Brasilianische Getränke – mit Rezept

Wie die Brasilianer ihren Caipirinha wirklich trinken

Der Caipi gehört nicht nur zu den bekanntesten Drinks der Welt, er gilt auch als einer der beliebtesten. Doch außer Caipirinha hat Brasilien noch einige weitere Getränke zu bieten. TRAVELBOOK stellt die wichtigsten vor – und zeigt, wo man sie erhält oder selbst zubereitet.

1. Capirinhas und Batidas – die Klassiker

Sehr beliebt und nahezu überall zu bekommen ist eine Batida – ein Cocktail aus frisch gepresstem oder püriertem Fruchtsaft, Zucker, Cachaça und Wasser und/oder Eiswürfeln. Es gibt sie in so vielen Geschmacksrichtungen wie es Sucos, Säfte, gibt – und in Brasilien nahezu überall zu jeder Zeit.

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Der berühmteste Cocktail Brasiliens ist natürlich der Caipirinha. Der Unterschied zur Batida? Hier werden die Früchte inklusive Schale mit Zucker zerstoßen und bleiben ganz im Glas. Und nicht wundern: Um das Getränk ranken sich einige Mythen, die nicht der Wirklichkeit entsprechen. So verwendet man in Brasilien etwa den weißen, raffinierten Zucker (nicht den braunen!), denn der macht den Geschmack des Zuckerrohrschnapses nicht kaputt. Zwar handelt es sich in Brasilien um Zucker aus Zuckerrohr, des man hier nicht an jeder Ecke bekommt, doch einfach Zucker aus dem Supermarkt tut es auch – einen geschmacklichen Unterschied zur brasilianischen Variante gibt's praktisch nicht. Auch mit dem Eis müssen Sie sich keine Mühe machen und das mühsam zerstoßen: In Brasilien schwimmen oft einfach Eiswürfel im Caipi.

Steht für Brasiliens Lebenskultur wie Copacabana und Carnaval: der Caipirinha

Foto: getty

Zwar gibt es den Caipi in Brasilien an jeder Strandbar, doch wird man dort seit einiger Zeit auch immer gefragt, ob es eine Caipirinha oder eine Caipiroska sein soll. Bei letzterer kommt einfach Wodka statt Cachaça in den Becher. Sehr beliebt ist auch die Maipirinha – dann wird statt Limone einfach Maracuja verwendet.

Wie man einen echten Caipirinha zubereitet:

Caipirinha-Rezept

Caipirinha

Das Nationalgetränk der Brasilianer ist recht einfach zu machen. Faustregel: viel von allem! Ein echter Caipirinha muss stark sein. Großer Irrtum: In Brasilien wird nicht brauner, sondern normaler weißer Zucker verwendet.
 
Die Zutaten

1 Limette
2 – 3 gehäufte EL Zucker
4 cl Cachaça (der traditionelle Zuckerrohrschnaps)
Crushed Ice

Zuerst die Limette waschen, Spitzen abschneiden, halbieren, den weißen Strunk entfernen und anschließend vierteilen. Dann ca. 1 Minute gemeinsam mit dem Zucker im Glas stampfen. Anschließend das Glas mit dem Crushed Ice auffüllen – Cachaça rein. Wenn zu wenig Flüssigkeit drin ist, nicht mit Wasser, sondern Schnaps „strecken“ oder warten, bis etwas vom Eis schmilzt. Ggf. nachzuckern. Umrühren und fertig!

2. Guaraná – der perfekte Muntermacher

Guaraná hilft, wach zu bleiben. Das Pulver wird ursprünglich aus den Samen der im Amazonas wachsenden gleichnamigen Pflanze hergestellt – und diese enthält Guaranin, ein natürliches Stimulans mit ähnlichen Eigenschaften wie Koffein, das schon den Indianern ermöglichte, länger als sonst auf der Jagd zu sein. Die Völker im Amazonas haben denn auch eine ganz eigene Legende über die Entstehung der Pflanze (siehe Kasten rechts).

