Unruhen in Bangkok

Wie sicher ist jetzt eine Reise nach Thailand?

Touristen in Bangkok sollten größeren Menschenansammlungen in der Innenstadt derzeit aus dem Weg gehen. Vor allem in der Gegend um das Demokratiedenkmal komme es zu Massendemonstrationen, warnt das Auswärtige Amt. Wie sieht es in den Urlaubsregionen des Landes aus?

Drei Jahre nach den blutigen politischen Unruhen in Bangkok haben neue Massenproteste die thailändische Hauptstadt teilweise lahmgelegt.

Protestanführer Suthep Thaugsuban, bis vor kurzem Abgeordneter der Opposition, drang am Montag trotz massiver Polizeipräsenz mit Hunderten seiner Anhänger in das Finanzministerium ein und besetzte einen Teil des Gebäudes.

Um Regierungsgebäude zu schützen, hat die Polizei Betonmauern aufgestellt. Die Demonstranten hinterließen darauf ihre Botschaften. Oben zu lesen: „Berliner Mauer in Bangkok“

Foto: TRAVELBOOK.de

Die Lage sei nach wie vor angespannt, warnte das Auswärtige Amt in Berlin in seinem Reisehinweis. Urlauber sollten Menschenansammlungen meiden.

Demonstrationen gebe es vor allem in den Distrikten Dusit, Pom Prab, sowie Phra Nakorn, in dem der bei Urlaubern beliebte Königspalast und der Tempel Wat Pho stehen. Touristen sollten die betroffenen Distrikte meiden. Dort gebe es erhöhte Sicherheitsmaßnahmen und unter Umständen Verkehrsbehinderungen. Urlauber sollten sich vor Ort über die Medien und ihre Reiseveranstalter auf dem Laufenden halten, rät das Auswärtige Amt.

Die Demonstranten versammelten sich am Demokratie-Denkmal im Zentrum Bangkoks. Touristen wird dringend geraten, solche Menschenansammlungen zu meiden

Foto: dpa picture alliance

Besonders bei Urlaubern beliebte Regionen wie die Insel Koh Samui, Krabi oder Phuket seien bislang nicht von den Protesten betroffen. „Reisen dorthin sind weiterhin sicher“, sagte ein Mitarbeiter des thailändischen Fremdenverkehrsamts auf TRAVELBOOK-Anfrage.

Dennoch: Viele Touristen reisen via Bangkok zu ihren Zielen. Oftmals nutzen sie den Stopp, um Bangkok kennenzulernen und dort einzukaufen. Wer kann, sollte die thailändische Hauptstadt derzeit jedoch meiden und vor allem Demonstrationen weiträumig umgehen.

Polizisten schützen das thailändische Parlamentsgebäude

Foto: dpa picture alliance

Die aktuellen Proteste sind die schwersten seit den blutigen Unruhen von 2010, bei denen 91 Menschen starben.

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Gibt es Behinderungen im Flugverkehr?
Laut der Tourism Authority des Landes läuft der Verkehr auf den wichtigsten Flughäfen in Bangkok sowie anderen Teilen von Thailand normal. Wer am Airport Suvarnabhumi landet oder abfliegt, sollte auf dem Weg von und in die Stadt jedoch mit längeren Fahrtzeiten rechnen. Das Verkehrsaufkommen ist laut dem Airportbetreiber wegen der Proteste hoch, außerdem könne es zeitweise zu wenig Taxis geben. Reisende sollten deshalb öffentliche Verkehrsmittel oder private Shuttledienste nutzen.

Wo ist der Schwerpunkt der Demonstrationen?
Die Proteste der Regierungsgegner konzentrieren sich auf die Gegend um das Demokratie-Denkmal in der Ratchdamnoen Klang Avenue sowie rund um das Finanz- und Außenministerium. Die Unterstützer der Regierung haben ihr Lager am Rajamangala Stadion in der Ramkhamhaeng Road aufgeschlagen.

Gibt es Behinderungen für Touristen?
Die Schwerpunkte der Demonstrationen sind laut Tourism Authority keine Touristenattraktionen. Alle Sehenswürdigkeiten in Bangkok, wie der Große Palast oder der Tempel des Smaragd-Buddha, sind geöffnet. Das Auswärtige Amt warnt dagegen, dass es auch an Touristenattraktionen zu Demonstrationen kommen kann. Die Behörden haben über ganz Bangkok den Notstand verhängt. Deshalb ist mit Straßensperren und verstärkten Personenkontrollen zu rechnen.

Mussten die Reiseveranstalter schon reagieren?
Einige Reiseveranstalter haben Ausflüge in Bangkok umgeroutet, erklärt Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV). Die meisten Ausflüge führten aber ohnehin nicht in das vor allem betroffene Regierungsviertel. Den Teilnehmern von Studienreisen sei empfohlen worden, nicht auf eigene Faust in die entsprechenden Gegenden zu gehen.

Wie sollten Touristen sich verhalten?
Laut Tourism Authority prüfen Urlauber am besten ihre Reisepläne und meiden Menschenansammlungen. Auch das Auswärtige Amt rät, sich von Demonstrationen fernzuhalten. Urlauber sollten sich über die Medien über die Entwicklung informieren und dem Rat von Reiseveranstaltern folgen.

Wie viele Urlauber sind überhaupt in Thailand?
In Thailand beginnt derzeit die Hauptreisezeit. Bangkok selbst ist mit Ausnahme von einigen Städtereisenden vor allem Durchgangsziel – entweder zur Weiterreise in andere Länder oder zu den Stränden im Süden des Landes, erklärt DRV-Sprecher Schäfer. Rund 650.000 Deutsche besuchen Thailand pro Jahr.

Was ist der Hintergrund der Proteste?
Die Opposition wirft Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra Versagen vor. Formell geht es unter anderem um die umstrittene Politik garantierter Reispreise für Bauern. Ziel der Opposition ist es aber, die Regierung wegen ihrer Nähe zu dem 2006 gestürzten Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra zu stürzen. Die jetzige Regierungschefin ist seine Schwester. Die seit Jahren köchelnden Spannungen zwischen dem Pro- und Anti-Thaksin-Lager waren in den vergangenen Wochen wieder aufgebrochen. Anlass war ein Amnestiegesetz, das die Regierung durch die erste Parlamentskammer boxte. Es hätte Thaksin die Rückkehr aus dem Exil als freier Mann ermöglicht. Er war in Abwesenheit zu zwei Jahren Haft wegen Korruption verurteilt worden.

Deutsche Auslandsvertretung

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
9 South Sathorn Road
Bangkok 10120
Tel: (+66) 228 79 000
Fax: (+66) 228 71 776
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Feiertage

Neujahr: 1. Januar

Chakri-Gedenktag: 6. April

Thailändisches Neujahrsfest: 13. bis 15. April

Tag der Arbeit: 1. Mai

Krönungstag: 5. Mai

Mitte des Jahres Feiertag: 1. Juli

Geburtstag der Königin: 12. August

Chulalongkorn (Todestag des Königs Chulalongkorn): 23. Oktober

Geburtstag des Königs: 5. Dezember

Tag der Verfassung: 10. Dezember

Silvester: 31. Dezember

Touristengebiete wie die Inselgruppe Koh Phi Phi (im Foto) sind für Touristen weiterhin sicher

Foto: Getty Images

Wer kann, sollte sein Urlaubsziel, etwa die Insel Koh Samui (im Foto), direkt anfliegen und Bangkok meiden

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