Sonnensturm erreicht Erde

Die lange Nacht der Polarlichter

In der vergangenen Nacht hat ein Sonnensturm die Erde erreicht, der den Himmel rund um den Nordpol in diesen Tagen wieder in leuchtende Farben tauchen wird. TRAVELBOOK erklärt, wie die magischen Polarlichter entstehen, wie man sie am besten fotografiert – und wo man diese Nordlichter auch sonst noch gut sehen kann.

Von Anna Löhlein

In der Nacht auf den 10. Januar hat uns das Weltall ein magisches Farbenspektakel geschickt: Wenn die herannahende Plasmawolke mit sehr energiereichen Protonen in die Erdatmosphäre eintritt, rollen grüne, gelbe und rötliche Wellen über den Himmel der nördlichen Polargebiete.

Ein so heftiger Sonnensturm – das Institut für Astrophysik an der Universität Göttingen berechnete eine Geschwindigkeit von bis zu 1500 Kilometern pro Sekunde – ist selten. Und ein Glück für Naturfreunde: Denn in vielen Regionen Nordeuropas werden in diesen Tagen bei klarem Wetter faszinierende Nordlichter zu sehen sein.

Doch wie entstehen eigentlich diese farbenprächtigen Phänomene? Und wie und wo kann man sie am besten beobachten? TRAVELBOOK bringt Licht ins Dunkel um die seltenen Polarlichter.

1. WIE ENTSTEHEN POLARLICHTER?

Von der Sonne werden Licht, Wärme aber auch riesige Mengen Materie abgedampft oder durch Eruptionen ins All geschleudert – je nach Heftigkeit heißen die entstehenden Plasmawolken „Sonnenwind” oder „Sonnensturm”. Trifft ein solcher Sonnenwind mit seinen elektrisch geladenen Teilchen auf das Magnetfeld der Erde, so wird er in Richtung der magnetischen Pole – Nord- und Südpol – umgelenkt. Dort können die Teilchen in die hohen Schichten der Erdatmosphäre eindringen und durch den Zusammenstoß mit den dortigen Atomen die faszinierenden Leuchterscheinungen, die Polarlichter, hervorbringen.

2. WO GIBT ES POLARLICHTER zu sehen?

Wie der Name schon sagt, treten die Himmelsphänomene besonders in einem Gürtel rund um die magnetischen Pol auf, also in den Polargebieten. Nordlichter sind über Nordskandinavien, Island, Alaska, der Südspitze Grönlands, im nördlichen Kanada und an der Nordküste Sibiriens zu sehen.

3. Gibt es eine Saison für Polarlichter?

Die „Polarlichtsaison” beschränkt sich dauf das Winterhalbjahr, wo dann nördlich des Polarkreises die Sonne wochen- oder monatelang nicht aufgeht. Wer das Leuchten am Himmel sehen möchte, sollte seine Reise in den hohen Norden also zwischen September und März planen.

4. KANN MAN POLARLICHTER AUCH IN DEUTSCHLAND SEHEN?

In unseren Breiten sind Polarlichter leider sehr selten. Theoretisch können wir aber bei Sonnenstürmen auch über Deutschland etwa vier bis acht mal pro Jahr Polarlichter erkennen. Experte Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau bei Göttingen hat für diese Nacht allerdings wenig Hoffnung: „Es sieht so aus, als ob der als moderat klassifizierte Sturm uns nicht voll trifft, sondern nur streift“, so der Wissenschaftler. Dass auch von Deutschland aus Polarlichter zu sehen sein werden, hält er für unwahrscheinlich, schließt es jedoch auch nicht ganz aus. Also, Augen auf!

5. WIE ENTSTEHEN DIE FARBEN?

In Rot, Grün, Blau und diversen Mischfarben rollen die Leuchtphänomene über das Himmelszelt. Die Farbe hängt von den jeweiligen Bestandteilen der Atmosphäre sowie von der Höhe ab, in der das Leuchten entsteht. Kollidieren die Teilchen etwa in einer Höhe von rund 100 bis 150 Kilometern mit Sauerstoffatomen, leuchten grüne Polarlichter auf. Zwischen 150 bis 600 Kilometern entstehen durch angeregte Stickstoffatome rote, blaue und violette Farben.

6. WIE FOTOGRAFIERT MAN POLARLICHTER?

Da Nordlichter sich sehr unterschiedlich schnell bewegen, gibt es keine grundsätzliche Anleitung für Fotografen. Um gute Ergebnisse zu bekommen, muss man je nach Situation neu experimentieren. Polarlicht-Fotografie bedeutet Nachtfotografie – um die Belichtungszeit abzukürzen, gehört zur Ausrüstung unbedingt eine Spiegelreflexkamera mit lichtstarkem Objektiv. Um möglichst viel aufs Bild zu bekommen und eine räumliche Tiefe zu erzielen, bietet sich ein Weitwinkelobjektiv an. Die Belichtungszeit sollte nicht länger als 10 Sekunden betragen, ansonsten ISO-Einstellung erhöhen. Autofokus funktioniert bei der Polarlicht-Fotografie gar nicht, dasselbe gilt für den Blitz – das Leuchten ist einfach viel zu weit entfernt. Also: Fokus auf „unendlich“ und Blitz aus! Als Zubehör sind ein Stativ und ein Fernauslöser unbedingt empfehlenswert.

In unserer Foto-Galerie sehen Sie eine Auswahl der schönsten Aufnahmen, die Naturfotografen von Polarlichter gelungen sind.

Sie planen eine Reise nach Island? Dann informieren Sie sich hier auf der Reiseziel-Seite über Unterkünfte und Touren.

Hier finden Sie Informationen über Norwegen und Schweden.

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