Erotische Überraschung!

Das erwartet Brasilien-Urlauber in einem Motel

Wer nach Brasilien – oder durch das riesige Land – reist, gerät bei der Suche nach einer Unterkunft mitunter in die Versuchung, in eines der vielen Motels einzuchecken. Doch was Urlauber dort erwartet, dürfte sie ganz schön überraschen.

Sie heißen „Kamasutra“, „Eros“, „L'amour“, „Love Time“ oder „Kiss me“ und haben in Brasilien eine ganz wichtige Funktion im Alltag der Menschen. Das eigentliche Schlafen im Sinne einer Nachtruhe spielt dabei aber eine eher nebensächliche Rolle. Denn im Gegensatz zu den typischen Motels, die man aus den USA kennt und die im Duden als „an Autobahnen o. Ä. gelegenes Hotel [für Autoreisende]“ beschrieben werden, handelt es sich bei der brasilianischen Variante um Liebes- bzw. Stunden-Hotels (keine Bordells), in denen junge Paare ungestört intime Stunden verbringen können.

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Zur WM wurden Motels zu „normalen“ Hotels

Schon zur WM erlebten die Motels einen regelrechten Besucher-Boom, und das wahrscheinlich gleich im doppelten Sinne. Denn abgesehen davon, dass auch einige Touristen hier sicher das eine oder andere Tête-à-Tête hatten, suchten viele Reisende in Ermangelung an Hotelzimmern im Motel eine günstige Unterkunft.

Und obwohl die Zimmer sonst eher stundenweise vermietet werden, nutzten viele Motel-Besitzer die Gelegenheit und boten angepasste Ganztagestarife an. Auch zu den Olympischen Sommerspielen in Rio, die im August beginnen, werden wieder viele Motel-Betreiber am Zuckerhut aus ihrem Stundenhotel ein fast normales Hotel machen – mit Betonung auf: fast. 

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Diskokugel und Handschellen

Motels- und Motelzimmer gibt es Brasilien in allen erdenklichen Variationen: Vom schmucklosen Raum mit Doppelbett und angrenzender Toilette bis zur Luxussuite mit XXL-Rund- oder Wasserbett inklusive Diskokugel und allerlei pikanten Accessoires wie Handschellen, erotischen Sesseln & Co. ist alles dabei. Oftmals sind Motels und Zimmer thematisch gestaltet: mittelalterlich oder wie im alten Ägypten, indisch oder wie „Tausendundeine Nacht“ – als Kino oder Büro. Auch umdekorierte Reisebusse oder Flugzeuge haben Motels wie das „Le Baron“ in São Luís im Norden Brasiliens im Angebot.

Das „Le Baron“ in São Luís hat auch eine Suite in einem Flugzeug im Angebot

Foto: Le Baron

Spiegel an der Decke und verschiedenfarbige Lampen gehören zum Standard in fast jedem Zimmer. Ebenso wie Fernseher, die verschiedene erotische Kanäle im Programm haben, und ein „Hygiene“-Set mit Kondomen, Gleitcreme, Duschgel etc. Und dann ist da häufig noch eine Klappe im Zimmer, durch die bestelltes Essen und Trinken gereicht wird, ohne dass die Zweisamkeit gestört wird.

Im „Le Baron“ bekommen auch Paare mit besonderen Fantasien die Möglichkeit, diese auszuleben

Foto: Le Baron

Warum Motels in Brasilien so beliebt sind

Wie die US-amerikanischen Motels liegen auch die brasilianischen zumeist am Stadtrand oder an Autobahnen, doch mehr aus Gründen der Diskretion. Denn Brasilien ist ein streng katholisches Land und, abgesehen von knappen Bikinis und der Karnevalssaison, im Grunde recht prüde – zumindest nach außen hin und um den Schein zu wahren. Dass sich Teenager-Tochter oder -Sohn mit Partner zu Hause zum Petting oder gar mehr ins Zimmer verzieht, ist in Brasilien undenkbar.

Anders als hierzulande gilt in Brasilien vielerorts noch die Regel: Sex daheim ist nur den Eltern vorbehalten. Nur wohin mit dem Verlangen, wenn man noch zu Hause wohnt? Ins Auto am Straßenrand? Zu gefährlich in Brasilien, wo die Menschen überall einen Überfall befürchten müssen. An den Strand? Auch zu gefährlich, überdies zu öffentlich. Ins Hotel? Zu teuer, wenn man eh nur ein paar Stündchen für sich haben möchte.

Und so ergab es sich, dass in den 1970ern die ersten Motels auftauchten. Je schwieriger und gefährlicher es wurde, einen geeigneten Ort für intime Momente zu finden, desto mehr dieser Etablissements eröffneten, wo man sicher vor Überfällen für recht wenig Geld seinen Fantasien nachgehen kann.

Dass so ein eindeutiger Ort zuweilen auch entlarvend sein kann, beweist diese wahre Anekdote: Ein seit einiger Zeit verlobter Mann ahnte, dass irgendetwas nicht stimmte zwischen ihm und seiner zukünftigen Frau. Der Hochzeitstermin stand ins Haus und so beschloss er, seinem Verdacht nachzugehen. Auf Anraten seiner Freunde lud er ein Ortungs-Programm auf das Smartphone seiner Verlobten, um herauszufinden, wo sie sich herumtrieb. Eines Tages bemerkte er, dass als Standort eindeutig ein stadtbekanntes Motel angezeigt wurde, wo sie sicherlich nicht allein war. Er rief sie an, stellte sie zur Rede – und, nun ja, kein Happy-End.

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