Flucht ins Warme

Wo es die Deutschen zum Überwintern hinzieht

Wenn im Herbst die Temperaturen fallen und die Bäume ihre Blätter verlieren, träumen viele Deutsche vom Auswandern – oder zumindest davon, den Winter woanders zu verbringen und erst wieder im Frühling zurückzukehren. Einige erfüllen sich diesen Traum sogar, aber wo zieht es sie hin?

Der Winter in Deutschland kann ganz schön lang sein, da ist es kaum verwunderlich, dass sich viele nach milden Temperaturen und Sonne sehnen. Und die ist oft nur zwei Flugstunden entfernt. Warum also nicht gleich dort überwintern und erst im März oder April zurückkommen, wenn hierzulande die ersten Knospen sprießen?

Immer mehr Senioren zieht es in der kalten Jahreszeit ins Warme, schließlich sind die meisten in Rente und damit nicht mehr an einen Beruf gebunden. Doch deren Ansprüche ans Winterquartier im Süden steigen – und die Veranstalter stellen sich auf eine Kundschaft ein, die im Alter immer fitter ist.

„Langzeiturlauber sind nicht mehr mindestens 65 Jahre alt und krank“, sagt Rolf-Dieter Maltzahn, Geschäftsführer der DER Touristik in Köln. „Das ist kein betreutes Reisen.“ Und die Älteren sind zunehmend mit dem Internet vertraut und können mehr Urlaubsangebote vergleichen – obwohl die meisten am Ende doch im Reisebüro buchen, wie Nina Kreke von Thomas Cook berichtet.

Mittlerweile suchen auch Nicht-Senioren ihr Winterquartier im Süden. Gerade Selbständige in digitalen Berufen brauchen meist nur einen Laptop und einen Internetanschluss, um wie gewohnt weiterarbeiten zu können. Die Wohnung in Deutschland wird im Winter untervermietet, ein günstiges Zimmer oder Apartment im Ausland angemietet. Senioren und Rentner dagegen ziehen oft Hotels vor.

Die liebsten Winterquartiere der Deutschen 

„Es hat alles mal angefangen auf Mallorca, im milden Klima des Mittelmeeres“, erzählt Maltzahn, der für ITS und Jahn Reisen spricht. „Dann kamen die Kanaren und später die Türkei, Ägypten und Tunesien.“ Die Preise seien in den vergangenen zehn Jahren nach unten gegangen, der Urlaub in diesen Ländern ist erschwinglicher geworden. Bei FTI laufen nach eigenen Angaben Ägypten, Portugal, Spanien, Kroatien, Türkei und Sri Lanka auf der Fernstrecke besonders gut.

Die am besten bewerteten Hotels an Portugals Algarve-Küste

Marktführer Tui hebt die türkische Riviera als besonders beliebtes Ziel hervor. Die Türkei sei die Nummer eins für Langzeiturlauber geworden. Die Gründe: All-inclusive, moderne Hotels, günstige Preise, niedrige Lebenshaltungskosten bei sonnigem Klima und eine gute Infrastruktur im Hotel selbst.

Die besten All-inclusive-Hotels der Türkei

Zum Sparen in die Sonne

Langer Urlaub ist nicht nur schön, weil man dem Winter entkommt und sich ein zweites Zuhause aufbauen kann – er rechnet sich auch. „Es kann günstiger sein, im Ausland einen langen Urlaub zu verbringen als zu Hause zu bleiben“, sagt Kreke. Maltzahn zufolge ist Langzeiturlaub auch für Menschen mit geringerem Einkommen erschwinglich. „Es ist kein Genuss nur für die Reichen und Gutsituierten.“

Tui bietet zum Beispiel 48 Nächte in einem Viereinhalb-Sterne-Hotel an der türkischen Riviera für 1263 Euro mit Flügen und All-inclusive. Reisezeitraum: 15. Januar bis 4. März. In dieser Wintersaison gibt es ab einer Reisedauer von drei Wochen günstige Preise in 160 Hotels, die maximale Ersparnis liegt Tui zufolge bei 28 Prozent. Und bei Thomas Cook zahlt der Kunde etwa für 42 Nächte auf Mallorca in einer Vier-Sterne-Anlage 1485 Euro mit Flügen und Frühstück.

Bei den Veranstaltern der DER Touristik gibt es Langzeitermäßigungen oft schon ab 21 Tagen Aufenthalt. Auf den Kanaren oder in Ägypten liegt der Abschlag auf den Hotelpreis bei mindestens 28 Reisetagen bei bis zu 25 Prozent. Auch FTI hat mit Partnerhotels spezielle Preisnachlässe für Langzeiturlauber ausgehandelt.

Die lange Auszeit ist allerdings nur wenigen Menschen gegönnt. In der Reiseanalyse der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) wurde zuletzt 2011 nach mehrwöchigen Auszeiten gefragt. Demnach verreisten nur zwei Prozent der Urlauber 30 Tage und länger. „Dieser Anteil bleibt relativ konstant“, sagt Studienautor Prof. Martin Lohmann. Eigentlich sinkt die durchschnittliche Reisedauer seit Jahren stetig, 2013 lag sie nur noch bei durchschnittlich 12,4 Tagen. Ein echter Langzeiturlauber kann da nur milde lächeln.

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