Natürlich tritt Guaraná Antarctica in Brasilien auch oft als Sponsor auf

Foto: getty

1921 brachte die „Companhia Antarctica Paulista“ den Drink auf den Markt. Heute ist Guaraná Antarctica das zweitmeistverkaufte Erfrischungsgetränk Brasilien und zählt zu den meistverkauften Erfrischungsgetränken der Welt. Auch den deutschen Markt hat die grüne Dose schon erobert. Vielerorts kann man die Limo aus Brasilien kaufen, etwa bei Kaufhof oder in spanischen, portugiesischen und lateinamerikanischen Läden. Doch ob das süße Getränk wirklich munter macht – darüber scheiden sich die Geister.

Herkunft und Wirkung: Guaraná ist eine Liane, die aus dem Amazonas-Gebiet stammt. Die Pflanze besitzt die fünffache Menge an Koffein im Vergleich zu einer Kaffeebohne. Daher wird die Guaraná-Pflanze auch gerne als Koffein-Liane bezeichnet. In Deutschland ist Guaraná vor allem in Form von Pulver als Kapseln oder als Energydrink bekannt und beliebt. Der Name Guaraná bezieht sich auf das südamerikanische indigene Volk der Guaraní. Und diese haben eine eigene Geschichte über die Entstehung der Pflanze.

Legende: Die Völker des Amazonas haben eine schöne Legende, derzufolge Guaraná entstand. Ein junges und verliebtes Indianerpaar beschloss zu fliehen, als sich die rivalisierenden Stämme gegen ihre Beziehung stellten. Doch auf der Flucht wurden sie von einem heftigen Sturm überrascht und unglücklicherweise von einem Blitz getroffen. Als man sie fand, waren sie im Tod engumschlungen. Es heißt, dass aus dem Grab des Mädchens eine Pflanze erblühte, deren Frucht, vom Morgenlicht beschienen, dem menschlichen Auge ähnelt. die Guaraná.

3. Chimarrão – der Mate im Kürbis

Als Wachmacher gilt auch der Mate-Tee, den man im Süden des Landes aus ausgehöhlten Kürbissen trinkt – und mittels eines speziellen Röhrchens aus Metall, an dessen unteren Ende eine Art Teesieb dafür sorgt, dass keine großen Teeblätter mit aufgesogen werden. Und das ist auch dringend nötig, denn wenn der Gaucho seinen Chimarrão präpariert, wird nicht mit Tee gegeizt. Bis zu zwei Dritteln wird die Kalabasse mit Tee gefüllt und dann etwas umständlich „fest gemacht”. Wie das geht, wird in diesem Video anschaulich gemacht:

Auch folgendes Video zeigt, wie man den brasilianischen Mate-Tee perfekt zubereitet, und zudem auch ein bisschen von der typischen Landschaft Südbrasiliens. Wenn der Chimarrão fertig ist, lässt man ihn übrigens in der Runde kreisen wie einen Joint. Dabei nimmt der Gastgeber stets den ersten Schluck. Das ist keine Unhöflichkeit, sondern im Gegenteil: Schließlich schmeckt der erste Schluck in der Regel nicht – und der Tee immer besser, je mehr Wasser über ihn gegossen wurde.

In einigen Regionen Brasiliens, hauptsächlich um Bundesstaat Mato Grosso do Sul, wird der Mate-Tee nicht mit heißem, sondern eiskaltem Wasser aufgefüllt. Tereré nennt sich dieses buchstäblich erfrischende Getränk dort.

Der Gaucho hat eigentlich nie eine Hand frei: in der einen immer die Tee-Kalabasse, in der anderen die Thermoskanne mit dem Wasser zum Nachgießen

