14 ungewöhnliche Aufnahmen eines Urban Photographer

Erkennen Sie, was auf diesen Fotos zu sehen ist?

Ben Marcin ist ein sogenannter Urban Photographer, ein Fotograf, der sich auf städtische Strukturen und Details spezialisiert hat. Mit TRAVELBOOK sprach Marcin darüber, was ihn an Städten so fasziniert und warum die Menschen den Blick auch mal auf die Straße unter ihren Füßen wenden sollten.

Das Post-Gebäude in New Orleans ist ein stinknormales, manch einer würde sogar behaupten: hässliches Hochhaus. Fotografiert wurde es aber aus einem so ungewöhnlichen Winkel, dass die Fenster mit ihren Simsen kaum als solche zu erkennen sind und das Ganze ziemlich abstrakt wirkt. Was auch daran liegt, dass kein Himmel und kein Wölkchen auf dem Bild zu sehen sind. Zudem sieht man nur einen bestimmten Ausschnitt vom Haus.

Losgelöst von der Realität wirkt das Hochhaus, das Teil von Ben Marcins Fotoserie „The Towers“ (z. Dt.: „Die Türme“) ist. Und genau diesen Effekt wollte der Fotograf damit erreichen. „Ich habe versucht, nicht nur die architektonische Schönheit dieser Gebäude einzufangen, sondern auch ihre paradoxe Unpersönlichkeit, die sich zeigt, wenn man sie aus einer bestimmten Perspektive betrachtet“, sagt Marcin zu TRAVELBOOK. „Um den perfekten Winkel zu finden, bin ich auf Parkhausdächer geklettert oder auf erhöht gebaute Freeways hinausgelaufen.“ Er habe später bewusst jede Spur von Himmel aus den Bildern entfernt, um die Isolation der Hochhäuser noch hervorzuheben.

Dieses Foto zeigt das Post-Gebäude in New Orleans – oder besser: einen Teil davon

Foto: Ben Marcin

„Diese Stadttürme existieren auf einer Art emotionslosen Makroebene und verströmen eine gewisses Gefühl der Ehrfurcht. Es ist eine Welt, in der Hunderte, wenn nicht gar Tausende Menschen arbeiten und Leben“, sagt der Fotograf. Damit seien sie das genaue Gegenteil der ländlichen Gebäude und städtischen Reihenhäuser, die er auch gerne ablichte und in denen Persönlichkeit und Individualismus vorherrsche.

Die Gebäude, die der in Baltimore geborene US-Amerikaner fotografiert, stehen nicht nur in den Staaten. Marcin ist weltweit unterwegs, um besondere Wolkenkratzer und andere urbane Strukturen abzulichten. Zwei seiner Hochhaus-Fotos stammen sogar aus Deutschland: In Köln hat Marcin unter anderem das höchste hauptsächlich zu Wohnzwecken genutzte Gebäude Deutschlands sowie den Ringturm am Ebertplatz, der die geometrische Struktur eines Heptagons hat, abgelichtet.

Der Ringturm in Köln

Foto: Ben Marcin

Nicht nur in die Höhe, auch nach unten auf den Boden wendet Marcin seine Kamera gerne. Auf den Straßen der Städte gebe es so viel zu entdecken, sagt der Fotograf – Muster im Asphalt zum Beispiel, verschiedene Bodenbeläge auf Fußgängerwegen oder geometrische Formen, die durch Farbe oder Teer entstehen. „Ich habe beobachtet, dass die meisten von uns selten genau hinsehen, worauf wir eigentlich laufen, wenn wir uns auf Straßen, Bürgersteigen oder Parkplätzen bewegen“, erklärt Marcin. „In unserer Eile, von A nach B zu kommen, lassen wir uns viele der besonderen Muster und Umrisse entgehen, die sich auf diesen Oberflächen bilden.“ 

Ein weiteres Objekt, das Marcin gerne auf den Straßen dieser Welt ablichtet: ausgespuckte Kaugummis. „Egal wo ich in der Stadt bin, ich sehe überall Leute, die ihren Abfall auf die Straße werfen oder Kaugummi auf den Bürgersteig spucken, während sie auf den Bus oder sonst was warten.“ Ihm sei aufgefallen, dass ein Kaugummi mit der Zeit von feucht und pink zu rund und schwarz wechsle. Einmal eingetrocknet, hinterlasse er eine unauslöschliche Narbe im Asphalt. „Indem ich die Fotos der weggeworfenen Kaugummis auf einem Bild aneinandergereiht habe, wollte ich ein wenig Ordnung ist dieses ansonsten eher bedauerliche menschliche Phänomen bringen und es auch ein wenig auf die Schippe nehmen.“

Eine Auswahl von Marcins Fotografien und Bildkompositionen sehen Sie oben unserer Fotogalerie. Weitere Aufnahmen finden Sie auf der Website des Fotografen. Marcins Arbeiten werden auch in verschiedenen Ausstellungen gezeigt, unter anderem im Baltimore Museum of Art und der C. Grimaldis Gallery in Baltimore.

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