Ort die Bustour HorrorHotels von EsotouricBus Adventures buchen.

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