Foto: getty

4. Die Sucos – Frisch und fruchtig

Wer nach Brasilien fährt, muss unbedingt die verschiedenen Sucos probieren. Das sind äußerst erfrischende Fruchtsäfte – Ananas, Papaya, Mango, Limette, Graviola (Stachelannone) etc. – mit so viel Frucht, dass der Strohhalm in der Regel von allein drin steht. Verkauft werden sie in Restaurants, an Straßenständen und in speziellen Saftläden, die etwa in Rio de Janeiro nahezu an jeder Ecke zu finden sind. Gereicht werden sie meist gesüßt, was unsinnig ist, da die meisten Säfte schon von Natur aus sehr süß sind. Wer also nicht einen gänzlich überzuckerten Saft haben möchte, sagt einfach „sem açúcar“ (ohne Zucker) und verneint mit einem „não, obrigado“ (nein, Danke) am besten auch die stets nachfolgende Frage, ob stattdessen „adoçante“ (Süßstoff) reingemischt werden soll. Übrigens: „Natural“ heißt nicht etwa, dass kein zusätzlicher Zucker beigemengt wird, sondern dass der Saft ungekühlt und ohne Eis serviert wird.

Leckere Vitaminbomben: Sucos do Brasil

Foto: getty

Hergestellt werden die Sucos entweder aus frischen Früchten oder aus sogenannten Polpas, tiefgefrorenem Fruchtmark, das man einfach in den Mixer gibt. In einigen wenigen Geschäften gibt es diese Polpas sogar in Deutschland zu kaufen. Doch am besten stellt man sich die Suco aus frischen Früchten selbst her. Etwa aus Ananas und Minze. Das Rezept finden Sie rechts im Kasten.

Rezept für Ananas-Minz-Suco

Zutaten
100 g Ananas Fruchtfleisch
50 bis 100 g Zucker (je nach Süße der Frucht)
3 Eiswürfel
5 große Minzblätter
Eiswasser zum Auffüllen

Zubereitung
Das Fruchtfleisch im Mixer mit Zucker und der Minze zerkleinern, durch ein grobes Sieb in ein hohes Glas füllen Eiswürfel zugeben und bei Bedarf mit etwas Eiswasser auffüllen.

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5. Bier – die leichte Variante

Sie trinken lieber Bier zum Fußball? Kein Problem. Denn auch in Brasilien wird viel Bier getrunken. Schuld sind die Deutschen, die es einst importierten. So heißt eine berühmte Biermarke Brahma. Das steht, so eine Legende, für: Brauhaus Maschke. Eine andere besagt, der Name gehe auf Brauhaus Mannheim zurück. Doch mit dem heutigen deutschen Bier ist das brasilianische nicht zu vergleichen: Es ist sehr viel leichter und somit ideal für einen heißen Nachmittag am Strand.

Zwar kann man brasilianisches Bier auch hierzulande bekommen. Allerdings lohnt sich der Aufwand kaum. Besser greift man auf ein Bier zurück, das generell nicht viel Alkohol hat. So kommt man etwa mit einem Kölsch dem brasilianischen Lebensgefühl auch schon etwas näher – und das liegt in diesem Fall mal nicht daran, dass Köln auch den Karneval hat.

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6. Água de Coco – Die ganz harte Nuss

Der letzte Tipp ist, zugegeben, eine ganz harte Nuss. Denn ein sehr typisches Getränk in Brasilien ist natürlich Kokoswasser aus der „coco verde“, der grünen Kokosnuss. Die Riesenfrüchte werden dazu einfach oben angeschlagen, durch das Loch ein Strohhalm geführt – und fertig ist das schnellste und beste Strandgetränk der Welt. Allerdings: Wo bekommt man in Deutschland frische, saftige Kokosnüsse?

Im Asia-Laden oder Supermarkt kann man Glück haben – aber auch Pech. Manchmal ist in der Nuss nach der langen Reise einfach nicht mehr viel drin. Und auch die grüne Schale hat sie dann schon lange abgelegt. Die Alternative: ein Mixgetränk mit Kokosmilch aus der Dose, etwa ein Batida (siehe oben).

Auch während des Karnevals eine beliebte Erfrischung: die Kokosnuss

Foto: getty

Und was sagen die Brasilianer, wenn sie miteinander anstoßen? Saúde (sprich: Sa-udschi). Das heißt Gesundheit. Und bei dem hohen Vitamingehalt der meisten der brasilianischen Getränke bleibt das wohl kein frommer Wunsch.

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